• Fancy Farm

    Nov 25–26, 2025 in Kenya ⋅ 🌙 20 °C

    Am Fuße des Mount Kenya angekommen – wieder am ersten Chogoria-Gate – stochern wir nach unserer landschaftsreichen Wanderei mal wieder im Entscheidungsäther. "Tja, was machen wir eigentlich jetzt als nächstes?" 🤷‍♀️

    Es ist bereits späterer Nachmittag und wir drehen erstmal nach Norden. Langsam geht es Richtung Rückweg und irgendwie müssen wir ja um diesen Hügel herum. Als wir in Meru einfahren ist es bereits dunkel. Unerwartet intensiv staut sich der Verkehr. Das ist doch eher nur ein kleines Kaff hier? Beim Versuch, ein random Hotel für die Nachtpause anzusteuern, erfahren wir allerdings, dass nicht nur dieses ausgebucht ist, sondern wahrscheinlich auch alle anderen. In Meru toben angeblich gerade allerhand Konzerte und Festivals und das ganze Land sei in diesen Tagen hier. Na gut. Dann quälen wir uns halt weiter. Wie ich die Fahrerei bei Nacht hier hasse, denn kein einziges entgegenkommendes Fahrzeug hat auch nur annähernd vernünftig eingestellte Scheinwerfer, falls es denn überhaupt welche verwendet 🤬. Glücklicherweise begegnet uns auf dem langen Landstraßenstreifen hinter Meru kaum noch jemand.

    An der Wanderer Campsite prallen wir einige Zeit später ebenfalls ab. Alles dunkel am Tor, einfach niemand da. Erneut lernen wir, dass man hier in Kenia die Campsites besser im Vorfeld über einen anstehenden Besuch informieren sollte ... wie unentspannt! Am Kisimani Eco Resort wenige Kilometer weiter werden wir dann aber überaus freundlich empfangen. Und die örtlichen Gepflogenheiten sind nicht zu verachten: Das Auto wird rundum mit einem Spiegel von unten abgeleuchtet. Oha? "Jesus on tour" wird die Passage dann doch gewährt, top! Zur Anmeldung für die leere Zeltwiese müssen wir uns in eine übertrieben helle und sterile Empfangshalle begeben. Wir werden gebeten uns zu setzen und erhalten angefeuchtete, warme und mit Eukalyptus beduftete Erfrischungshandtücher gereicht. Wo Franziska etwa zaghaft damit umgeht, rubbele ich mir damit genüsslich mein vor Wanderschweiß, Sonnencreme und Straßenstaub nur so klebendes Gesicht ordentlich ab. Neugeburt!! Ich reiche das mit braunem Gesichtsabdruck veredelte Tuch zurück. Es wird bestimmt aufgehangen und geworshipt werden und im nächsten Jahr kosten alle Zimmer dann 5 $ mehr, dank meines heiligen Abdrucks 😁. Als wenn das nicht schon genug wäre, bekommen wir anschließend noch kleine Gläschen mit lokalfermentiertem Trinkjoghurt hingestellt. Lecker! Irgendwann dürfen wir dann doch endlich auf die Campsite und schwinden in die Nacht.

    Den Morgen vertreiben wir uns mit Birdwatching: Schon wieder neue Unbekanntheiten, strahlendgelbe Pirole und ein African Green-Pigeon hoch oben in einer großen Akazie mit identisch grün gefärbter Baumrinde. Die Bäume hier sind riesig und schattig und das Buffalo-Gras ist dick, dicht und hoch, aber trotzdem holt uns der Spot nicht so richtig ab. Nach einer Kurzführung durch die Gemüsegärten und dem Einstauen lokaler Farmprodukte und mehr dieser geilen Joghurts ziehen wir weiter.
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