• Vom versunkenen Dorf bis 120 Meter unter die Erde

    August 16 in Romania ⋅ ☀️ 27 °C

    Nach einer herrlich ruhigen Nacht an unserem wunderschönen Platz am Beliș-Fântânele-Stausee starten wir gemütlich in den neuen Tag. Erst einmal Frühstück bei Sprinti ☕🍳, alles wieder verstauen und gegen 9.30 Uhr geht es los.

    Heute wollen wir zuerst nach Turda, denn dort wartet ein ganz besonderes Ziel auf uns: die berühmte Salina Turda. 🧂

    🌊 Eine Traumstrecke entlang der Stauseen

    Wir fahren auf der DJ107P – und diese Strecke begeistert uns vom ersten Kilometer an. 😍 Die Strasse schlängelt sich durch die Apuseni, vorbei an Wäldern, Bergen und immer wieder an wunderschönen Stauseen. Hinter jeder Kurve gibt es einen neuen Ausblick. Einfach unglaublich schön! 🚐🌲💙

    Was heute so friedlich aussieht, hat allerdings eine spannende Geschichte. Die Stauseen gehören zu einem grossen Wasserkraftsystem, das hauptsächlich zwischen den 1960er- und 1980er-Jahren entstand. Das Wasser wird teilweise kilometerweit durch Tunnel mitten durch die Berge von einem See zum nächsten geleitet.

    Für den Beliș-Fântânele-Stausee mussten damals sogar Siedlungen weichen. Teile des Dorfes Giurcuța de Jos verschwanden unter dem Wasser. Wenn der Wasserstand besonders tief ist, werden noch heute Überreste der alten Kirche sichtbar. Schon verrückt: Wir haben dort oben friedlich geschlafen – und unter diesem Wasser liegt ein Stück vergangenes Dorfleben. 😮

    🚐 Boxenstopp in Gilău

    In Gilău entdecken wir auf einem eher unscheinbaren Autohof beziehungsweise Industriegelände eine Toilette – und plötzlich können wir gleich alles auf einmal erledigen: selber aufs WC, Wasser für Sprinti auffüllen und unsere Campingtoilette entsorgen. 😂 Perfekt!

    Besonders schön sind wieder einmal die Menschen. Einige kommen ebenfalls vorbei, sehen uns hantieren und helfen ganz selbstverständlich mit. Unglaublich freundlich und hilfsbereit. ❤️🇷🇴

    Nach ein paar Tagen Rumänien können wir sowieso schon sagen: Das Land gefällt uns. Viel Natur, herrliche Landschaften und vor allem sehr freundliche Menschen. Nur auf den Strassen treffen manchmal zwei Welten aufeinander: tiefenentspannte Kühe und Pferde – und Autofahrer, die es dafür umso eiliger haben. 😂🙈

    Sprinti ist wieder rundum versorgt und wir tuckern gemütlich die letzten rund 40 Kilometer Richtung Turda.

    🧂 Salina Turda – eine andere Welt unter der Erde

    Bei der Salina Turda angekommen, beginnt unser Besuch schon mit einer kleinen Geschichte.

    Wir passieren die Schranke zum Parkplatz, nehmen unser Ticket und fahren hinein. Beim Bezahlen steht ein junger Einheimischer am Automaten und hilft den Besuchern.

    Als er mein Ticket sieht, fragt er mich, ob ich Bargeld hätte. Sprinti wurde bei der Einfahrt offenbar als Bus erkannt und deshalb sollte ich 60 Lei bezahlen.

    Der junge Mann schaut sich die Sache an und meint sinngemäss: Das ist doch ein Wohnmobil und kein Bus! 😄 Also muss ich statt 60 Lei nur die richtigen 20 Lei bezahlen.

    Ich hätte vermutlich einfach die 60 Lei bezahlt, ohne zu maulen. Er hätte also überhaupt nichts sagen müssen.

    Genau deshalb bleibt mir diese kleine Begegnung in Erinnerung. ❤️ Vielleicht haben wir gegenüber den rumänischen Menschen manchmal viel zu viele Vorurteile. Unehrliche Menschen gibt es hier bestimmt – aber davon gibt es bei uns genauso viele. Und heute sind wir einem sehr ehrlichen und aufmerksamen jungen Mann begegnet. 🇷🇴

    Dann geht es hinein in die Salina – und immer weiter hinunter. ⬇️🧂

    ⛏️ 120 Meter unter der Erde

    Die Dimensionen sind wirklich gewaltig. Teilweise geht es rund 120 Meter in die Tiefe. Riesige Hallen, dunkle Salzwände, alte Anlagen und dazwischen eine moderne Freizeitwelt mit Beleuchtung und sogar einem Riesenrad. 😮🎡

    Salz wurde in Turda über viele Jahrhunderte abgebaut. Die Vorkommen werden bereits im Mittelalter schriftlich erwähnt. 1932 wurde der Abbau eingestellt, weil andere Salzminen wirtschaftlicher arbeiteten.

