• Zinnbarone, Glücksspiel und Konkubinen

    June 23 in Malaysia ⋅ ⛅ 31 °C

    Das Han Chin Pet Soo in Ipoh ist ein ehemaliger Club der Hakka-Zinnminenbesitzer und heute ein Museum über deren Leben und den Zinnabbau. Gegründet wurde der Club 1893 von Leong Fee, einem wohlhabenden Zinnminenbesitzer. Der Zinnabbau war damals enorm wichtig: Das Kinta-Tal galt als eines der wichtigsten und produktivsten Zinnabbaugebiete der Welt.

    Im Club verbrachten die Männer ihre Freizeit mit Essen, Trinken, Rauchen und Spielen. Zu sehen sind unter anderem Mahjong, chinesisches Domino und weitere Glücksspiele.

    Der Opiumkonsum wird anhand einer nachgestellten Szene gezeigt: Eine Figur liegt mit dem Kopf auf einer speziellen Box, daneben liegen die dazugehörigen Werkzeuge. In der Box konnten Geld und andere Wertsachen aufbewahrt werden, da die Raucher beim Opiumkonsum teilweise einschliefen. Opium war damals legal und wurde vom Staat besteuert.

    Auch die geheimen Gesellschaften werden thematisiert. Diese chinesischen Geheimbünde boten ihren Mitgliedern unter anderem Schutz und Unterstützung. In den Zinnabbaugebieten entstanden daraus rivalisierende Gruppen wie Hai San und Ghee Hin, die teilweise in Konflikte und kriminelle Aktivitäten verwickelt waren.

    Zur Geschichte des Clubs gehört außerdem die Prostitution. Frauen wurden zur Unterhaltung der Männer beschäftigt, und Prostituierte konnten für private Treffen in die oberen Räume kommen. Unter ihnen waren auch japanische Frauen, die als Karayuki-san bezeichnet wurden – japanische Frauen, die nach Südostasien gingen und dort häufig als Prostituierte arbeiteten.

    Auch Leong Fees Privatleben wird erklärt. Neben seinen vier Ehefrauen hatte er zwei Konkubinen, also Zweitfrauen, die mit einem bereits verheirateten Mann zusammenlebten. Solche Frauen wurden teilweise in der nahegelegenen Concubine Lane untergebracht. Der Name bedeutet sinngemäß „Gasse der Zweitfrauen“.

    Diese verschiedenen Seiten des damaligen Clublebens werden unter den „Four Evils“ zusammengefasst: Glücksspiel, Opium, Prostitution und geheime Gesellschaften.
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