• retorix
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Tuscanytrail

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  • Trip start
    May 29, 2021

    Ankunft und Orientierung

    May 28, 2021 in Italy ⋅ ⛅ 16 °C

    Heute Massa erkundet. Ein potthässliches Sonnenschirm-Strand-Liege-Kaff wie aus einem schlechten Neckermann-Reisen Katalog.
    Geparkt, Runde gedreht, eingekauft, dann abseits der Strand-Neppmeile gut Meeresfrüchte gegessen. Mit Moretti Bier aus dem Alimentari später noch mit anderen Teilnehmern hier auf dem Platz gequatscht.
    Ich fahre aber nicht durchgehend die 2021er Tour, sondern folge zu Beginn dem 2019er Track. Da geht es nämlich noch durch Florenz. Vermutlich wurde das dieses Jahr wg. Corona ausgelassen. In Monteriggioni stoße ich dann wieder auf die normale Route.
    Die Startunterlagen kann man ab morgen um 8.00 bis Sonntag in einem Park unweit der Promenade abholen. Es gibt kein Massenstart, eben auch keine Zeitmessung (mehr), sondern jeder gondelt individuell los.
    In dem Park haben schon einige Teilnehmer ihre Dackelgaragen aufgestellt - sicher die Hälfte nutzt aber nur einen Bivaksack für die Tour. Viele nehmen sich auch täglich ein Zimmer, das sind dann eher die Gepäck-Minimalisten.
    The night before schlafen einige im Auto. Ich auch.
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  • Massa ➡️ Luca

    May 29, 2021 in Italy ⋅ ⛅ 16 °C

    Kurz noch Trubel und Räder im Startbereich bestaunt - gegen 7.45 fuhr ich los. Zuerst wenig reizvoll durch Orte geprägt von unzähligen Marmor-Verarbeitungsbetrieben. Dann aber entlang des Fernwanderwegs Via Francigena über einen kleinen Straßenpass ins Hinterland. Später auf ruppigen Karrenwegen und Trails, oft mit Blick aufs Meer. Durch die Tiefebene nach Luca auf nicht enden wollenden total verwaschen Feldwegen. Luca-Sightseeing - mit seiner imposanten Stadtmauer und dem grandiosen Aquädukt unter welchem wir kilometerlang fuhren. Supermarkt und Mittagspause. Wenig später verließ ich den 21er Track und bog auf dem 19er Richtung Florenz ab. Warm und schwül - konnte gar nicht so viel Moretti nachführen, wie ich raus schwitzte.Read more

  • Luca ➡️ Florenz

    May 29, 2021 in Italy ⋅ ☁️ 22 °C

    Erst wieder Schüttelei auf den Waschbrettpisten, dann aber schöner Abschnitt durch einen großen Pinienwald. Die folgenden 20 km hässlich durch die Tiefebene um Lazaretto durch lauter Industriegebiete. Ab da dann typisch Toskana. Steil durch Weinberge und Olivenhaine bis Vinci. Eigentlich wollte ich nur bis dort aber es war erst 15.00 Uhr. Nach einem stärkenden Moretti doch noch den trennenden Bergrücken zur Tiefebene Florenz in Angriff genommen. 400 hm Rampe auf Trails und Karrenwegen, immer sehr steil, oft über 20%.
    Gegen 18.00 Uhr war ich drüben. Supermarkt und dann doch Florenz um die Abendstimmung mitzunehmen. Keine Ausgangssperre mehr, alle Tische besetzt, ausgelassene Stimmung in der Stadt. Und Florenz natürlich grandios. Im letzten Licht dann raus und schönen Platz an einer Grillstelle gefunden. Futtern, Zelt aufbauen, Katzenwäsche. Leicht bewölkt, vereinzelte Regentropfen - hoffe das Wetter hält.
    Mega Strecke bis jetzt! Aber sehr fordernd.
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  • Florenz ➡️ Castelina

    May 30, 2021 in Italy ⋅ ☁️ 14 °C

    Nachts regnete es leicht, da schlafe ich immer besonders gut im Zelt, erst um 7.30 aufgewacht. Nach wenigen Kilometern Frühstück in toller Bar in Antella.
    Sagenhafte Wege aus dem Talkessel hoch ins Chianti. Nicht ganz so fies wie gestern, aber um 12.00 erst 30 km aber schon wieder 1000 hm. Wirklich harte Anstiege und ruppige Wege - echt nix fürs Gravelbike.
    Konnte dem Wegweiser 12km bis Panzano nicht widerstehen und bin weg vom Track auf einen Wein bei Europas bestem Metzger und Eroica Legende: Cecchini. Der hat sich echt mega gefreut.
    Dann wieder Richtung Track nach Castelina. Da war ich schon lange nicht mehr und hatte es irgendwie schöner in Erinnerung.
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  • Castelina ➡️ Siena

