• Königstour

    July 24, 2025 in England ⋅ 🌙 14 °C

    YHA BORROWDALE (ROSTHWAITE) * Mir ist danach den heutigen Blog so zu nennen. Königstour. Die heutige Wanderung ist gar nicht die längste, die ich bisher gemacht habe, aber an den Fotos sieht man wie unterschiedlich die Landschaften waren, durch die ich gegangen bin. Die Höhenmeter sind auch durchaus ordentlich, insbesondere weil ich den letzten Berg, den Dale Head, eigentlich gar nicht ersteigen wollte. Es war aber Superwetter, und ich hatte Zeit, und so habe ich noch einmal 200 Höhenmeter drangehängt. Einzige Einschränkung war die Fernsicht, es war ein bisschen diesig in der Ferne, ab circa 20-30 km.

    Der erste Schritt der Tour hat nicht funktioniert, ich wollte mich mit dem Bus bis zum Fußpunkt der Catbells bringen lassen, einem Höhenzug ganz in der Nähe. Der Bus kam auch, einigermaßen pünktlich, der Fahrer sagte aber die Catbells würden heute nicht angefahren werden, weil sein Bus dafür nicht geeignet ist. Der richtige Bus wäre defekt. Er könne mich aber woanders absetzen, und dann könnte ich zu den Catbells laufen. Dafür ließ er mich dann auch umsonst mitfahren.

    Das klappte soweit auch super, allerdings war dieses „dahin laufen“ über 4 km lang. Das Gute: ich wäre diese Streke sonst nie gelaufen, es ging direkt am See Derwent Water entlang, mit Landschaftsbildern, die ich bisher in England noch nirgendwo gesehen hatte. Dann ging es die Catbells hoch, das ist ein sehr touristischer Ort bis zum zweiten Gipfel. Es gibt dort zwei Anstiege, die recht steil sind. Die Sonne schien, das ist schön, aber für mich war das nicht optimal. Letztendlich war ich genauso schnell wie Familie mit kleinen Kindern, bei denen die Väter noch ein Baby zusätzlich auf dem Rücken trugen, und die Mutter nicht den Eindruck machte, als wenn sie schon jemals ein Berg hoch gestiegen wäre. Ein bisschen peinlich, aber ich habe versucht, souverän und professionell auszusehen, trotz sehr wenig überzeugender Höhenleistung. Dann bogen alle Touristen irgendwann links ab, laufen eine Rundtour, und der eigentliche Wanderweg geht geradeaus weiter, und folgt dem Bergrücken. Hier waren dann fast ausschließlich nur noch gut ausgerüstete Wandernde unterwegs, man merkte, dass man sich tatsächlich im Gebirge befand.

    Die Tour hatte ich wieder aus meinem Rother – Wanderführer, eigentlich war das eine große Rundtour, die ich variiert habe. In weiter Ferne sah ich schon die ganze Zeit den größten Berg der unmittelbaren Umgebung, den Dale Head. Ich konnte mit dem Fernglas auch sehen, dass Leute den Berg hochstiegen, und wo der Pfad war. Ziemlich langer Anstieg, ständig steil nach oben. Und mit meiner noch sehr frischen Anstiegserfahrung dachte ich bei mir die ganze Zeit: gut, dass ich da heute nicht hoch laufe.

    Irgendwann stellte ich beim Blick auf den GPX-Track fest, dass der Dale Head sehr wohl in der Tour enthalten ist…. Natürlich hätte ich das nicht machen müssen, ich hätte auch direkt zur Jugendherberge zurückgehen können, aber wie gesagt: alles passte, und ich habe es dann einfach gemacht. Es hat sich auf jeden Fall auch gelohnt. Etwas gezogen hat sich dann nur der Abstieg vom Dale Head, das war eine Stunde langweilig und stetig bergab.

    Ganz zum Ende der Tour wurde es dann noch mal interessant, mein Zielort war die Honister Slate Mine, eine aktive Schiefermine. Die kleine Ansammlung von Gebäuden sah von oben wie ein Goldgräberstädchen aus. Es gab dort auch ein Café für Touristen, einschließlich Kletterausflug-Anbieter etc. Die Preise für die Mineralwasserflaschen waren auch Goldgräberstädtchenmäßig, 2,50 GBP pro 0,5 l – Flasche. Das ist ein Spitzenwert bisher.

    Von da aus wollte ich dann wieder zur Jugendherberge zurückgehen, nochmal einige Kilometer. Als ich die Straße circa 100 m entlang gegangen war, saßen Menschen auf einer Mauer und warteten, es war aber kein Haltestellenschild vorhanden. Ich fragte die Leute und siehe da: der Bus für meine Richtung sollte kommen, und war schon 10 Minuten überfällig. Den habe ich dann also auch zurückgenommen, zum Einheitsfahrpreis von drei Pfund, egal wie weit man fährt.

    Heute war also ein reiner Wandertag, und ich habe wirklich wirklich Glück mit dem Wetter gehabt. Tolles Wetter. Tolle Gegend. Solche Tage muss es in einem Wanderurlaub auch geben. Königstour halt.

    Morgen gibt es bedeckten Himmel, mit einer gewissen Regenwahrscheinlichkeit. Ich werde eine andere Tour aus dem Wanderführer laufen, auch wieder abgewandelt, und mit einem Anteil Bus ergänzt. Dazu muss ich quasi nur zur Jugendherberge raus, dann beginnt die Tour schon fast vor der Haustür. Auch bei der heutigen Tour war ich nie mehr als 10 km von der Jugendherberge entfernt. Gute Wandergegend.

    Die Wanderung auf Komoot: https://www.komoot.com/de-DE/tour/2433298491?re…
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