• Amorgos

    August 9 in Greece ⋅ 🌬 27 °C

    Immer noch beeindruckt von Levitha und den Menschen dort lösten wir unsere Vorleinen von der Boje und machten uns auf den Weg westwärts. Unser Ziel ist Amorgos. Eine relativ große und hohe Insel, quer zu den Hauptwindrichtungen Meltemi und Sirokko gelegen, aber mit ziemlich wenig Bevölkerung. Neben der Hauptstadt Chora und dem dazugehörigen Haupthafen Katapola gibt es noch ein paar kleine Dörfer.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Amorgos
    Der Meltemi machte uns die Passage wieder einmal nicht leicht.
    An der Insel Kinaros vorbei ging es noch halbwegs.
    Kinaros ist insofern interessant, da es dort eine einzige Bewohnerin gibt. Die alte Frau lebt dort seit 2000, anfangs mit ihrem Mann, der 2013 verstorben ist. Sie möchte auch dort sterben und neben ihrem Mann begraben werden. Unglaublich mit welcher Kraft sie die kleine Landwirschaft mit den paar Ziegen und Hühnern schaukelt.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Kinaros
    Der Wind wurde stärker und bekam immer mehr westliche Komponente. Das machte das segeln immer mühsamer!
    Obwohl wir den östlichen Berg Krikellos mit seiner fast immerwährenden Wolkenhaube von Levitha aus schon sehen konnten, kam die Insel nur zögerlich näher.
    Irgendwann waren wir dann doch an der Nordküste entlang, dort wurden wir von den Reflexionen der Wellen noch zusätzlich gerüttelt und geschüttelt!
    Wir ankerten dann für eine Nacht hinter der Insel Nikoura, angenehm ruhig und ohne Wellen.
    Tags drauf machten wir uns auf den Weg in den Haupthafen Katapola.
    In Katapola hatte ich vor etwa 30 Jahren als frischgebackener Skipper bei schweren Seitenwind ein Anlegemanöver gefahren, wofür mir dann der alte Mann, der damals das Wasser an die Yachties verkaufte, in höchsten Tönen gelobt hatte und mir einen Metaxa und zwei Ouzo spendiert hatte. Ritterschlag eines alten Griechen sozusagen...
    Auch diesmal war das Anlegemanöver kein Honigschlecken, denn genau als wir anlegten drehte der Wind für zehn Minuten auf die Seite und ich fühlte mich fast an das Manöver vor 30 Jahren zurück versetzt. Aber als recht gut eingespieltes Team waren wir bald gut an der Mole vertäut!
    Leider ohne alten Griechen, der applaudiert und einen Drink spendiert...
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