• Draculas karger Badesee

    July 9 in Romania ⋅ ☀️ 16 °C

    Zum Abend möchte ich irgendwo an dieser bärenberüchtigten Transfăgărășan-Passstraße schlafen. Die Unterkünfte im Tal turnen mich mal wieder alle ab. Kurz vor dem Aufstieg lockt ein bereits überfülltes "Camp Dracula", aber ich tuckere zumindest bei Sonnenuntergang noch hoch zum Vidraru-See, um die Bärenlage zu checken.

    Keine Bäries unterwegs, aber oben an der Staumauer zahlreiche stinkende Zottelhunde, die von den verbleibenden Touris mit Toastbrot gefüttert werden. Na, herzlichen Glückwunsch. Dann vielleicht doch lieber eure Protein-Bars? Ich weiß schon, warum es hier eine Bärenpest geben soll 🙄 ...

    Mir ist die Lage oben aber doch etwas spooky mit all den Bärenwarnschildern. Man kann zwar vor allem an der Westseite des Stausees wildcampen, aber "idyllisch" sieht bei dem niedrigen Wasserstand anders aus. Auch gibt es seit Jahren/Dekaden keine aktualisierten Infos dazu, außer: "Die Bären kommen abends zu den Plätzen und klauen dein Toastbrot, und falls du keines hast, wirst du das Toastbrot".

    Na gut. Ich rolle wieder runter zum Camp Dracula und finde das letzte ebene Fleckchen für mein gemütliches Minizelt. Kaum das Moped abgestellt, kommt ein Pole zu mir und fragt nach einer Fotoerlaubnis (des Motorrades 😛). Er ist selber mit ner Guzzi hier. Zack, werde ich zu seiner 6er-Mopedtruppe auf ein Bier dazugeholt. Nette Jungs!

    Bei Einbruch der Dunkelheit kommt dann doch noch ein Bär und durchwühlt den Müll auf gegenüberliegender Straßenseite. Der Arme. Kommt durch unseren Stromzaun aber leider nicht zum Knuddeln vorbei.

    Am nächsten Morgen boykottiere ich das hiesige Dracula-Schloss, denn ich war auch schon mal 2007 in Bran. Stattdessen düse ich direkt wieder hoch. Gestern soll es hier ganztägig geschüttet haben, heute ist Prachtwetter!

    Gut, dass ich am Vorabend keinen Zeltplatz an der Westseite des Sees gesucht hab, denn der Waldweg ist total matschig, kaputtgeforstarbeitet und es gibt quasi kaum baumfreien Seezugang! Ansonsten kann ich den Hype um die folgende Passquerung nicht nachvollziehen. Man schlängelt sich in (Bus-)Kolonnen hoch. Ich bin schon tollere Pässe gefahren! Oben das totale Touri-Moloch, bloß nicht anhalten, schnell weiter. Die wolkenverhangene Nordseite zur Abfahrt sieht besser aus und der Verkehr lockert sich auf. Nette Blicke und tatsächlich ein halbstarker Bär in einer Parkbucht sitzend und knuffig dreinschauend!

    Ich belohne mich bei ausgiebiger Fresspause mit smoked pork ribs auf in Schweineschmalz frittierten Pommes 🤤.
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