Bären, Nebel & Dracula 🐻🧛♂️
August 19 in Romania ⋅ 🌙 18 °C
Um 8.00 Uhr werden wir wach – und heute fällt es uns wirklich schwer, aus dem Bett zu steigen. Draussen Nebel, leichter Regen und von der herrlichen Bergwelt rund um uns ist kaum noch etwas zu sehen. 🌧️🌫️ Der heftige Wind der letzten Nacht ist immerhin verschwunden. Sprinti hat das Ganze sowieso ziemlich gelassen genommen – während es draussen pfiff und rüttelte, bekamen wir drinnen erstaunlich wenig davon mit. 🚐
Heute ist unser Ziel klar: Wir fahren den Transfăgărășan fertig und danach geht es nach Bran, zum berühmten Dracula-Schloss.
🐻 Frühstück im Bärenwald
Kaffee und Morgenessen verschieben wir heute auf unterwegs. Irgendwo wird sich schon etwas finden – und wenn nicht, wird Sprinti eben wieder zum Restaurant. 😄
Wir werden fündig und bekommen ein richtig feines, frisches Frühstück. Jeder von uns gönnt sich zwei Kaffee ☕ – man will ja schliesslich nicht riskieren, dass die Bären wacher sind als wir. 😂🐻 Auch die Toiletten sind picobello. Für alles zusammen bezahlen wir umgerechnet etwa 23 Schweizer Franken.
Bargeld brauchen wir in Rumänien übrigens erstaunlich wenig. Fast überall funktioniert die Karte. Etwas haben wir trotzdem am Bankomaten bezogen – für Trinkgeld und unsere Einkäufe an den kleinen Gemüse- und Früchteständen am Strassenrand. 🍅🥒❤️
Schweizer Wohnmobile sehen wir kaum. Deutsche und Österreicher begegnen uns häufiger. Vielleicht haben die Schweizer gehört, dass die Bären hier nicht nur auf Schokolade abgebildet sind. 😂
🏔️ Der Transfăgărășan versteckt sich
Dann fahren wir den restlichen Transfăgărășan – leider bei Regen und dichtem Nebel. 🌧️🌫️ Von der grossartigen Aussicht bekommen wir heute nicht mehr viel mit. Schade, denn gerade diesen Teil der Strecke hätten wir gerne noch richtig bestaunt.
Aber so ist Reisen: Das Wetter liest unseren Reiseplan offensichtlich nicht. 😂
Die Geschichte dieser Strasse ist ohnehin beeindruckend. Der Transfăgărășan wurde hauptsächlich zwischen 1970 und 1974 während der Herrschaft Nicolae Ceaușescus gebaut. Er sollte unter anderem eine strategische Verbindung über die Karpaten schaffen. Soldaten und Arbeiter kämpften sich mit schwerem Gerät und Sprengstoff durch das Gebirge.
Heute fahren wir bequem mit Sprinti darüber und sind ganz froh, dass wir nur lenken und nicht sprengen müssen. 😄🚐
Um 11.30 Uhr sind es 15 Grad. Mein langer Pullover darf endlich beweisen, dass er nicht völlig umsonst mitgereist ist.
🐻 Und tatsächlich – noch ein Bär!
Eigentlich dachten wir, nach unserer gestrigen Bärenparade sei die Quote mehr als erfüllt.
Falsch gedacht. 😂
Auch heute begegnet uns tatsächlich noch einmal ein Bär am Strassenrand! 🐻❤️
Wenn sich schon die Berge hinter dem Nebel verstecken, zeigt sich wenigstens Meister Petz persönlich. Ein letzter pelziger Gruss, bevor wir den Transfăgărășan endgültig hinter uns lassen.
Über Zărnești geht es weiter Richtung Bran.
🧛♂️ Bran – Dracula kann Marketing
Und dann sind wir da: Bran.
Nach all den Tagen in der Natur ist das fast ein kleiner Kulturschock. Menschen, Restaurants, Marktstände – und Dracula auf Tassen, T-Shirts, Magneten und vermutlich allem, was sich irgendwie bedrucken lässt. 😂🧛♂️
Über dem ganzen Rummel thront Schloss Bran. Dabei hat die Burg mit dem historischen Vlad Țepeș weit weniger zu tun, als die Vermarktung vermuten lässt. Bran war vor allem eine strategisch wichtige Festung am Übergang zwischen Siebenbürgen und der Walachei.
Viel stärker geprägt wurde das Schloss später von Königin Maria von Rumänien. 1920 schenkte die Stadt Brașov ihr Bran. Sie liebte die Burg und liess sie zu einer königlichen Sommerresidenz umbauen. Unter anderem entstanden ein englischer Park, eine Teestube und sogar eine kleine Wasserkraftanlage zur Stromversorgung.
Dracula brachte also den Weltruhm – Queen Marie machte daraus ein Zuhause. 👑🏰
💸 Ein bisschen Unterhaltsgeld
Für uns beide kostet der Eintritt umgerechnet etwa 53 Schweizer Franken. Nicht gerade günstig.
Wir nennen es einfach unseren persönlichen Beitrag zum Unterhalt der alten Mauern. 😂🏰
Wenn man schon hier ist, gehört die Besichtigung irgendwie dazu. Unser Fazit ist trotzdem: Verpasst hätte man nicht wahnsinnig viel. Das Schloss wird extrem touristisch vermarktet und vor dem Eingang bilden sich Warteschlangen. Wir haben immerhin noch Glück.
