Tag 72: Turku und weiter nach Helsinki
June 25 in Finland ⋅ ☁️ 19 °C
Heute Früh fuhren wir schon relativ zeitig von unserem Übernachtungsplatz in die Stadt. Übrigens hatten wir auf diesem Platz eine junge österreichische Familie kennengelernt: Bernadette und Gottfried mit den beiden kleinen Mädchen Josefine und Emma und mit Hund, dessen Name mir leider entfallen ist. Die 5 sind seit nahezu einem Jahr im Wohnmobil unterwegs und kehren Mitte August nach hause zurück. Das ist für michso bewundernswert, wie nicht vorstellbar. Ich finde es aber toll.
Turku empfängt uns an diesem Freitag mit genau der Mischung, die alte europäische Kulturstädte so faszinierend macht: geschichtsträchtige Mauern und pulsierendes Sommerleben. Gegründet im späten 13. Jahrhundert ist Turku die älteste Stadt Finnlands und war bis 1812 auch deren Hauptstadt. Bis heute gilt sie als das historische und kulturelle Herz des Landes, geprägt durch den Fluss Aurajoki, der sich wie eine Lebensader durch das Zentrum zieht. Für uns begann der Tag logistisch perfekt – direkt in der Nähe der Burg fanden wir einen unkomplizierten Parkplatz für unseren Camper, ein idealer Ausgangspunkt.
Die Burg Turku (Turun linna) steht seit 1280 strategisch günstig an der Mündung des Aurajoki. Sie hat sich von einer schlichten Festung zu einem prachtvollen Renaissance-Schloss gewandelt und atmet schwedisch-finnische Geschichte. Was uns hier nachhaltig beeindruckt hat, ist die hervorragende Kuration. Die Beschreibungen in den verwinkelten Räumen, Gängen und Verliesen sind so lebendig und detailreich aufbereitet, dass die Epochen förmlich greifbar werden. Man spürt regelrecht den Geist der schwedischen Könige und der Herzogin Katharina Jagiellonica, die hier einst Hof hielten.
Vom rauen Charme der Burg ging es weiter ins Herz der Stadt. Entlang des Aurajoki und auf dem Marktplatz herrschte ein bemerkenswert reges Treiben; Turku zeigte sich von seiner lebendigsten Seite. Ein besonderer kulinarischer Anziehungspunkt ist die historische Markthalle (Kauppahalli) von 1896, in der die Düfte von frischem Fisch, lokalem Käse und traditionellem Gebäck in der Luft liegen.
Wie sich herausstellte, verdankte die Stadt ihre besondere Energie an diesem Wochenende einem glücklichen Timing: Wir sind mitten in den Auftakt der Mittelaltertage von Turku (Turun Keskiaikamarkkinat) geraten. Es ist eines der größten historischen Feste Finnlands. Rund um den Alten Großmarkt drängten sich Handwerker, Gaukler und zahlreiche Verkaufs- und Essensstände, die traditionelle Waren und Düfte verbreiteten. Die Atmosphäre war mitreißend, ohne kitschig zu wirken – ein authentisches Stück gelebte Tradition.
Wo viel Licht ist, gibt es auf Reisen manchmal auch Schatten. Unser Weg führte uns natürlich auch zum berühmten Dom von Turku, dem Nationalheiligtum des Landes. Umso größer war die Enttäuschung vor den Portalen: Wegen umfangreicher Restaurierungsarbeiten ist die monumentale Kirche bis auf Weiteres für Besucher geschlossen. Der erhoffte Blick auf das gotische Kirchenschiff blieb uns verwehrt – ein kleiner Dämpfer für einen ansonsten großartigen Tag.
Dennoch bleibt Turku als eine Stadt in Erinnerung, die ihre Vergangenheit nicht nur im Museum verwahrt, sondern sie mitten im Sommer auf den Straßen feiert.
Nach den vielen Eindrücken in Turku, fuhren wir dann doch weiter nach Helsinki. ASuch hier haben wir wieder einen zwar sehr gefragten, aber dennoch wunderschönen Übernachtungsplatz em Meer. Da sich hier doch Canper an Camper drängt, hatten wir das unverschämte Glüch, dass gerade bei unserer Ankunft ein Camper den wahrscheinlich besten Platz auf diesemGelände verlassen hatte und wir sofort genau dort einparken konnten. Auch hier in der Nähre gibt es eine Sauna. Aber heute haben wir die Saunarunde unterbrochen. Hier haben wir dann auch noch ein paar nette Leute getroffen, mit denen wir uns lange und intensiv unterhalten konntenRead more




















