• Petra - Ein kulturelles Erbe

    Mar 29–31 in Jordan ⋅ 🌬 15 °C

    Um nach Petra zu gelangen, fahren wir stetig bergauf. Die Straße windet sich höher und höher, bis wir schließlich über 1.000 Meter über dem Meeresspiegel erreichen. Petra liegt bewusst versteckt in den Bergen. Vor mehr als 2.000 Jahren errichteten die Nabatäer hier ihre Stadt, geschützt zwischen Felsen und ideal gelegen an wichtigen Handelsrouten für Weihrauch, Gewürze und Seide. Mit ausgeklügelten Wasserleitungen schufen sie mitten in der Wüste eine blühende Metropole.

    Am Nachmittag parken wir unser Auto und erkunden nur kurz die Umgebung. Rein wollen wir erst am nächsten Tag. Leslie und Jerome sowie die französische Familie sind bereits unterwegs in Petra. Abends treffen wir uns alle wieder, sitzen noch zusammen und unterhalten uns, bevor es schnell kühl wird und jeder sich in seinen Camper zurückzieht.

    Am nächsten Morgen starten wir entspannt. Der Weg führt durch den Siq, eine schmale Felsschlucht mit hohen Wänden, bis sich plötzlich der Blick öffnet und die Treasury erscheint. Die Schatzkammer ist beeindruckend, direkt in den Felsen gemeißelt. Es ist fast Menschenleer, aufgrund der aktuellen Situation. Das ist wahrscheinlich einmalig. Trotz dicker Jacken friert Regina bei etwa 12 Grad ständig, denn die Sonne zeigt sich nicht.

    Wir erkunden weiter Petra, laufen zu den Königsgräbern, schauen in Höhlen und klettern über Felsen. Für Marie ist alles ein riesiger Abenteuerspielplatz. Später treffen wir die französische Familie bei Tarek, einem Beduinen der ein kleines Lokal betreibt. Bei Tee und späterem Mittagessen erzählt er von seinem Leben und von Jordanien. Als Regen einsetzt, sitzen wir alle gemeinsam im Trockenen, trinken Tee und unterhalten uns.

    Der Rückweg wird für Marie schließlich anstrengend. Ein Reiter bietet Hilfe an, und so reiten Regina und Marie gemeinsam zurück, während Jens läuft. Kurz vor dem Auto beginnt es wieder zu regnen, und wir machen es uns am Abend im Camper gemütlich.

    Am nächsten Morgen starten wir unsere zweite Petra-Tour über den Hintereingang. Nach etwas Wartezeit bringt uns ein Shuttle nach Little Petra und ein 4x4 weiter zum Startpunkt der Wanderung. Der Weg zum Kloster ist anstrengend, doch Regina malt unterwegs kleine Pfeile und Nachrichten auf Steine, damit Marie motiviert bleibt. Die Idee funktioniert perfekt.

    Nach etwa anderthalb Stunden erreichen wir die Monastery. Sie ist noch größer als die Schatzkammer, wirkt gewaltig und ist fast menschenleer. Nur eine weitere deutsche Familie ist dort. Ein besonderer Moment, denn normalerweise ist Petra hier voller Besucher.

    Bei Sonnenschein steigen wir später die vielen Stufen hinunter, sammeln bunte Steine, besuchen weitere Ruinen und treffen unterwegs sogar bekannte Gesichter wieder. Noch einmal sitzen wir bei Tarek, trinken Kaffee mit der deutschen Familie, während Marie mit den Kindern spielt.

    Am Ende läuft Marie den gesamten Rückweg allein durch ganz Petra und wieder durch den Siq bis zum Ausgang. Müde, aber glücklich erreichen wir das Auto. Petra beeindruckt uns nicht nur durch seine Bauwerke, sondern vor allem durch seine Atmosphäre, die Begegnungen und das Gefühl, an einem ganz besonderen Ort gewesen zu sein.
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