    May 30, 2021 in Italy ⋅ ⛅ 24 °C

    Kaum Castelina verlassen, schufte ich mich den steilen Anstieg zum Eingansportal der kleinen Festungsstadt Monteriggioni hoch. Hier treffe ich auch wieder auf einige Tuscanytrailer, bin ab jetzt wieder auf dem 2021er Track.
    Auch hier war ich vor vielen Jahren schon mit der Familie und sind damals auf der Festungsmauer spaziert.
    Ich halte mich nicht lange auf und
    weiter geht es auf schönen Strade Bianche nach Siena.
    Kurz kaufe ich noch in einem Alimentari für das Abendessen ein, dann aber zügig auf den Campo. Immer wieder ein Erlebnis! Mit dem Fahrrad war ich tatsächlich noch nie auf dem Campo, nicht mal bei der L'Eroica.
    Hier lasse ich mir richtig Zeit, wie viele andere Teilnehmer auch.
    Bei einsetzender Dämmerung finde ich dann noch einen Traumplatz auf einer Anhöhe und genieße den Sonnenuntergang, direkt hinter der Shiluette von Siena
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  • Siena ➡️ Vescovado

    May 31, 2021 in Italy ⋅ ☀️ 14 °C

    Heute sind wir zu Beginn auf vielen Streckenabschnitten der L'Eroica unterwegs. Zusammen mit dem schönen Wetter wieder Toskana wie aus dem Bilderbuch.
    Kaffee lässt heute lange auf sich warten. Ich spekulierte auf die Bar gegenüber der Verpflegungsstation in Raddi, aber die war ebenso geschlossen, wie das Ristoro. Man trifft oft die gleichen Fahrer, eben die, welche ähnlich schnell unterwegs sind. So fahre ich auf Giovanni aus dem Piemont auf - aus dem Kaffee wird so ein gemeinsames Eis in Vescovado. Später verlieren wir uns wieder.
    Statt dessen treffe ich wenig später einen Holländer, wir quatschen kurz, aber auch ihn verliere ich, als ich kurz anhalte.
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  • Vescovado ➡️ Radicofani

    May 31, 2021 in Italy ⋅ ⛅ 19 °C

    In Buonconvento finde ich dann endlich eine Bar und fülle Cappuccino und Moretti nach.
    Tatsächlich gibt es dann ausnahmsweise einen ziemlich langen Abschnitt auf der Straße. Glücklicherweise überholt mich ein 3er-Zug junger Stuttgarter auf ihren Gravelbikes mit einem bärenstarken Radler als Lokomotive. Das lasse ich mir nicht entgehen und lutsche ziemlich lang im Windschatten. Dann aber krasser Belagswechsel: durch ein Flusstal geht es sehr holprig parallel zum Fluss weiter. Da konnten mir die jungen Wilden nicht mehr folgen. Die zweite Flussquerung nutze ich für ein ausgedehntes Bad - nicht nur Erfrischung, sondern auch eine Wohltat nach den ausschließlichen Katzenwäschen mit Lappen, Seife und Wasser aus der Trinkflasche.
    Der finale Anstieg nach Radicofani hatte es dann nochmal in sich und siehe da, ich treffe sowohl Giovanni wieder, als auch den Holländer, der sich als Rimko vorstellt.
    Nach einem Einkauf in einem urigen Alimentari (die alte Besitzerin lässt jeden von ihrem Brotsalat kosten) finden wir einen super Platz mit Tisch, Bank und sogar fließend Wasser. Der Abend mit den zweien ist sehr gemütlich und anregend.
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  • Radicofani ➡️ Ponte a Rigo

    June 1, 2021 in Italy ⋅ ☀️ 15 °C

    Weiter vorne schrieb ich mal, dass die Strecke für Gravelbikes ungeeignet ist. Das muss ich zurück nehmen. Offensichtlich hat man sich mit der 2021er Streckenführung dem Gravelbike Trend angepasst. Es sind nun vorwiegend Strade Bianche im Programm. Zu Beginn war ich ja auf dem 2019er Track, da war es wirklich TuskanyTRAIL!
    In der Früh starten wir zu dritt, was echt auch mal schön ist. Ich habe die Tage des Alleinseins sehr genossen, freue mich jetzt aber auch über die Begleitung der netten Jungs.
    In Ponte a Rigo, eigentlich keine Ortschaft, sondern nur eine Bar, stoßen wir tatsächlich mal auf ein offizielles Zeichen der Veranstaltung in Form einer Werbe-Ape.
    Mit Cappuccino, Bier und Dolce stärken wir uns für die Weiterfahrt.
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  • Ponte a Rigo ➡️ Sorano

    June 1, 2021 in Italy ⋅ ☀️ 12 °C

    Kurz nach dem Losfahren sind wir ein 4er-Zug. Wir haben noch eine italienische Bloggerin aufgegabelt. Sie wird aber von Papa begleitet. Er kauft tagsüber Wein ein und dann gabelt er sie auf und es geht ins Hotel.
    Kein Wunder also, dass ihr eine Satteltaschen reicht, wo wir 10kg Hausrat am Rad hängen haben.
    Heute war der Tag der Überraschungen. Völlig unerwartet jagte ein Highlight das nächste.
    Wir bogen um die Ecke und eine Stadtsilhouette wie aus Name der Rose erwartete uns: Sorano. Die Sehenswürdigkeiten in Sorano? Jedes Haus in den verwinkelten Gassen, jeder Torbogen, jede Treppe und jeder der in den bloßen Stein gehauenen Lagerräume. Sorano wirkt mehr wie ein einziges Freilichtmuseum als ein bewohntes Dorf und lädt daher zum Schlendern, Staunen und Fotografieren ein.
    Der Track geht dann immer so durch die Städte, dass man auch ja kein Detail verpasst; riesen Kompliment an die Streckenbastler!
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  • Sorano ➡️ Pitigliano

