Amorgos, weißes Kloster und Chora
August 10 in Greece ⋅ 🌬 27 °C
Ungefähr acht Autovermieter gibt es in Katapola, der größte hat etwa 30 Autos, der Kleinste schätze ich acht Vehikel, also doch einiges an Fahrzeugen. Sollte man glauben dass man für den nächsten Tag einen fahrbaren Untersatz bekommt... sollte man glauben!
Egal wo wir rein gegangen sind, leider "booked out"!
Der Platzhirsch erklärte mir, wenn ich morgen früh komme, könnte vielleicht ein Gefährt verfügbar sein!
Wir wollten einfach zum Kloster und in die Chora, aber nicht mit dem Bus! Steinigt uns, aber seit meiner Zeit als Straßenbahnfahrer bin ich selten in ein Öffi Fahrgeschäft eingestiegen, mit Ausnahme vom Flixbus!
Kurz nach Acht Uhr bin ich beim Vermieter auf der Matte gestanden, und zum Goldpreis bekam ich einen schmucken Peugeot NeunNullSchlagmichtot in Diesel gehalten! Jetzt stand uns die Insel offen, wurscht wann und wohin!
Diesmal wollten wir es schaffen, vor der Mittagshitze eines unserer Ziele, nämlich das weiße Kloster, zu besuchen.
Wie dämlich kann man eigentlich sein am Vormittag ein Kloster unter den südlichen Klippen der Insel aufzusuchen?
Sehr dämlich!
Wir sind beim Aufstieg über die Treppen fast dehydriert, obwohl wir nicht wenig Wasser mit hatten!
Schnaufend und verschwitzt standen wir in unserer Klosterbekleidung - Dame mit verhüllten Schultern und langen Rock, Herr in langer Hose und Hemd - vor der steilen Treppe zum wahrscheinlich spektakulärsten Kloster Griechenlands!
das Bauwerk schmiegt sich etwa 300 Meter über dem Meer unter die Felsklippen. Es ist gut 40 Meter lang und misst an der breitesten Stelle etwa fünf Meter.
Un!Vor!Stell!bar! Wie kann man so etwas bauen?
Acht Stockwerke hoch mit Treppen in den Fels geschlagen, leben zur Zeit gerade mal zwei Mönche hier!
Zu Zeiten der Piraten und sonstigen ständigen Kriegswirren hier war das Gebäude unscheinbar mit Steinen in Tarnfarbe gebaut, erst Ende des 19. Jahrhunderts wurde es weiß getüncht. Die Farbe wird einmal im Jahr neu aufgetragen.
Der Eintritt ist frei, ein Verein kümmert sich um den Erhalt über Spenden. Der Besuch beinhaltet auch ein Gläschen (oder zwei) ausgezeichneten Kaktuslikör und Wasser. Spende bitte ja!
Und die Geschichte warum und wer es erbaut hat lies bitte hier:
https://de.wikipedia.org/wiki/Panagia_Chozoviot…
Ach ja... der Besuch am Nachmittag ab 17:00 Uhr ist wesentlich sinnvoller als bei voller Sonneneinstrahlung am Vormittag! Glaub es uns!
Nach dem Kloster sind wir in die wunderbare Chora, der Hauptstadt von Amorgos! Hoch am Berg, viele Haarnadelkurven mit dem Auto erwartet dich ein wirklich imposantes Bergstädchen.
Verwinkelte Gassen, kleine Plätze, Kirchen und Kapellen, ein imposanter Felsen mit dem leider baufälligen und gesperrten Kastell, Windmühlen die aus unserer Sicht wesentlich besser renoviert werden könnten und in Szene gesetzt das ganze Ambiente noch mehr aufwerten könnte.
Hätte, hätte, Ankerkette... es ist trotzdem die Reise wert!
Alleine die sehr liebevoll gestalteten Tavernen und Kafeneion, die Fetzotheken und Kunstateliers und was es sonst noch in den Gässchen und an den Treppen gibt, es lohnt sich!
Wir nutzten das Auto dann noch um nach Agiali, der zweitgrößten Ortschaft am östlichen Ende der Insel zu fahren. Vor zwei Tagen hatten wir in der Nähe geankert.
Das spannende an der Fahrt ist, dass man nicht wie sonst üblich an der Küste entlang fährt, sondern über etliche Serpentinen und einem meist in Nebel verschwundenen Pass. Auf Schritt und Tritt Ziegen, die im Schatten der Leitschienen und der spärlichen Vegetation oder unter Felsvorsprüngen dösen.
Ein Polizeiauto hat uns auf der Passstraße abenteuerlich überholt, wir waren vielleicht drei Minuten später in Agiali.
Für den Westen der Insel reichte die Zeit leider nicht mehr...Read more






































