• Zeitreise bei über 30 Grad 🥵🏡

    August 20 in Romania ⋅ ⛅ 33 °C

    Bevor wir uns direkt ins Getümmel von Sibiu – oder Hermannstadt – stürzen, legen wir noch einen ganz besonderen Zwischenstopp ein: das riesige ASTRA-Freilichtmuseum im Dumbrava-Wald. Und das ist heute eine ziemlich clevere Entscheidung! Bei deutlich über 30 Grad würden wir in der Altstadt vermutlich langsam mit dem Kopfsteinpflaster verschmelzen. 😅 Deshalb heisst unser Plan: zuerst alte Häuser im Schatten, später Sibiu in der hoffentlich etwas kühleren Abendluft.

    Schon beim Betreten merken wir: Das hier ist kein kleines Museum, durch das man in einer halben Stunde hindurchspaziert. Ganze 96 Hektaren, mehr als 400 historische Gebäude und rund zehn Kilometer Wege warten auf uns. Wer alles sehen möchte, sollte gute Schuhe, genügend Wasser und vermutlich eine kleine Zwischenverpflegung mitbringen. 😉

    Zwischen schattigen Bäumen, Wiesen und einem grossen See stehen Bauernhäuser, Werkstätten, Holzkirchen, Ställe sowie Wasser- und Windmühlen. Es fühlt sich an, als würden wir durch ein altes rumänisches Dorf spazieren – nur dass die Häuser ursprünglich aus ganz unterschiedlichen Regionen des Landes stammen.

    Das Freilichtmuseum entstand 1963 zunächst als «Museum der bäuerlichen Technik». Das erste Gebäude, das hier wieder aufgebaut wurde, war eine historische Wassermühle aus Dăbâca. 1967 wurde das Museum offiziell für Besucher eröffnet. Anfangs standen vor allem Mühlen, Werkstätten und alte technische Anlagen im Mittelpunkt. Später kamen Bauernhäuser, Kirchen, Schulen, Gasthäuser und ganze Hofanlagen dazu.

    Und jetzt wird es richtig spannend: Viele dieser Häuser sind keine Nachbauten! Sie wurden an ihren ursprünglichen Standorten sorgfältig auseinandergenommen, jedes einzelne Teil nummeriert, nach Sibiu transportiert und hier wieder zusammengesetzt. Ein riesiges historisches Puzzle – nur ohne Anleitung aus dem Möbelhaus. 😄

    Die Häuser erzählen vom früheren Leben in Rumänien. Wir entdecken einfache Bauernhäuser, wunderschöne Holzbalkone, Fischerhäuser aus dem Donaudelta und Gebäude, die schon mehrere Jahrhunderte alt sind. In den Stuben, Küchen und Werkstätten stehen alte Möbel, Werkzeuge und Geräte. Man kann sich gut vorstellen, wie hier gekocht, gearbeitet, Getreide gemahlen, Holz verarbeitet und Wolle gesponnen wurde.

    Besonders faszinierend finden wir die zahlreichen Mühlen. Manche wurden mit Wasser, andere mit Wind oder sogar mit Muskelkraft betrieben. Da merkt man schnell: Die Menschen früher hatten vielleicht keinen Strom – aber dafür jede Menge Erfindergeist! 💡

    Der Eintritt kostet für Erwachsene aktuell 35 Lei pro Person, also ungefähr sieben Schweizer Franken. Für dieses riesige und gepflegte Gelände ist das wirklich ein günstiger Ausflug.

    Trotz der vielen schattigen Plätze bleibt es heute ordentlich heiss. Wir schlendern deshalb eher gemütlich als sportlich durch die Anlage. Schliesslich wollen wir noch etwas Energie für den Abend übrig behalten. 😅

    Denn unsere heutige Zeitreise ist noch lange nicht vorbei: Nach dem ländlichen Rumänien vergangener Jahrhunderte wartet als Nächstes die historische Altstadt von Sibiu auf uns. Aber zuerst brauchen wir vermutlich etwas Kaltes zu trinken … und unsere Füsse eine kleine Pause. 🥤👣

    Fortsetzung folgt – heute Abend aus Hermannstadt! 😊
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