    June 1, 2021 in Italy ⋅ ☀️ 23 °C

    Seit Jahren möchte ich schon nach Pitigliano, urplötzlich und völlig unerwartet taucht es hinter einer Kurve vor uns auf. Wow!
    Pitiglianos Bekanntheit rührt in erster Linie von seiner spektakulären Lage her: Der mittelalterliche Stadtkern thront unübersehbar auf einem massiven Sockel aus Tuffstein. Dass der Ort dadurch aussieht wie eine überdimensionale Sandburg, ist kein Zufall: Die meisten Gebäude wurden aus eben diesem braungrauen Gestein gebaut, einige sogar schlicht aus dem Sockel herausgemeißelt.
    Wir machen eine kurze Eispause - Abkühlung tut Not - Pitigliano ist echt mindblowing.
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  • Pitigliano ➡️ Saturnia

    June 1, 2021 in Italy ⋅ ⛅ 24 °C

    Beim Radeln entdeckt Alice (die Bloggerin) den Wegweiser nach Saturnia und schwärmt mir von den heißen Schwefelquellen vor. Da ich ohnehin viel zu schnell bin - ich rechnete mit 6 Tagen für die Tour, wäre ich mit den anderen weiter gefahren, wären es 4 gewesen - entschließe ich mich spontan für diesen Abstecher und verabschiede mich von meinen neuen Freunden. Nur Rimko wehrt sich gegen die Umarmung - er möchte mit mir weiter fahren - super!
    Saturnia sieht völlig deplatziert in der Landschaft aus, fast wie von Disney künstlich angelegt. Aber das ist tatsächlich alles bio. Das heiße Wasser tut den durchgerüttelten Knochen und Muskeln saugut und wir lassen uns Zeit.
    Die Bilder sprechen für sich.
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  • Saturnia ➡️ Capalbio

    June 1, 2021 in Italy ⋅ ☀️ 23 °C

    Trotz des lohnenden Abstechers wären wir heute noch nach Orbetello ins Ziel gekommen. Dort einsam und in der Dunkelheit ankommen wollten wir aber nicht. Daher beschlossen wir ausnahmsweise mal ordentlich im Restaurant zu schlemmen - Capalbio bot da eine reiche Auswahl. Viel Bier und Grappa. Schlafen in einem kleinen Wäldchen außerhalb.Read more

  • Zielsprint: Capalbio ➡️ Orbetello

    June 2, 2021 in Italy ⋅ ⛅ 16 °C

    Nach einer unruhigen Nacht - Wildschweine waren unterwegs und ich lag ohne Zelt nur auf der Matte - Nahmen wir die letzten 30 km in Angriff.
    Wir beglückwünschten uns nicht im Dunklen gefahren zu sein, die Anfahrt auf Orbetello war nämlich ungemein schön!
    Vor allem der Weg auf der südlichen Inselverbindung (eine von dreien, diese aber nicht von Autos befahren) war fantastisch. Auf sandiger Piste durch alten Baumbestand, Blick auf das Meer.
    Obwohl es kein Renen war, genossen wir die Durchfahrt unter dem Zielbanner.
    Der Zielbereich war in einem alten Park mit Mehrzweckhalle. Dort wurde super von Mamas gekocht und reichlich Bier ausgeschenkt.
    Immer wenn jemand ins Ziel kam wurde applaudiert, einfach tolle Stimmung!
    Auf empfehlung des Organisators bezogen wir ein Zimmer in einer nahen Bar und duschten ausgiebigst.
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  • Bonustrack: Inseltour

    June 2, 2021 in Italy ⋅ ⛅ 21 °C

    Nach dem Duschen besuchten wir nochmals den Zielbereich auf ein Bierchen und machten uns dann noch zu der Inseltour auf. Der 2019er Track ging da noch durch. Wir fuhren aber nicht alles und genossen stattdessen noch einen Spritz in Porto Santo Stefano und später ein Bad im Mittelmeer.
    Am Abend ließen wir es uns in einem urigen Fischlokal nochmal richtig gut gehen.
    Rimko hatte sich auch in der Zeit verschätzt, sein Flug von Pisa nach Amsterdam ging erst am Samstag, er wollte daher noch gemütlich an der Küste bis Pisa radeln.
    Ich machte mich am nächsten Morgen gleich mit dem allerersten Zug (aus Angst vor den Horden an Radfahrern, die später sicher nicht alle Platz gefunden haben) auf den Rückweg nach Massa.
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    Trip end
    June 3, 2021