• Zwei Tage im Eagle Nest

    Nov 12–14 in Malawi ⋅ ☁️ 27 °C

    Für uns geht es heute zum Malawi-See. Die Eagle Nest Lodge und Camping in Cape Maclear, ganz im Süden des Sees ist unser Ziel. Der Weg dorthin zieht sich allerdings etwas ruckelig. Diese Piste ist voller riesiger Schlaglöcher im Asphalt, dann windet sich die Straße bergauf und bergab durch die hügelige Landschaft. Überall begegnen uns Fahrradfahrer, die Holz, Kohle oder schwere Pakete transportieren. Die Männer sind hier sehr tüchtig und stemmen diese Steigungen mit einer Ruhe und Kraft. Jens hilft einem Radfahrer, der mit samt seiner Ladung Holz umgefallen ist. Jens wundert sich über dieses enorme Gewischt auf dem Gepäckträger. Nur mit 3 Leuten schaffen sie es das Fahrrad wieder hinzustellen damit der Fahrer weiterfahren kann.

    Dann führt uns die Route mitten durch ein Dorf, teilweise durch richtig enge Gassen. Schließlich fahren wir direkt durch ein kleines Fischerdorf am Ufer des Sees. Hier trocknen die Menschen ihre frisch gefangenen Mini-Fische direkt am Straßenrand, und der Geruch des Malawi-Sees liegt in der Luft.

    Als wir schließlich die Eagle Nest Lodge erreichen, sind wir sofort begeistert. Die Südafrikaner, die die Lodge führen, haben hier wirklich einen schönen Ort geschaffen. Es heißt übrigens Eagle Nest, weil hier eigentlich immer die Fischadler kreis n und auf Fischfang gehen. Nun ist aber nicht die Saison. Für die erste Nacht müssen wir allerdings oben auf dem Hügel stehen, weil unten am Strand alles belegt ist. Wir teilen uns den Platz mit einem Einheimischen und einer Japanerin – ein Pärchen, das seit zwölf Jahren in Malawi lebt und gerade ein paar Tage Urlaub macht. Unten stehen ein LKW aus Österreich, ein Schweizer Defender und ein Auto mit Dachzelt aus Südafrika. Alle sind unglaublich nett, und wir fühlen uns direkt wohl.

    Am nächsten Tag reisen die Südafrikaner und die Schweizer ab, und wir können nach unten an den Strand umziehen. Jetzt stehen wir direkt neben den Österreichern, ganz vorne am Wasser. Marie buddelt glücklich im Sand und spielt stundenlang. Baden gehen wir im See allerdings nicht. Hier gibt es diesen Parasiten – Bilharziose –, und auch wenn das Risiko angeblich gering sein soll, ist es ausgerechnet an diesem Teil des Sees besonders hoch. Tabletten gäbe es schon zur Behandlung, aber wir sind uns unsicher. Zum Glück gibt es hier einen schönen, erfrischenden Pool, den wir stattdessen nutzen. Auch Marie hat daran großen Spaß.

    Wir bleiben insgesamt zwei Nächte und genießen die Zeit. Das Wetter ist fantastisch. Wir unterhalten uns viel mit den Österreichern, einem älteren Paar, das immer wieder nach Afrika kommt, aber ihr Fahrzeug zwischendurch in Afrika einlagert und zurück nach Hause fliegt. Wir verbringen die Tage in der Hängematte, entspannen, lassen uns treiben. Marie schaukelt fröhlich in ihrer Schaukel. Wir kommen zur Ruhe – zwei volle Tage lang –, bevor es dann wieder weitergeht auf unserer Reise.
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