• Wasserfälle und eine Eisenbahnbrücke

    July 22, 2025 in England ⋅ ☁️ 13 °C

    OLD ING (HORTON IN RIBBLESDALE) * Heute versuche ich, den Blog tatsächlich mal kurz zu machen, es ist schon 22:50 Uhr.

    Für heute war Regen vorhergesagt, das hat mich nicht motiviert eine größere Tour in Angriff zu nehmen. Ich bin mit dem Auto zwei Orte angefahren, die ich in meiner Yorkshire – To Do Liste hatte, zum einen das so genannte Ribbleshead-Viadukt, eine alte gemauerte Eisenbahnbrücke, mehrere Hundert Meter lang, die in einem leichten Bogen über ein Tal hinweg geht. Es ist ganz in der Nähe, und war sowieso auf dem Weg zum zweiten Ziel. Auf den Fotos im Internet sah es toll aus, in der Wirklichkeit eher ernüchternd. Naja. Ne Brücke halt. Toll.

    Danach bin ich zu einem eher touristischen Highlight weitergefahren, dem so genannten Ingleton Waterfalls Track. Hier gibt es zwei Felsbäche mit Wasserfällen. Das Ganze ist auf Privatgelände, man kann dann eine Rundtour von circa 6 km gehen. Also auch eine kleine Wanderung. Der Unterschied ist: der Pfad ist absolut nicht zu verfehlen, und ist es einer Einbahnstraßenregelung. Und: es kostet Eintritt, genau genommen elf britische Pfund. Also recht ordentlich. Zu sehen gibt es dafür insgesamt sieben Wasserfälle, die teilweise tatsächlich auch sehr eindrucksvoll sind. Die Täler in denen die Felsbäche verlaufen sind schön, zwischendurch läuft man ein bisschen über die Hochebene (oben stand dann in der Mitte der Tour zufälligerweise ein Eiswagen, auch wieder mitten im Nichts, leicht surreal). Ansonsten gibt es wenig touristische Infrastruktur, außer am Start. Es waren viele Familien unterwegs, oder ältere Ehepaare – touristisch halt. Ansonsten habe ich den Besuch in der kleinen Stadt Ingleton genutzt, um Besorgungen zu machen, unter anderem einzukaufen.

    Faszinierend ist für immer ist für mich immer noch die Zufahrt zu diesem entlegenen Quartier. Eine fast 5 km langer einspurige Straße, dann Tore mit reichlich Verbotsschildern, und dann ein nur grob befestigter Wanderweg, den ich legal mit dem Auto befahren darf. Faszinierend. Geländewagen-Feeling. Ich habe sowohl auf dem Hin- als ich dem Rückweg reichlich Fotos und Videos gemacht

    Bereits gestern habe ich mein Quartier ab morgen für die nächsten Tage gebucht – ich bin dann tatsächlich im Lake District. Der grobe Plan, den ich mir in Deutschland bereits gemacht hatte, geht tatsächlich auf. Der Lake District ist die gebirgigste Gegend in England, und gilt als landschaftlich am reizvollsten. Hier ist auch der Scafell Pike, mit 978 m der höchste Berg in England. Wohlgemerkt England, Schottland hat noch den Ben Nevis mit 1.345m.

    Das klingt für deutsche Ohren alles nicht besonders hoch und eher harmlos. Hier vor Ort fühlt sich das aber komplett anders an, bereits der Pen-y-ghent mit etwas über 600 m Höhe ist bei schlechtem Wetter definitiv etwas für Fortgeschrittene.

    Ich bin im Lake District in einer Jugendherberge, die vermieten auch so genannte Private Rooms, die man dann selber mit mehreren Leuten belegen kann. Ich habe einfach einen Private Room für zwei Personen gebucht, und belege den alleine. Ist auch nicht teurer als ein Zimmer in einem Hotel, und ich glaube es ist für mich ganz interessant, auch andere Wanderer kennen zu lernen.

    Rachel, die Gastgeberin in meinem aktuellen Quartier, habe ich erst heute Abend gesehen, sie kam um circa 20:00 Uhr nach Hause, hatte ihre Familie besucht, und war ziemlich erschöpft. Aber nicht zu erschöpft, um sich nicht noch circa 2 Stunden mit mir zu unterhalten. Sie macht die Vermietung ihrer beiden Fremdenzimmer erst seit März diesen Jahres, und sammelt noch Erfahrungen. Sehr oft hat sie Leute nur für eine Nacht da, das sind dann Wanderer, die den Pennine Way (den benachbarten Fernwanderweg) laufen, oder die die Three Peak Challenge machen. Heute Abend sind auch zwei weitere Gäste gekommen, zwei Jungs circa Mitte 20, sehr kräftig gebaut, die morgen die Three Peak Challenge machen. Wir haben alles Gute gewünscht dazu!

    Rachel ist eine sehr gute Gastgeberin gewesen, ich habe mich hier wohl gefühlt. Es hat sich für mich wirklich gelohnt, ans Ende der Welt zu kommen. Morgen in der Jugendherberge wird es deutlich trubeliger werden, am Samstag habe ich meinen letzten Tag im District, dann habe ich noch mal drei Tage, bis der Flieger wieder geht. Ich werde mir dann wieder etwas suchen, was deutlich ruhiger ist, um noch mal richtig Hochmoor zu genießen.

    Heute war ein Autofahrtag (da Regen vorhergesagt war), morgen wird auch wieder ein Autofahrer Tag. (Es ist ebenfalls Regen vorhergesagt, und ich will in den Lake District kommen). Apropos Wettervorhersagen: tja, entweder es regnet, oder es regnet nicht. Trotz Regenvorhersage regnet es auch häufiger mal nicht, so wie gestern und heute. Für den Lake District ist mir aber von verschiedensten Leuten dauerhafter, häufiger, und immer wieder überraschend anfangender Regen zugesagt worden. Darauf kann ich mich dann verlassen. Im Ernst - die Touren, die ich mir dort vorgenommen habe, sind die anspruchsvollsten bisher. Ich bin jetzt schon ein bisschen im Training, und hatte ja schon einige Touren, das ist auch gut so. Trotzdem brauche ich im Lake District gutes Wetter, ansonsten kann ich die interessantesten Touren nicht machen.

    Die Wanderung auf Komoot: https://www.komoot.com/de-DE/tour/2427796579?re…
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