• Über Fourni nach Patmos

    August 3 in Greece ⋅ ☀️ 25 °C

    Der Wind ließ langsam auf segelbare Stärke nach, somit hielt uns nichts mehr auf Samos. Ikaria haben wir ausgelssen, zu wenig sichere und vor allem ruhige Ankerplätze...
    Also Anker auf, Segel raus - gerefft natürlich, denn Wind war immer noch genug - und die etwa drei Stunden nach Fourni. Diese kleine Insel ist nur schütter bewohnt, bietet aber etliche gute Ankerplätze. Nach einer Nacht legten wir dort recht bald wieder ab und segelten weiter nach Patmos.
    Auch nicht groß diese Insel, aber als mutmaßlicher Schöpfungsort der Offenbarung des Johannes ist sie Standort eines der wichtigsten Klöster der griechisch-orthodoxen Kirche und ist über mehrere hochfrequentierte Fährlinien mit dem Rest Griechenlands verbunden. Das macht diese Insel zu einem wichtigen Pilgerziel.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Patmos
    Beeindruckend ist die Chora mit dem prominenten Kloster des Johannes.
    Wir haben aufgrund der Tatsache dass vor der Skala zwei riesige Kreuzfahrer ankerten unterlassen, das Kloster zu besuchen. Es wäre nur eine riesen Drängerei geworden.
    Trotzdem mussten wir in den Haupthafen, denn blöderweise ist uns eine Sprosse der Badeleiter gebrochen, und das gehört irgendwie repariert!
    Glücklicherweise fanden wir einen Liegeplatz, zwar im grindigsten Teil des Hafens, aber was solls...
    Neben der Tankstelle des Ortes fand ich einen kleine Werft, wo die kleinen Kaikis repariert werden. Und gleich daneben eine Schiffszimmerei. Dort sollte es doch möglich sein an drei Stück Leisten aus wasserbeständigen Holz wie Teak oder Mahagoni zu kommen. Denn wenn ich schon tauschen muss, dann gleich alle drei Sprossen.
    Der alte Tischler in der Werkstätte schnitzte gerade sehr bedacht an einem Riemen - das sind die Ruder der Fischerboote - ganz nach dem griechischen Motto "σιγά σιγά (siga siga)" was so viel bedeutet wie "langsam langsam".
    Ich versuchte mit meinem radebrechenden griechisch zu erklären, was ich brauche. Mitleidsvoll schaute er mich an und verstand gar nichts! Deswegen zog er einen Mitarbeiter der Werft hinzu, der konnte halbwegs englisch. Nachdem wir zu Dritt einige Zeit in den Restebeständen des Holzlagers gesucht hatten fand ich endlich ein Stück Mahagoni, aus dem mit wenig Aufwand drei Leisten geschnitten wurden. Das Ganze auf höchst abenteuerlichen Maschinen, welche bei uns das Arbeitsinspektorat in hellen Aufruhr gebracht hätte, der wäre schreiend davon gerannt! Frei laufende Bandsäge, Richt- und Dickenhobel ohne Schutz, Ständerbohrmaschine mit frei zugänglichen Keilriemenscheiben und etliche weitere Maschinen aus dem letzten Jahrhundert. Wie auch immer, der Tischler schnitt und hobelte meine drei Teile genau so bedächtig wie er vorhin und nachher am Riemen weiter schnitzte und ich ging glücklich zum Boot.
    Moni ging dann einkaufen während dessen begann ich die Badeleiter zu reparieren.
    Nicht lange, stand ein junges, hübsches Mädchen hinter dem Boot, im Badeanzug und Hot Pants und behauptete, sie sei von der Hafenverwaltung und möchte den Liegeplatz kassieren. Klar... kann Jeder behaupten! Also bat ich sie mir ihren Ausweis zu zeigen. Welch Zufall, den hatte sie im Büro und nur als Foto am Handy. Auch keinen Paragonblock oder sonst eine Möglichkeit, eine getätigte Zahlung plausibel zu bestätigen. Fotos am Handy habe ich auch viele...
    Natürlich verweigerte ich die Bezahlung höflich, aber doch bestimmt. Sie meinte, ich kann ja mitkommen ins Büro, dort klärt sich dann alles. Aber nachdem die Lady ziemlich arrogant und gschnappig war, wollte ich das auch nicht. Sie drohte mit Polizei und ich sagte zu, die Polizei darf gerne kommen.
    Zehn Minuten später fuhr ein Streifenwagen mit vier kantigen Typen vor und ich beobachtete, wie einer der Prinzessin ihren Ausweis aushändigte.
    Drei blieben im Auto, einer amtshandelte. Er war höflich und freundlich, und genau so höflich und freundlich erklärte ich ihm, dass ich keinem Mädchen in Badebekleidung ohne Ausweis irgendetwas bezahle, solange sie sich nicht ausweisen kann, das ist keine Art und kein Auftreten.
    Nachdem das besprochen war bezahlte ich €6,40,-, und weil ich auch eine kleine Kretzn bin mit einem €50,- Schein. Hat dann natürlich gedauert bis Sie das Retourgeld von den vier Polizisten zusammengeschnorrt hat, und ich hatte meine Freude daran, wegen gut €6,- das halbe Polizeiaufgebot der Insel aufgescheucht zu haben. Aber wahrscheinlich waren die eh froh mal wieder an die "frische" (Hafen)Luft zu kommen...
    Moni kam vom Einkauf zurück, sah noch verwundert das Aufgebot. Ich machte die Badeleiter fertig und dann verließen wir den Hafen Richtung Bucht, um die neuen Sprossen der Leiter gleich einzuweihen!
    Dann verabschiedeten wir uns von Ute und Frank von der "Shirartori", für uns geht es morgen weiter nach Levithia!
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