Fast spannender finden wir den Altertumsmarkt rundherum. Daneben reiht sich ein Souvenirstand an den nächsten – wobei Stand Nummer 37 ungefähr denselben Tramsch verkauft wie Stand Nummer 4. 😂
Nach unseren vielen Tagen mitten in der Natur ist dieser Rummel aber tatsächlich einmal eine gelungene Abwechslung.
😱 Dracula allein reicht offenbar noch nicht
Weil wir schon einmal hier sind, lösen wir zusätzlich den Eintritt für die Folterkammer.
Nun ja …
Was dort gezeigt wird, ist teilweise kaum vorstellbar. Strecken, quetschen, fesseln und öffentlich demütigen – bei manchen Instrumenten fragt man sich ernsthaft, wer überhaupt auf solche Ideen gekommen ist. 😳
Bei den Darstellungen fällt uns besonders auf, wie grausam auch Frauen bestraft wurden. Gerade Anschuldigungen wegen Hexerei oder vermeintlich unsittlichem Verhalten konnten für Frauen verheerende Folgen haben. Folter und brutale Strafen trafen historisch natürlich ebenso Männer.
Noldi und ich sind uns nach dem Besuch jedenfalls vollkommen einig:
2026 gefällt uns plötzlich ausgesprochen gut. 😂👍
🏡 Und dann entdecken wir das echte Bran
Direkt neben dem ganzen Dracula-Rummel liegt das kleine Muzeul Satului Brănean, das Freilichtmuseum von Bran – und das gefällt uns fast besser. ❤️
Das Museum wurde 1962 eingerichtet und umfasst 18 historische Gebäude und Anlagen aus den Dörfern der Bran-Region. Alte Bauernhäuser, Wirtschaftsgebäude und Schäferhütten erzählen vom Leben der Menschen in den Karpaten, als Viehzucht, Waldarbeit und Landwirtschaft den Alltag bestimmten. Auch Holz und Wolle wurden hier verarbeitet; einige Anlagen funktionierten sogar mit Wasserkraft.
Wir entdecken eine alte Schäferhütte aus Peștera, traditionelle Holzhäuser und einen Kalkofen, in dem früher Kalkstein gebrannt wurde. Gebaut wurde mit dem, was die Umgebung hergab: Holz aus den Wäldern, Stein und Lehm. 🐑🪵🏡
Man bekommt plötzlich eine Vorstellung davon, wie einfach und gleichzeitig durchdacht das Leben hier früher organisiert war. Kein Baumarkt, kein Stromanschluss und kein Online-Shop – dafür wusste man ziemlich genau, was man mit Holz, Wasser und ein paar guten Händen anfangen konnte. 😄
Und genau dieser Gegensatz gefällt uns: Nur wenige Schritte von Dracula-Tassen und Souvenirständen entfernt erzählt dieses kleine Dorf die Geschichte der Menschen, die hier tatsächlich gelebt und gearbeitet haben.
Das Freilichtmuseum bewahrt damit eine ganz andere Geschichte von Bran – leiser als Dracula, aber für uns fast spannender. ❤️
🌙 Gute Nacht aus Bran
Nun sitzen wir gemütlich an unserem schönen Stellplatz in Bran. 🚐 Ein einziges weiteres Wohnmobil hat sich ebenfalls hierher verirrt – das können wir gerade noch verkraften. 😂
Heute hatten wir wieder von allem etwas: Regen und Nebel, Frühstück im Bärenwald, den letzten Teil des Transfăgărășan, tatsächlich noch einmal einen Bären, Dracula, Queen Marie, Folterkammer und zum Schluss ein Stück ursprüngliches Rumänien.
Nach dem Trubel rund ums Schloss geniessen wir jetzt einfach die Ruhe bei Sprinti.
Danke, dass ihr wieder mit uns unterwegs wart, unsere Geschichten lest und uns mit euren Herzchen und Kommentaren begleitet. ❤️🇷🇴 Morgen schauen wir, wohin uns Sprinti als Nächstes bringt.
Gute Nacht aus Bran. 🌙🚐🏰 Und falls Dracula heute Nacht anklopft – wir haben für heute wirklich genug Eintritt bezahlt. 😂🧛♂️Read more




























TravelerKnoblauch soll helfen gegen Dracula! 🧄🧄🧄
su-no-auf-reisen😄😂 Genau! Wir haben vorsichtshalber ordentlich Knoblauch gegessen – sicher ist sicher! 🧄🧛♂️ Aber Dracula hat sich trotzdem nicht blicken lassen. 😂🏰
TravelerWir haben euch auf Instagram entdeckt und reisen gerne mit. Rumänien hat uns im Frühling auch total begeistert. Unsere Reise kann man auf womo-virus.ch verfolgen. Wir wollen unbedingt auch mal im Herbst dieses Land bereisen. Euch noch viel Spass in diesem tollen Land 🙋♀️🙋♂️😊
su-no-auf-reisenHallo zusammen, das freut uns riesig und es lohnt sich aus. Wir sind inzwischen richtige Rumänien Fans. Es ist so enspannt, so schön und so viel Natur und Geschichte. Die Menschen sind freundlich und wir hatten noch nie angst irgendwie ausgeraubt zu werden. Im Gegenteil. Ganz lieben Dank wir werden Euch auch folgen.