    Damit war die Geschichte der Mine aber noch lange nicht vorbei. Im Zweiten Weltkrieg diente sie den Menschen als Schutzraum, später wurde ein Teil tatsächlich als Käselager genutzt. 🧀😂 Und heute spazieren wir durch diese riesigen unterirdischen Räume und können kaum glauben, was Menschen hier geschaffen haben.

    So kalt wie erwartet ist es übrigens gar nicht. Lange Hosen sind angenehm, die Jacke brauche ich aber nicht.

    Der Besuch ist wirklich sehr interessant und die rund 40 Schweizer Franken Eintritt für uns beide sind es definitiv wert. 👍

    🥶➡️🥵 Von unter der Erde in den Hochsommer

    Wieder draussen erwartet uns dann das komplette Gegenteil: brütende Hitze! 🥵

    Also erst einmal eine schön kalte Cola im Restaurant und überlegen, wie und wohin es weitergehen soll. 🥤

    Danach zurück zu Sprinti: Socken weg, kurze Hosen wieder an und erst einmal Sprinti runterkühlen. 😂 Der Wechsel von der Salzmine zurück in den rumänischen Hochsommer ist schon ziemlich heftig.

    📡 Unterwegs läuft auch die Technik

    Unsere Starlink auf Sprintis Dach bewährt sich auf dieser Reise richtig gut. Sie funktioniert herrlich und stört dort oben überhaupt nicht. Besonders praktisch ist die Zeitautomatik: Nachts können wir Starlink automatisch deaktivieren und damit ordentlich Strom sparen. 🔋👍

    Noldi kann damit problemlos navigieren und Radio Central begleitet uns durch Rumänien. 🎶🇷🇴 Also alles paletti!

    Stromprobleme haben wir sowieso keine. Wir fahren häufig und laden dadurch immer wieder nach. Deshalb ist auch das Kochen mit Induktion kein Problem – genauso wenig wie all die anderen elektronischen Geräte, die inzwischen mit uns reisen. ⚡

    Neu dabei ist ausserdem unsere kleine DJI Pocket 4. 🎥 Klein, handlich und schnell griffbereit – perfekt für unterwegs.

    🏔️ Weiter Richtung Transalpina

    Nach Turda geht es weiter Richtung Berge. Die Landschaft wird wieder grüner, die Wälder dichter und die Strasse kurviger. Kilometer um Kilometer nähern wir uns unserem heutigen Ziel.

    Schliesslich erreichen wir den Oașa-Stausee. 💙⛰️

    Hier befinden wir uns nun am Anfang unseres nächsten Abenteuers. Die eigentliche Transalpina sind wir heute noch nicht gefahren – der spektakuläre Hochgebirgsabschnitt wartet erst morgen auf uns. 🚐🏔️

    Und vielleicht begegnen uns dort wieder die typisch rumänischen Verkehrsteilnehmer auf vier Beinen. 🐄😂 Kühe mitten auf der Strasse würden uns inzwischen jedenfalls nicht mehr besonders überraschen.

    🌊 Ein Platz direkt am Wasser

    Am Oașa-Stausee finden wir einen Platz ganz nach unserem Geschmack: Sprinti steht direkt am Wasser, mit freiem Blick über den See und auf die umliegenden Berge. 🚐💙

    Nach der brütenden Hitze des Nachmittags warten wir eigentlich nur noch auf eines: Schatten!

    Gegen 18.00 Uhr verschwindet die Sonne endlich und fast schlagartig wird es angenehm. 😌 Herrlich!

    Sprinti steht, wir sind angekommen und jetzt beginnt langsam der gemütliche Teil des Tages … 🍷😄

    Am Abend kehrt langsam Ruhe ein am Stausee. Die Sonne hat sich endlich verabschiedet und mit ihr zum Glück auch die brütende Hitze. 😅 Jetzt lässt es sich direkt am Wasser richtig gut aushalten.

    Ganz Feierabend ist bei mir allerdings noch nicht – die Backstube im Sprinti hat geöffnet. 😂 Ich bereite noch einen Brotteig vor. Die Mehlmischung habe ich vorsorglich schon zu Hause selbst zusammengestellt und mit Trockenhefe ergänzt. Der Teig darf nun über Nacht sein Eigenleben entwickeln. Mal schauen, was uns morgen erwartet: frische Brötchen oder ein Teigmonster, das sich über Nacht im Sprinti breitgemacht hat. 😂 Gebacken wird auf jeden Fall – wenn nicht am Morgen, dann eben unterwegs.

    Und Noldis Angelversuche? 🎣 Über die fangen wir jetzt gar nicht erst an zu erzählen – diese Geschichten kennt ihr ja bereits. Sagen wir es so: Der Stausee behält seine Fische und wir essen Pouletflügelli. 😂 Dazu gibt es die restlichen Teigwaren vom Gratin. Plan B funktioniert beim Abendessen zum Glück deutlich zuverlässiger als beim Fischen.

    So lassen wir unseren Abend herrlich direkt am Stausee ausklingen. Sprinti steht, wir sitzen, die Fische können beruhigt weiterschwimmen – und verhungert sind wir trotzdem nicht. 😂🚐🌅

    Danke für die vielen Herzen und dass ihr dabei seid. ❤️ Wir werden morgen dann wieder von uns hören lassen.
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