You no go Irak
Apr 4–5 in Jordan ⋅ ☀️ 18 °C
Wir sind aufgeregt, denn heute steht der wichtigste Grenzgang unser Reise bevor. Durch den Krieg zwischen USA, Israel und dem Iran ist die Sicherheitslage im mittleren Osten sehr angespannt. Das drückt auf unsere Stimmung und der Weg hier raus führt uns durch den Irak, dessen Sicherheitslage sich zunehmend verschlechtert.
Trotz des nächtlichen Verhörs durch das Militär sind wir recht früh wach und fühlen uns wie überfahren. Der Plan steht. Wir wollen heute in den Irak einreisen, solange es noch möglich ist. Nach einem langsamen Start fahren wir gegen elf Uhr los und erreichen kurz nach zwölf die Grenze.
Die Ausreise aus Jordanien läuft erstaunlich schnell. Ein Helfer unterstützt uns beim Bezahlen, der Zoll schaut kurz ins Auto, dann sind wir schon durch. Die Erleichterung ist groß. Auf der irakischen Seite beginnt das Warten. Ein Spürhund kontrolliert die Autos, dann geben wir unsere Pässe ab. Es zieht sich.
Wir werden hin und her geschickt. Zum Zoll zur Bearbeitung der Fahrzeug-Zollpapiere, zurück zur Immigration, zwischendurch müssen wir eine Versicherung kaufen und Geld wechseln. Englisch spricht kaum jemand, wir verständigen uns per Übersetzungsapp. Die Stunden vergehen. Wir warten, kochen uns etwas und trinken Kaffee. Um uns herum geht alles schnell, nur wir stehen still.
Dann kommt plötzlich Unruhe auf. Ein Beamter bringst uns nach draußen. Er hat aber nur einen Teil der Pässe und ein Schreiben dabei. Unsere Pässe fehlen. Die Franzosen müssen folgen, wir bleiben verständnislos zurück.
Wir warten weiter. Immer wieder fragen wir nach unseren Pässen und werden immer wieder vertröstet. Es wird dunkel, die Grenze ist menschenleer. Irgendwann reicht es uns. Regina geht zu den Beamten ins Büro hinein. Sie sitzen da, rauchen und genießen die Zeit. Wir fühlen uns nicht ernst genommen und bestehen nachdrücklich darauf, unsere Pässe zurückzubekommen. Wir stressen herum und geben nicht nach.
Schließlich die Bestätigung durch den Beamten. Er spricht "You no go Iraq!" und Wiederholt es nachdrücklich. Ein Beamter bringt uns später zu unseren Freunden. Wo wir etwas zu essen bekommen haben. Es ist inzwischen 21 Uhr. Wir sind seit 9 Stunden hier und haben unsere Passports immer noch nicht zurück. Marie ist fertig, wir sind fertig. Total KO fällt Marie ins Bett. Jens schläft auch ein wenig.
Um 23:30 Uhr klopft es dann am Sprinter. Wir müssen los. Wir werden alle zusammen zur jordanischen Grenze eskortiert, welche für uns geöffnet wird. Alles wird noch einmal kontrolliert, wir müssen erneut bezahlen. Dann sind plötzlich wieder zurück in Jordanien. Zurück auf los, Müde und frustriert. Wir haben für die Irak Visa, Jordaniens Aus- und Einreise und die Versicherungen für den Irak und die Türkei ca. 550 Euro ausgegeben und sind nach 12 anstrengenden Stunden keinen Schritt weiter gekommen.
Da wir nicht noch einmal im Grenzgebiet schlafen wollen, fahren wir noch eine Stunde durch die Nacht und kommen gegen 1 Uhr am Hotelparkplatz an. Wir fallen ins Bett und können kaum glauben, was passiert ist. Der Tag fühlt sich unwirklich an. Marie hat tapfer durchgehalten, doch die Anspannung steckt uns allen in den Knochen.
Jetzt stehen wir wieder im Krisengebiet und müssen eine Alternative finden, um die arabische Halbinsel zu verlassen damit wir uns wieder sicher fühlen können.Read more












TravelerWünsche euch viel Kraft! 😳
Traveler👍
TravelerHabt ihr beobachtet, ob andere Nicht-Iraker in den Irak einreisen konnten / durften?
TravelerEin Australia wurde ebenfalls abgewiesen.