Zum Lake Michison
Nov 24–25, 2025 in Kenya ⋅ ☁️ 7 °C
Hier oben genießen wir ein paar tolle Ausblicke ins George's Valley und nach der Mittagspause geht es wieder steil bergab, von knappen 4200 auf 4000 m zum Lake Michaelson runter. Wir kommen den majestätischen Felswänden ganz schön nahe und sie wölben sich bedrohlich über uns. Hier verwittert das Gestein zylinderförmig von unten nach oben und ich frage den Guide, ob nicht regelmäßig jemand davon erschlagen wird? "Nö". Na denn ...
Die späte Nachmittagssonne zwängt sich zwischen Wolken und den scharfkantigen Gipfeln hindurch. Sie ist erneut auf der Suche nach unseren Nasenspitzen. Was ein tolles Licht beim finalen Abgang zum Lagerplatz! Dort haben die vorgelaufenen Österreicher mit ihrem Expeditionsteam bereits ein bilderbücherisches Camp aufgeschlagen und auch wir lassen uns vom Guide die besten noch verbliebenen Zeltnischen zeigen. Die Klippschliefer und Stare warten bereits auf Vorbereitungen des Abendessens. Erstere erfüllen den Felsenkessel des Sees mit lautschallenden Rufen. Da weiß selbst der Adler nicht mehr, in welche Richtung er denn kreisen soll.
Wir erkunden die Gegend und besuchen einige der anderen Truppe beim Angeln am Seeufer. Kaum ist die Sonne hinter den Bergen verschwunden, wird es rattenkalt 🥶. "Schnell Wasser zapfen und den Kocher anwerfen" ... aber das Anfeuern gestaltet sich komplizierter als erwartet, denn mein alter Optimus-Kocher verweigert seinen Dienst mit dem Tankstellenbenzin. Mäh! Wir bekommen mühevoll nen knappen Liter Wasser gekocht und die vorbereitete Soße aufgewärmt. Eine reibungslose und schadstoffarme Verbrennung riecht auch definitiv anders! Mit Kerosene lief das früher zuverlässiger; Anden-approved bis 5000 m. Bei dieser nervigen Kochaktion kacke ich jedenfalls so richtig ab, als sich dann auch noch die Appetitlosigkeit der dünnen Höhenluft mit meinem Energiedefizit zu paaren beginnt. Da hilft nur: Schnell in den Schlafsack und noch ne Wärmflasche dazu. Franziska scheint das alles wesentlich robuster wegzustecken und vergnügt sich noch mit ihrem Lesestoff ... theoretisch, denn just an diesem Abend läuft ihre digitale Leihfrist aus und sie muss sich dann doch mit mir begnügen 😁.
Trotz ähnlicher Außentemperatur ist die knusprige Nacht im Zelt wärmer und kuscheliger als die Nacht zuvor im Auto am Lake Ellis. Wir wachen häufig auf, um den Sternen einen Hauch Atem und den umliegenden Grasbüscheln etwas Hydration zu schenken. Franziska wird dafür mit einer epischen Sternschnuppe belohnt, während ich heimlich alle Kochreste wegschnabuliere. Mit jedem nachmitternächtlichen Hams kehrt mehr Appetit und Energie zurück 💪.
Eine Dunstglocke bringt uns um die frühe Morgensonne und so fallen wir erst spät aus dem gemütlichen Zelt. Die Kaffeeromantik wäre mit den Brennstoffproblemen auch dahin, wenn Franzi nicht kurzerhand ne Thermoskanne Fertigerhitztes aus dem Kochzelt der benachbarten Expeditionisten organisieren würde – während ich noch dahinschmolle. Und aufi geht's zurück zu Ellis und dem Auto.Read more












TravelerWow! Mal wieder ganz tolle Bilder. Und auch dein Bericht macht Lust darauf selber mal da hoch zu wandern…. Wobei, ein bissle wärmer wäre dann auch nicht schlecht…