• Wenn Häuser Augen haben 👀🇷🇴

    August 20 in Romania ⋅ 🌙 28 °C

    Um 10.30 Uhr verabschieden wir uns von unserem schönen Stellplatz in Bran. Bevor wir losfahren, sagen wir unserem Gastgeber noch persönlich Tschüss und geben ihm 100 Lei, rund 17 Franken. Er ist freudig überrascht. ❤️ Noldi schenkt ihm zusätzlich ein kleines Schweizer Messer 🇨🇭 und wir bekommen dafür noch ein paar Empfehlungen für unsere Weiterreise.

    Dann wartet noch eine letzte Herausforderung: die ominöse Brücke. 😂 Genau über dieses vertrauenerweckende Bauwerk müssen wir mit Sprinti wieder zurück. Also langsam darüber und einfach hoffen, dass sie heute genauso viel Vertrauen in Sprinti hat wie wir in sie.

    Sie hält. Wir auch. 😂🚐

    Unser Ziel heute ist Sibiu, das frühere Hermannstadt. Sightseeing steht auf dem Programm.

    Unterwegs machen wir einen ausgiebigen Zwischenhalt beim Muzeul Civilizației Populare Tradiționale ASTRA. 🏡 Nach einigen Stunden und vielen Eindrücken geht es weiter Richtung Sibiu.

    ⛪ Heute schlafen wir hinter Kirchenmauern

    Etwas ausserhalb der Stadt finden wir unseren heutigen Platz. Ob Camping- oder Stellplatz – keine Ahnung. Aber uns gefällt er richtig gut. 🚐❤️

    Es gibt schöne Stellflächen, Duschen und Toiletten, und wir stehen geschützt innerhalb der Mauern bei einer Kirche. Wir werden sehr nett begrüsst, bekommen sogar einen eigenen Schlüssel und bezahlen gleich bei der Ankunft.

    Sprinti darf sich ausruhen. Wir geniessen kurz die Ruhe – aber wir haben heute noch etwas vor: Die Altstadt wartet!

    🚌 Zwei Schweizer Landeier fahren Bus

    Die Bushaltestelle in der Nähe finden wir problemlos. Nur stehen Noldi und ich dann davor und stellen uns die entscheidende Frage:

    Welche Strassenseite ist eigentlich die richtige? 😂

    Noldi macht es auf seine Art: nicht lange herumrätseln, sondern einen Einheimischen fragen. Der bestätigt freundlich, dass wir tatsächlich richtig stehen und unser Bus in etwa zehn Minuten kommt.

    Und tatsächlich: Bus Nummer 10 fährt vor. Für 3,50 Lei pro Person, also ungefähr 60 Rappen, geht es Richtung Altstadt. 🚌

    Schwupps – schon stehen die beiden Landeier mitten in Sibiu.

    👀 Eine Stadt, die zurückschaut

    Sibiu hiess früher Hermannstadt und wurde ab dem Mittelalter zu einem wichtigen Zentrum der Siebenbürger Sachsen. Händler und Handwerker brachten Wohlstand, mächtige Mauern und Wehrtürme schützten die Stadt, und zeitweise war Hermannstadt sogar ein politisches Zentrum Siebenbürgens.

    Und dann sind da diese Häuser. 👀

    Die berühmten „Augen von Sibiu“ sind eigentlich Dachfenster, die der Belüftung dienten. Aber sie sehen tatsächlich so aus, als würden die Häuser ganz genau beobachten, was unten passiert.

    Wir fühlen uns beobachtet – benehmen uns aber trotzdem nicht besser. 😂

    🍷 Erst essen, dann Kultur

    Inzwischen haben wir richtig Hunger und finden mitten in der Altstadt ein wunderschönes Restaurant mit riesigen Sälen.

    Für mich gibt es Teigwaren mit Hühnchen, Champignons, Tomatensauce und Käse, Noldi entscheidet sich für Rinderfilet mit Pommes. Dazu trinken wir insgesamt drei Gläser Weisswein, knapp einen halben Liter, und 7 dl Wasser. 🍝🥩🍷

    Das Essen ist hervorragend. Und nicht nur das: Das Personal ist ausgesprochen freundlich, hilfsbereit und aufmerksam, alles ist gepflegt und selbst die Toiletten sind top sauber.

    Für alles zusammen bezahlen wir rund 65 Schweizer Franken.

    Da kann man wirklich nicht meckern. Höchstens darüber, dass der Teller irgendwann leer ist. 😂

    🌉 Augen, Lügen und ganz viel Geschichte

    Gut gestärkt ziehen wir durch die Altstadt. Wir sehen den imposanten Piața Mare, den Grossen Ring, schlendern durch die alten Gassen und stehen natürlich auch auf der berühmten Lügenbrücke.

    Um sie ranken sich allerlei Geschichten. Eine Legende behauptet, die Brücke würde knarren oder gar zusammenbrechen, wenn jemand auf ihr lügt.

    Sie steht noch.

    Wir übrigens auch.

    Mehr müssen wir dazu nicht sagen. 😂🤥

    Überall begleiten uns dabei die „Augen“ auf den Dächern. Sibiu schaut wirklich zurück. 👀

    ❤️ Rumänien überrascht uns schon wieder

    Wir können natürlich nur die Altstadt beurteilen, denn mehr sehen wir von Sibiu heute nicht. Aber die begeistert uns.

    Top sauber, keine unangenehmen Gerüche, nette und gepflegte Menschen und wunderschöne, teilweise richtig imposante Gebäude. Man spürt, dass diese Stadt Geschichte hat, ohne dass sie dabei wie ein Museum wirkt.

    2007 war Sibiu Europäische Kulturhauptstadt – und wenn wir hier sitzen und uns umschauen, verstehen wir ziemlich gut, warum.

    Jetzt machen wir etwas, das in keinem Reiseführer als Sehenswürdigkeit aufgeführt ist:

    Wir geniessen einfach noch ein bisschen das Sein. ❤️

    Wir sitzen mitten in der Altstadt, schauen den Menschen zu und lassen Sibiu auf uns wirken. Nach Bären, Bergpässen, Dracula und all der Natur zeigt uns Rumänien heute wieder eine völlig andere Seite.

    Und einmal mehr stellen wir fest:

    Sibiu überrascht uns. Rumänien überrascht uns. Und zwar richtig positiv. 🇷🇴❤️

    Jetzt müssen die beiden Schweizer Landeier nur noch den richtigen Bus zurück finden. 🚌😂 Dann wartet Sprinti hinter den Kirchenmauern auf uns.

    Gute Nacht aus Sibiu. 🌙🚐❤️ Und falls wir den Bus nicht finden – die Häuser haben uns ja die ganze Zeit beobachtet. Die müssten eigentlich wissen, wo wir hinmüssen. 👀😂

    Ob wir den Bus zurück tatsächlich gefunden haben, erfahrt ihr morgen – wenn der nächste Bericht kommt … oder eben nicht. 😂
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