• Saudi Arabien lässt uns schmoren

    March 3 in Saudi Arabia ⋅ 🌬 21 °C

    Wir sind erleichtert, als wir nach gut 4 std. Fahrt von Abu Dhabi die Grenze zu Saudi Arabien erreichen. Es ist kurz vor 17 Uhr. Zunächst fahren wir den anderen Autos hinterher, doch schnell merken wir, dass die Abläufe hier nicht für Overlander mit eigenem Fahrzeug gemacht sind. Alles ist auf Pendler zwischen Oman und den Vereinigten Arabischen Emiraten ausgelegt. Weil wir unser Zollpapier (CDP) abstempeln müssen, schickt uns die freundliche Beamtin wieder zurück zu Customs.

    Also fahren wir mit Warnblinkanlage entgegen der Fahrtrichtung zurück, suchen die richtige Abzweigung und landen schließlich im Bereich für Busse. Jens geht allein hinein, denn für die Zollabfertigung braucht man nur den Reisepass des Fahrers und die Fahrzeugpapiere. Während andere schnell wieder herauskommen, bleibt er verschwunden. Erst nach über einer Stunde kehrt er zurück. Niemand fühlte sich zuständig, er wurde mehrfach weitergeschickt und musste sogar in ein anderes Gebäude wechseln, bis endlich der richtige Stempel gesetzt war. Erste Hürde geschafft.

    Auf der saudischen Seite läuft es zunächst überraschend gut. Unser Visa on Arrival ist innerhalb von fünfzehn Minuten erledigt. pro Person 100 US-Dollar müssen wir zahlen. Das ist echt heftig! Danach folgt die Fahrzeugabfertigung. Wegen unseres deutschen Kennzeichens dauert alles länger, und zusätzlich ist Sonnenuntergang im Ramadan. Viele machen gerade Pause zum Fastenbrechen, sodass sich die Wartezeiten deutlich verlängern. Jens muss nochmal zum Manager ins Gebäude. Anschließend wird der Sprinter kontrolliert, gefragt wird nur nach Schweinefleisch und Alkohol. Nichts davon haben wir. Anschließend müssen Regina und Marie in einen Warteraum für Frauen, während Jens mit dem Auto durch den Scanner fährt. Wir glauben schon, es danach geschafft zu haben, doch am Ausgangscheck beginnt ein absurdes Hin und Her. Mehrfach werden wir wieder zurückgeschickt, weil angeblich noch etwas fehlt. Erst ist es die Versicherung. Jedes Mal müssen ganze Autoschlangen rückwärtsfahren.

    Nach einer kurzen Suche finden wir das Versicherungsbüro, schließen eine Haftpflichtversicherung ab und stellen uns erneut am Ausgangscheck an. Nun heißt es wieder zurück zum Scanner. Unser Motorraum wird kontrolliert, der Warmwasserboiler sorgt kurz für Verwirrung, dann heißt es: alles okay.
    Wir fahren wieder in die Ausgangschlange. Immer wieder müssen wir etwas zurücksetzen, weil auch andere Autos zurückgeschickt werden. Wir machen noch Scherze darüber und freuen uns schon, dass wir es geschafft haben. Als wir wieder an der Reihe sind, macht Jens einen Scherz „ every good Things are three“ (dt. Alle guten Dinge sind drei) Regina muss lachen. Aber dann vergeht ihr schnell das Lachen, denn wir werden noch einmal zum Scanner geschickt. Nach nun über vier Stunden Grenzprozess verliert Regina die Geduld und schimpft die Männer an. Sie ist hungrig. Die Grenzbeamten versuchen Sie zu beruhigen. Sie hatten vergessen das elektronische „OK“ zu geben. Beim vierten Anlauf fahren wir an der Warteschlange des Ausgangschecks vorbei und fordern den Grenzbeamten auf endlich die Schranke zu öffnen. Und nun öffnet sich tatsächlich die Schranke. Der Beamte lacht, wünscht uns gute Fahrt und schenkt uns zum Abschied sogar eine Packung Kekse.

    Erleichtert verlassen wir die Grenze, tanken noch Diesel für etwa 0,40 € pro Liter und fahren anschließend eine halbe Stunde in die Wüste hinein. Dort finden wir einen ruhigen Übernachtungsplatz und sind einfach nur froh, es endlich geschafft zu haben.
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