Über Paros und Sifnos nach Ios
August 23 in Greece ⋅ ☀️ 27 °C
Nachdem wir lansam genug hatten vom völlig überrannten Naxos war es Zeit unserem Anker wieder mal ein paar Stunden Tageslicht und Frischluft zu gönnen! Also rauf mit dem Haken und bei angenehmen Wind ging es um das südliche Kap von Paros in die Paranges Bucht. Eine ruhige Nacht dort, abgesehen vom ständigen Schwell, der aber fast überall in Griechenland herrscht. Schuld daran sind die vielen großen Fähren, Schnell- und Katamaranfähren, die Hundertschaft an Container-, Tanker-, Bulkcarrier-, und sonstiger Großschifffahrt, welche die griechischen Gewässer ständig durchpflügen.
Am nächsten Tag - wir konnten nicht anders - mussten wir die knapp drei Seemeilen zu den vorgelagerten Inseln Panteronisi, Glaropunta und Tigani fahren. Zwischen den Inseln karibisches Blau in allen Abstufungen und Schattierungen, dementsprechend hoch natürlich das Aufgebot an Tagesgästen, die mit allen möglichen schwimmenden Untersätzen diese paar Steinhaufen stürmten.
Uns war es wurscht, denn spätestens um 19:00 war der Spuk vorbei und uns gehörte der Ankerplatz ganz alleine. Fast zumindest, denn gegen 21:00 kam noch ein Segelboot und wollte akkurat 15 Meter neben uns ankern. Unverständlich, denn die Bucht wäre wirklich groß genug um vernünftig Abstand zu halten. Nach längerer Diskussion, die zum Schluß durchaus rüde wurde hatten die Gäste den Skipper davon überzeugt, das sowas eine Unart ist und sie wollen selbst nicht so knapp neben einem anderen Boot liegen. Zu deren Glück, denn ich hatte die Akku-Flex schon vorbereitet...
Bald des nächsten Morgen noch bevor der Tageswahnsinn hier wieder einsetzt zogen wir unseren Anker hoch und perfekter Wind brachte uns nach Sifnos. Auf der Westseite der Insel erwartete uns ein echtes Kleinod!
Vathi, eine tief einschneidende und beiderseits von hohen Klippen umrahmte Bucht öffnete sich vor uns! Wenn man es nicht weiß dann würde man es von See kommend nicht ahnen, was sich da verbirgt!
Eine kleine Kirche, ein kleiner Anleger, ein paar Ferienappartements, ein Markt (das Prädikat "Super" verdient er nicht, hat aber trotzdem einiges), fünf oder sechs Restaurants, alle direkt am Wasser, keine Stranddiscos die bis zum Morgengrauen für 5 Hanseln mit 120 Dezibel wummern, Sandstrand im gesamten Rund der Bucht, guter Ankergrund, windgeschützt gegen fast alle Richtungen und vor allem kaum Schwell! Herrlich! Herz was willst du mehr?
Griechenland wie man es von "früher" kennt, ohne Schickimicki, bodenständige Tavernen mit vernünftigen Portionen und Preisen, das mussten wir ein paar Tage auskosten!
Doch auch die schönste Zeit im Paradies geht irgendwann zu Ende und so verließen wir Vathi nach vier angenehmen Tagen. Unser neues Ziel war Ios, der Stadthafen, denn unsere Vorräte gingen wieder mal zur Neige.
Der Wind dort hin sollte eigentlich halbwegs sein, aber wie so oft hat der Wind den Wetterbericht nicht gelesen, denn es war spiegelglatt und Ententeich! Was solls, Motor an und seit endlosen Zeiten tuckerten wir wieder mal dahin. Eigentlich eine willkommene Abwechslung zum ständig verrückt blasenden Meltemi!
Vathi: In Griechenland gibt es mindestens 25 Orte, die als "Vathi" bezeichnet werden.
Vathi bedeutet so viel wie "tief, tief einschneidend". Also Orte, meistens Buchten, die tief ins Land einschneiden und im Normalfall auch meist sehr geschützt von fast allen Seiten sind.Read more

























TravelerSifnos war 1985 meine erste griechische Insel, wir konnten wegen des Windes tagelang nicht weg. Schön, dass es seinen Charakter über die Jahrzehnte erhalten konnte!
Segelyacht OstbahnOb die ganze Insel so authentisch geblieben ist kann ich nicht sagen, Vathi ist es auf jeden Fall!