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- Day 457
- Wednesday, November 19, 2025 at 11:21 AM
- ⛅ 32 °C
- Altitude: 505 m
MalawiKaronga9°35’33” S 33°46’32” E
Grenzchaos zwischen Malawi und Tansania
November 19 in Malawi ⋅ ⛅ 32 °C
Schon von Weitem sehen wir, dass die Unruhen vor ein paar Wochen ihre Spuren an der Grenze zu Tansania hinterlassen haben: kilometerlange LKW-Schlangen, Fahrer in der flirrenden Hitze. Hier steht der Treibstoff in den LKW Tanks, der in Malawi und Sambia so dringend gebraucht wird. Zum Glück dürfen wir vorsichtig an den wartenden Trucks vorbeifahren, auch wenn alles chaotisch wirkt – Menschen, Rufe, Fahrzeuge kreuz und quer.
Ein kleines Häuschen übersehen wir zunächst komplett, weil ein LKW davorsteht. Dort bekommen wir unseren Malawi-Ausreisestempel. Marie schläft, doch der Beamte will uns alle sehen, also müssen wir sie leider wecken. Für das Auto ist eigentlich Customs zuständig, aber der Schalter ist leer – der Beamte ist „wegen Reinigung“ nicht da. Eine freundliche Frau nimmt schließlich unsere Dokumente und erledigt es für uns.
Auf tansanischer Seite wirkt alles moderner. Wir parken im Halbschatten und gehen hinein. Das Online-Visum, das wir vor zwei Tagen beantragt haben, ist nicht genehmigt. Die Beamten bemühen sich, erreichen niemanden, und so kaufen wir ein Transitvisum für 30 Dollar pro Person. Wieder Formulare, wieder Warten.
Dann kommt Customs – und das eigentliche Chaos beginnt. Überall Menschen in sauberen Hemden, Fixer für die LKWs. Einer spricht uns sofort an, aber wir wollen das nicht. Hinter dem Schalter sitzen sechs gelangweilte Beamte. Jens soll den Prozess online machen. Doch dafür bräuchte man Log-ins und Codes, die nur Fixer haben. Selbst die Website öffnet sich erst, als Jens sein VPN auf Mexiko stellt.
Über eine Stunde klickt er sich durch ein langsam reagierendes System. Bezahlen müsste man eigentlich bei Banken in Dollar und in Schilling – außerhalb des Grenzbereichs. Schließlich zahlt ein Fixer über seine App und wir zahlen ihn in unseren restlichen Malawi Kwacha. Das klappt zumindest.
Der Prozess hängt erneut. Der Beamte weiß auch nicht weiter und ruft selbst einen Fixer. Die Beamten kennen ihre eigenen Abläufe nicht – alles ausgelagert, alles absurd. Endlich ist der Vorgang abgeschlossen. Jens muss nur noch drucken. Genau dann fällt der Strom aus. Wir warten wieder. Als das Licht zurückkommt, ruft Jens lachend in die Runde: „Power is back!“ – und alle lachen mit.
Nach fünf Stunden sind wir endlich durch. Marie ist hungrig und erschöpft, wir auch. Wir fahren zum nächsten Wildcampplatz, essen eine Kleinigkeit, checken eMails und stellen fest, dass wir nun unsere Onlinevisas erhalten haben. Müde fallen wir ins Bett und stellen fest, dass es ziemlich kalt ist. Kein Wunder, denn wir befinden uns auf 2000 Höhenmetern. Als wir die warme Decke rausgeholt haben, schlafen wir schnell ein.Read more

Traveleroh je, oh je. Das war ja noch schlimmer als bei der Einreise (nach Malawi).