Regen again, und das Ende der Welt
July 20, 2025 in England ⋅ 🌧 14 °C
OLD ING (HORTON IN RIBBLESDALE) 22:30 Uhr * Heute gibt es nur einen kurzen Blog, morgen mehr. Ich bin ganz schön müde.
Heute Morgen bin ich aus Whitby aufgebrochen, ich habe es geschafft um 9:15 Uhr loszukommen, sehr gut. Das Wetter war sehr schön sonnig, leichter Wind, kaum Wolken am Himmel. Also mein übliches Wetter für die Autofahr – Tage… Ich fand das heute aber gar nicht so schlimm, denn ich hatte mir noch eine lange Tour vorgenommen.
Am kurz vor zwölf bin ich in Gunnerside im Swaledale angekommen, in den Yorkshire Dales. Die Yorkshire Dales sind ein weiterer Nationalpark hier oben in Nord-England.
Die Tour hatte ich in meinem Wanderführer gefunden, und sie war als TOP beschrieben. Sie wäre bestimmt auch top gewesen, wenn – das Wetter so geblieben wäre wie bei der Anfahrt. Als ich um zwölf los ging, war es bedeckt, nach 1 Stunde fing es an zu Nieseln, immer wieder, das ging dann in Regen über, und am Nachmittag regnete es durchgehend. Ich war fast 7 Stunden unterwegs, die Tour war nicht extrem lang, circa 19 km, und auch nur 450 Höhenmeter. Sie war aber technisch anspruchsvoll, weil es sehr oft über unebenes Gelände ging, durch die Nässe waren Wurzeln, Steine und Erde rutschig. Da alles nass war, konnte ich mich im Grunde genommen nirgendwo hinsetzen und Pause machen. Tea Rooms oder Pubs gab es leider nicht auf der Strecke. Irgendwie hat sich das dann sehr gezogen, gegen Ende wollte ich einfach nur noch zum Auto zurück. Im Grunde genommen war die Strecke für das Wetter viel zu lang. Ich bin mal gespannt wie die Fotos geworden sind. Das iPhone ist auch nass geworden, und irgendwann habe ich gemerkt, dass ich einen Schmierfilm auf der Linse hatte.
Im Auto habe ich dann trockene Schuhe angezogen, auch die nasse Jacke etc. aus, und die Heizung voll aufgedreht. Ich hatte noch circa 1 Stunde Autofahrt vor mir, ständig über Nebenstrecken, mitten durch den Nationalpark durch. Ich bin dabei auch die Cliff Gate Road gefahren. Die Cliff Gate Road gilt als die spektakulärste Straße Englands, es ist ein Bergpass mit tollen Aussichten, mitten durch die Hochebenen. Obwohl es ständig geregnet hat, habe ich auch zwei-, dreimal angehalten und Fotos gemacht, eine Freude war das aber nicht, es war sehr kalt dort oben.
Als ich mich dann meinem Ziel näherte, hörte es auf zu regnen – einerseits nett, andererseits dachte ich mir: Hallo, warum nicht früher?
Mein Quartier heute und für die beiden folgenden Nächte ist etwas ganz Besonderes, und ein großer Unterschied zu meinem letzten Quartier in Whitby, wo ich superzental war: ich bin auf einer Farm, quasi am Ende der Welt in den Yorkshire Dales, der nächste Ort, Horton in Ribbleshead, ist 5 km entfernt. Es gibt nur eine einzige Zufahrtsstraße, die auch wiederum kaum breiter als mein Auto ist. Um hierher zu gelangen, musste ich einige Verbotsschilder ignorieren (als Anlieger durfte ich das) und zum Ende durch einen aktiven Bauernhof fahren, einschließlich Tor auf, durchfahren, Tor zu, etc.
Die Wirtin, Rachel, ca. Mitte 50, ist wirklich sehr nett, es ist ihr Privathaus, sie vermietet sonst hauptsächlich an Wanderer, die die Three-Peak-Challenge machen, ich erzähle morgen, was das ist. Das hier ist schon wirklich eher ein privates Bed & Breakfast, allerdings ohne Breakfast, die Lebensmittel musste ich mir selbst mitbringen. Wir teilen uns die Küche, und ich habe meine Sachen zum Trocknen in ihrer großen Werkstatt aufgehängt.
Ich freue mich sehr, hier in dieser totalen Einsamkeit gelandet zu sein. Ich hatte so etwas vorgehabt, und es hat geklappt. Eine solche Gegend wie diese hier sehe ich normalerweise nur als Wanderer, beim Durchgehen. Und jetzt bin ich mittendrin. Tatsächlich führt auch ein wichtiger Fern-Wanderweg, der Pennine Way, fast direkt am Anwesen vorbei.
Mehr morgen, mein Tag war anstrengend, ich schlafe jetzt.
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(Nachtrag am nächsten Morgen, 8:30 Uhr): Ich habe gut geschlafen, wie denn auch noch so einem anstrengenden Tag. Gerade habe ich die Komoot – Wanderung editiert, und alle Fotos durchgeschaut. Im Nachhinein sieht es natürlich halb so schlimm aus. Die Wanderung ist wirklich toll, die Landschaft sehr vielfältig, und auch wirklich schön, jeder Teil für sich. (75 pic/km - neuer Rekord). Nur das mit dem Regen – das muss ich noch mal besser managen.
Die Wanderung auf Komoot: https://www.komoot.com/de-DE/tour/2423093842?re…
Heute gehe ich auf den Pen-y-ghent, einen der Three Peaks. Ich starte direkt vom Quartier, und bin sehr gespannt, wie die Landschaft hier überhaupt aussieht. Gestern war ich kurz vor dem Ziel nur noch auf Ankommen fixiert - müde, nass und voller anderer Eindrücke.Read more










