• Ipoh: Klein, charmant und unterschätzt

    July 4 in Malaysia ⋅ ☁️ 31 °C

    Mit ihren alten Häusern, schmalen Gassen und historischen Gebäuden erinnerte uns Ipoh teilweise an eine kleine Westernstadt. Besonders beim Spazierengehen gab es immer wieder neue Ecken, kleine Kunstwerke und liebevolle Details zu sehen.

    Ipoh wurde vor allem durch den Zinnbergbau groß. Ab dem späten 19. Jahrhundert kamen viele Menschen in die Region, um in den Minen zu arbeiten, und der Zinnreichtum brachte der Stadt Wohlstand. Später ging die Bedeutung des Zinns zurück, unter anderem durch sinkende Preise, erschöpfte Vorkommen und die nachlassende Nachfrage. Viele der alten Gebäude erinnern noch heute an diese Zeit. Auch der Ipoh-Baum, nach dem die Stadt vermutlich benannt wurde, taucht immer wieder im Stadtbild auf. Sein giftiger Milchsaft wurde früher unter anderem für die Spitzen von Blasrohrpfeilen verwendet.

    Über die Vergangenheit der Stadt haben wir an verschiedenen Orten mehr erfahren. Im Han Chin Pet Soo, einem ehemaligen Hakka-Clanhaus, ging es unter anderem um chinesische Einwanderer und den Zinnbergbau. Das Ho Yan Hor Museum erzählt die Geschichte der gleichnamigen Kräutermedizin und ihrer Entwicklung. Auch die 22 Hale Street Heritage Gallery beschäftigt sich mit der Geschichte und dem Leben in Ipoh.

    Geschichte findet man aber nicht nur in Museen. Ein ehemaliges Bankgebäude wurde zu einem sehr schön gestalteten Buchladen umgebaut. Dort kann man zwischen Büchern durch Räume laufen, die noch an die frühere Nutzung erinnern. Für uns gab es dort gleich noch eine kleine Premiere: Zum ersten Mal haben wir Limo aus einer Tüte getrunken.

    Auch die Höhlentempel rund um Ipoh sind sehenswert. Sie liegen direkt in den Kalksteinfelsen und verbinden die natürliche Landschaft mit den religiösen Anlagen. Die Concubine Lane ist dagegen eine hübsche historische Gasse mit kleinen Geschäften und Cafés. Ihr Name wird oft mit den sogenannten „Concubines“, also den Nebenfrauen wohlhabender Männer, in Verbindung gebracht, die dort früher gelebt haben sollen.
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