• Auf den Straßen Malawis

    November 11 in Malawi ⋅ ☁️ 24 °C

    Malawi empfängt uns mit einer warmen, fast weichen Hitze. Es ist unglaublich schön hier – grün, lebendig und voll von Menschen. Malawi hat rund 20 Millionen Einwohner und gehört zu den am dichtesten besiedelten Ländern Afrikas, mit etwa 230 Menschen pro Quadratkilometer. Genau das spüren wir: Es gibt kaum ein Stück Land, das unbewohnt wirkt. Überall sind Menschen unterwegs – auf Feldern, am Straßenrand, in Dörfern und Städten.

    Der Malawisee, einer der tiefsten und klarsten Seen Afrikas, zieht sich wie eine blaue Wirbelsäule durch das Land und ist für viele Menschen Lebensgrundlage. Was uns besonders auffällt, ist die Geschäftigkeit der Menschen. Malawi wirkt wie ein Ameisenstaat – ständig ist jemand unterwegs, trägt etwas, verkauft etwas oder transportiert Waren.

    Durch die Unruhen in Tansania und die vorübergehende Grenzschließung herrscht hier derzeit eine deutliche Treibstoffknappheit. Überall bilden sich lange Schlangen an Tankstellen. Zum Glück haben wir vor der Grenze noch einen Dieselkanister gekauft und kommen, wie geplant, gut durch das Land.

    Fahrräder prägen das Straßenbild intensiv. Wahrscheinlich nicht nur wegen des aktuellen Treibstoffmangels, sondern schon lange. Wer ein Fahrrad besitzt, gilt hier bereits als wohlhabend genug, um etwas dazuverdienen zu können – etwa indem er Menschen wie ein Taxi von A nach B bringt oder Waren transportiert. Wir sehen manchmal sieben oder acht Getränkekisten auf einem einzigen Fahrrad, perfekt ausbalanciert. Motorräder und Minibusse gibt es ebenfalls, doch viele von ihnen stehen momentan ebenfalls an den Tankstellen.

    Die Straßenqualität schwankt stark. Manche Hauptstraßen sind gut ausgebaut, aber viele sind voller Schlaglöcher, selbst auf Asphalt. Die Route nach Sambia ist angenehm zu fahren, und auch die Verbindung von Lilongwe Richtung Tansania wird derzeit ausgebaut. Teilweise gleiten wir über neue Asphaltabschnitte, teilweise kämpfen wir uns über staubige, holprige Umleitungen.

    Die meisten Menschen leben von der Landwirtschaft. Tabak und Kaffee sind wichtige Exportgüter, und das Hauptnahrungsmittel ist Mais. Daraus wird Nsima zubereitet, die weiße Maispampe, die überall dazu gehört und satt macht. Beeindruckend ist, dass fast alles hier per Hand gemacht wird. Maschinen sehen wir kaum. Uns wird bewusst, wie viel Knochenarbeit in jedem Feld steckt.

    Auch die Häuser erzählen viel über das Leben hier. Viele bestehen aus Lehm oder selbst gebrannten Ziegeln. Aus dem Lehmboden formen die Menschen die Steine, brennen sie in einfachen Öfen und bauen daraus ihre Häuser. Die Dächer bestehen meist aus Wellblech oder Stroh, je nachdem, was gerade vorhanden ist.
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