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- Day 448
- Monday, November 10, 2025
- ☁️ 24 °C
- Altitude: 1,312 m
MalawiMgabi Village13°45’7” S 32°47’50” E
Zwischen Schwarzmarkt und Stempeln
November 10 in Malawi ⋅ ☁️ 24 °C
Es ist soweit: Heute wollen wir mit Jerome und Lasse nach Malawi einreisen. Bevor wir zur Grenze fahren, müssen wir aber noch eine Versicherung für die kommenden ostafrikanischen Länder kaufen. Das dauert ewig, viel länger als gedacht. Danach entdecken wir auf dem Parkplatz eine Frau, die winzige Erdbeeren verkauft – zur großen Freude von Marie. Die kleinen Früchte sind überraschend süß. Mangos haben wir ja schon am Vortag eingekauft.
Wir halten noch bei zwei Supermärkten, kaufen aber nur das Nötigste. Viele importierte Produkte sind unfassbar teuer, während Mangos praktisch hinterhergeworfen werden. Dann geht es endlich zur Grenze. Jerome und Lasse sind bereits vorgefahren. Als wir sie wiedersehen, erzählen sie, dass sie beim Schwarzmarkt-Geldwechsel beklaut wurden – 20 Euro weg. Ein super Start in die Einreise.
Wir parken und gehen in das Grenzgebäude. Auf der sambischen Seite geht alles schnell: Stempel raus, TIP abgegeben, fertig. Auf der malawischen Seite wird es dagegen sofort kompliziert. Ein freundlicher Mann, der angeblich dort arbeitet, erklärt uns die Schritte. Und davon gibt es viele. Formulare ausfüllen, von einem Schalter zum anderen laufen, wieder zurück, Parkticket abgeben, Immigration, Einreisestempel, TIP für das Auto – und schließlich müssen wir auch noch zur Bank, die in einem kleinen Schalter im Gebäude sitzt.
Dort stellt sich heraus: Wir müssen Teile der Gebühren in Malawi Kwacha bezahlen. US-Dollar werden nicht akzeptiert. Wir haben aber natürlich noch keine Kwacha. Also bleibt uns nichts anderes übrig, als auf dem Schwarzmarkt zu tauschen – obwohl gerade diese Händler eigentlich gar nicht im Grenzbereich stehen dürfen. Die Logik dieser Regelungen versteht hier wohl keiner so richtig.
Wir wissen bereits, dass der offizielle Kurs bei etwa 1:1700 liegt, der Schwarzmarkt aber viel besser ist. Jerome erzählt, dass bis zu 3700 möglich sind. Wir verhandeln uns durch die Händlergruppe. Einer bietet 3000 – zu wenig. Ein junger Mann bietet kurzzeitig 4000 pro Dollar an, macht aber einen Rückzieher, als er merkt, dass wir nur 30 Dollar tauschen wollen und keine großen Scheine.
Am Ende finden wir einen Mann, der uns zuvor schon 4000 angeboten hat. Während Jens und der sogenannte „Fixer“ von der Grenze die Scheine prüfen, hält Regina die anderen Händler auf Abstand – denn einige versuchen, beim Abzählen Geld zu unterschlagen oder Falschgeld unterzumischen. Gleichzeitig muss sie Marie im Auge behalten, die mitten im Gewusel herumsteht. Schließlich klappt der Tausch. Ein 10-Dollar-Schein gefällt dem Händler zwar nicht, weil er nicht ganz glatt ist, aber irgendwann geben wir ihm den Stapel Kwacha und gehen einfach.
Zurück im Gebäude müssen wir dann warten, weil der Bankbeamte Mittagspause macht. Also nochmal 20 Minuten Stillstand. Danach bezahlen wir endlich die Gebühren, holen die Quittungen, gehen erneut zum Officer, zeigen die Unterlagen, geben das Parkticket ab – und dann haben wir es geschafft. Nach fast drei Stunden dürfen wir aus dem Grenzbereich herausfahren.
Wir sind erschöpft, aber glücklich, endlich in Malawi zu sein. Ein paar Kilometer später biegen wir von der Straße ab, sprechen kurz mit einem Mann auf einem Feld und dürfen dort unser Wildcamp aufschlagen. Marie spielt mit ein paar Kindern. Dann besucht uns noch der Besitzer. Es ist freundlich uns lässt uns übernachten. Nach einer regenreichen Nacht wachen Marie und Regina gegen 5:30 Uhr auf, weil wir draußen eine Stimme hören. Es ist hell, draußen regnet es und wir entdecken eine ältere Frau. Regina begrüßt sie durch das Fenster. Verständigung ist schwierig, da sie kein Englisch spricht. Wenig später, erscheint der Besitzer wieder, wie wir erfahren ist er der Schwiegersohn der alten Dame. Wir versammeln uns alle unter unserer Markise, geschützt vor dem Regen und trinken Kaffee und Tee. Auch der Besitzer bekommt einen Tee und isst ein paar Früchte mit uns. Anschließend bedanken wir uns, schenken ihm noch einige Mangos und fahren weiter.Read more





Travelerdie Zollformalitäten bei der Einreise nach Malawi erinnern mich an die langwierige Grenzquerung von Botswana nach Namibia
TravelerStimmt, es hatte Ähnlichkeiten.
TravelerNur Nerven behalten🙄🙄
TravelerDas kann man wohl sagen.