• Abreisetag Sansibar und Autoprobleme

    January 7 in Tanzania ⋅ ☁️ 30 °C

    Der Wecker klingelt um 3:55 Uhr. Draußen ist es stockdunkel, drinnen sind wir müde. Die Nacht ist kurz und heiß, der Schlaf unruhig. Wir kochen Tee und Kaffee, Marie schläft noch ein wenig weiter. Regina weckt Peter, dessen Wecker falsch eingestellt ist. Um 4:45 Uhr packen wir das Auto ein letztes Mal und fahren los Richtung Flughafen.
    Die Straßen sind zunächst leer, füllen sich dann langsam. Männer gehen zum Morgengebet in die Moschee, später tauchen Motorräder, Fahrräder und Fußgänger auf, oft ohne Licht. Konzentration ist alles. Um 5:45 Uhr erreichen wir den Flughafen und verabschieden uns herzlich von Maria, Peter und Sebastian, die nach Frankfurt fliegen. Für uns geht es weiter zum Fährterminal.
    Dort beginnt das Chaos. Parkplätze sind blockiert, Menschenmassen drängen durcheinander, Gepäck liegt überall. Ein Träger hilft uns, doch vor dem Terminal stauen sich die Menschen. Drei Fähren legen gleichzeitig ab. Hitze, Gedränge und lautes Rufen. Marie kommt auf Reginas Arm, es ist zu eng und zu wuselig. Kurz verlieren wir uns sogar aus den Augen. Gepäck hier, Tickets dort. Alles fühlt sich hektisch und unübersichtlich an.
    Nach viel Warten und Drängen gelangen wir hinein und stehen erneut in einer überfüllten Halle. Mehrmals landen wir in der falschen Schlange. Die Hitze und die Gerüche setzen uns zu, Regina wird übel. Schließlich bestätigt man uns, dass wir richtig sind.
    Die Brücke zur Fähre wackelt im Wind, das Schiff schaukelt stark. Alle halten sich fest. Mit Hilfe schaffen wir es an Bord und ergattern im klimatisierten Innenraum drei nebeneinanderliegende Sitze. Regina nimmt sofort eine Tablette gegen Übelkeit und schließt die Augen. Marie dagegen liebt das Auf und Ab.
    Um 7:15 Uhr legt die Fähre ab. Als Katamaran liegt sie ruhiger im Wasser und das Schaukeln wird erträglicher. Kurz vor 9:00 Uhr erreichen wir Daressalam. Beim Aussteigen gibt es wieder Gedränge und Hitze und Chaos, doch diesmal bleiben wir zusammen. Träger helfen uns mit dem Gepäck, Marie bleibt ruhig und gelassen. Sie macht das großartig.

    Ein Taxi bringt uns zum Sprinter. Wir laden aus, verstauen neu und trinken kurz etwas. Dann leuchtet die Batteriewarnlampe auf. Die Diagnose ist schnell klar. Die Lichtmaschine lädt nicht. Eigentlich stand unser Sprinter bei dem Hotel ganz gut, aber nicht nur die Lichtmaschine hat nun einen Schaden, sondern auch ein Reifen hatte zwischendurch einen Platten. Der Manager des Hotels organisierte einen Reifenservice zur Reparatur. Wie sich herausstellte, war das Ventil defekt. Wir gehen anhand von Kratzspuren davon aus, dass Hunde oder Katzen am Ventil rumgebissen haben, denn beim Abstellen des Sprinters war noch alles in Ordnung. Jetzt kommt noch das Lichtmaschinenproblem mit unerklärlicher Ursache hinzu.

    In einer Werkstatt finden wir zwar einen erfahrenen Mercedes Mechaniker, doch ein Ersatzteil ist schwer zu bekommen.
    Während Jens sich um das Auswuchten der Hinterräder und um das Problem mit der Lichtmaschine kümmert, ziehen Regina und Marie sich in einen klimatisierten Raum zurück. Zwei Stühle werden zusammengeschoben, Marie schläft sofort ein, fast zwei Stunden lang. Regina döst mit und hofft, dass sich eine Lösung findet. Ein neues Ersatzteil ist nicht verfügbar und ein gebrauchtes ist zu teuer, wir lehnen ab und fahren zurück zum Hostel.
    Unterwegs kommen wir an einem kleinen European Spareparts Shop vorbei. Jens versucht sein Glück und tatsächlich erscheint zehn Minuten später Jerry, der Chef, persönlich. Er kommt in einem schnittigen BMW an, trägt Mercedes Benz Outfit und bietet an, die Lichtmaschine in seiner Werkstatt instand setzen zu lassen. Ein echter Glücksfall. Jerry betreibt mehrere Werkstätten, ist Content Creator und lädt uns während der Reparatur in sein Stammlokal ein. Durch ihn bekommen wir ein viel positiveres Bild von Tansania.

    Am nächsten Morgen ist der Sprinter wieder fahrbereit. Nach dem Frühstück in einem türkischen Café bringt uns ein Tuktuk zur Werkstatt. Wir machen eine ausgiebige Testfahrt durch sehenswerte Stadtteile von Daressalam. Als wir zurückkommen, erwartet uns Jerry bereits mit seinem Kameramann und bittet Jens, unsere Reise und den Sprinter für seine Follower vorzustellen. Natürlich machen wir das gern.
    Wir bezahlen 150 US Dollar für die Reparatur, erledigen noch die nötigen Einkäufe und verlassen erst am Nachmittag die Stadt. Müde, aber glücklich sind wir endlich wieder unterwegs.
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