Wadi Hawer
February 14 in Oman ⋅ ☀️ 19 °C
Ein Wadi ist im Oman ein trockenes Flussbett, das sich tief durch die Landschaft zieht und in dem sich nach Regen oder durch Quellen glasklare Wasserbecken bilden. Diese grünen, kühlen Oasen wirken wie kleine Wunder inmitten der kargen Berge und genau so einen Ort wollen wir im Wadi Hawa entdecken.
Die Zufahrt dorthin führt durch eine enge Felsschlucht. Autos stecken fest, es gibt nur eine Spur und kein Ausweichen. Als wir mittendrin stehen, bleibt uns nichts anderes übrig, als mühsam zurückzusetzen. Spontan entscheiden wir uns mit Jerome und Leslie für einen anderen Platz im Flussbett. Dort stehen wir wunderschön mit weitem Blick auf die Stadt. Am Abend machen wir ein Lagerfeuer, im Dutch Oven schmort das Essen, Hähnchen liegt auf dem Grill, und wir sitzen lange zusammen, bis die Dunkelheit kommt.
Am nächsten Morgen erreichen wir problemlos das Wadi. Neben einem klaren Wasserloch stehen Peter und Marion. Wir baden, waschen Wäsche und geniessen den Vormittag. Eine Schweizer Familie kommt dazu, und zwischen Lino und Marie entsteht sofort eine tiefe Freundschaft. Sie spielen am Wasser, hören gemeinsam Geschichten und verschwinden immer wieder lachend im Camper. Wir bleiben noch eine Nacht.
Schon am Tag zuvor sind wir in die Schlucht hineingeklettert. Über Felsen, durch knietiefes Wasser und an einer Stelle mit Steigeisen und Ketten arbeiten wir uns hinein. Dann versperrt ein Pool den Weg und wir schwimmen durch eine schmale Felsspalte weiter. Das Wasser ist kühl, die Steine glitschig, aber Marie meistert alles tapfer. Hinter der nächsten Biegung wartet ein Wasserfall mit einem tiefen Becken. Jens springt vom Felsen, Regina klettert mit Marie hinunter, später springt auch sie ins Wasser. Wir schwimmen, lachen und staunen über diesen traumhaften Ort, bevor wir uns wieder auf den Rückweg machen.
Zurück am Stellplatz vergeht die Zeit mit Spielen der Kinder, Gesprächen und kleinen Begegnungen. Ein dänisches Paar erzählt von seinem Leben unterwegs, und Jens repariert mit leuchtenden Augen noch das Schnarchgerät eines Reisenden.
Der Abschied von Lino fällt schwer. Die beiden stehen sich am Morgen gegenüber, erst am Fenster, dann in den Armen, und Marie weint, als wir losfahren müssen. Langsam verlassen wir das Flussbett und nehmen das Gefühl mit, für ein paar Tage an einem ganz besonderen Ort zuhause gewesen zu sein.Read more

















TravelerJa, wunderschön war es dort. Ganz liebe Grüße von uns beiden, besonders an Mariechen 🥰