• Schnorcheln am letzten Tag in Saudi

    March 23 in Saudi Arabia ⋅ ☁️ 18 °C

    Bevor wir die Grenze übertreten, fahren wir noch einmal zu einem Schnorchelspot am Roten Meer in Saudi-Arabien. Der Platz soll besonders schön sein, doch leider liegt überall Müll herum, was die Freude etwas trübt. Am Nachmittag kommen wir an, genießen trotzdem die Ruhe und einen wunderschönen Sonnenuntergang.

    Während es langsam dunkel wird, hören wir immer wieder entfernte Geräusche von Raketen, Drohnen und Detonationen auf der anderen Seite des Meeres. Israel ist nicht weit entfernt, und ein leicht mulmiges Gefühl bleibt. Später geht Jens noch einmal hinaus und ruft mich. Am Himmel schwebt ein intensiv blau leuchtendes Licht, das sich langsam verändert und nach einigen Minuten plötzlich verschwindet. Wahrscheinlich handelt es sich um ein atmosphärisches Leuchten durch Raketenabgase in großer Höhe, die vom Sonnenlicht angestrahlt werden und dadurch kurz geheimnisvoll aufleuchten.

    Am Abend werden wir schließlich vom Grenzschutz weggeschickt. Übernachten an der Küste ist hier nicht erlaubt. Also fahren wir ins Gebirge, finden zunächst keinen Empfang und schließen uns schließlich vier ungarischen Fahrzeugen an, die am Straßenrand stehen. Ein kurzes Gespräch, dann fallen wir alle müde ins Bett.

    Am nächsten Morgen sind sie schon weitergezogen. Wir fahren noch einmal zurück zum Schnorchelspot, doch wieder gibt es Diskussionen mit dem Grenzschutz. Erst sollen wir gehen, dann dürfen wir plötzlich doch bleiben. Die Regeln wirken wechselhaft und etwas rätselhaft.

    Nach dem Frühstück springt Jens ins Wasser und kommt begeistert zurück. Also gehen wir alle hinein. Jens und ich schnorcheln gemeinsam, während Marie auf ihrer Schwimmnudel zwischen uns durchs Wasser gezogen wird. Das Korallenriff ist wunderschön, die Fische bunt und lebendig, auch wenn Fischerleinen zwischen den Korallen hängen.

    Kaum sind wir wieder an Land, holt der Grenzschutz alle Badegäste aus dem Wasser. Offenbar ist Schwimmen nun doch nicht erlaubt. Wir hatten also Glück.

    Wir packen zusammen, verabschieden uns innerlich und fahren Richtung Grenze. Saudi-Arabien überrascht uns. Auf den Straßen fahren viele aggressiv und rücksichtslos, doch außerhalb der Autos erleben wir große Freundlichkeit und Gastfreundschaft, besonders gegenüber Familien mit Kindern. Das Land zeigt sich vielseitig: kühle Bergregionen mit grünen Landschaften ebenso wie heiße Küsten und Wüsten.

    Mit vielen Eindrücken sagen wir schließlich: Tschüss Saudi-Arabien. Ein spannendes, unerwartet vielfältiges Land – wäre da nicht die spürbare Unruhe im Nahen Osten.
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