• Vom Bärenradar zum Wetteralarm 🐻⛈️

    August 22 in Romania ⋅ ☀️ 34 °C

    🌲 Guten Morgen aus der Natur – und wieder kein Bär

    Guten Morgen von unserem wunderschönen Platz am Bach. Die Bären haben sich leider auch in der Dämmerung nicht blicken lassen. 🐻 Vielleicht waren wir ihnen einfach zu ordentlich. 😂

    Wir schlafen ausgiebig und geniessen danach ganz gemütlich unser Zmorge mitten in der Natur. Natürlich läuft bei mir das persönliche Bärenradar weiterhin mit: ein Auge beim Frühstück, das andere immer mal wieder Richtung Wald. 👀

    Als wir später losfahren, relativiert sich meine Vorsicht allerdings ein wenig. Plötzlich sehen wir Wanderer, am Bach wird gezeltet, Wohnwagen stehen herum und überall sitzen Menschen gemütlich am Wasser.

    Na gut … vielleicht bin ich manchmal einfach ein bisschen übervorsichtig. 😂

    Um 10.30 Uhr verabschieden wir uns von unserem kleinen Bachparadies und machen uns wieder auf den Weg.

    🛣️ Der Kreis schliesst sich

    Noch einmal folgen wir der 106N, bis sich unser Kreis tatsächlich schliesst und wir wieder auf die Transalpina treffen. Dieses Stück kennen wir bereits – beinahe schon ein kleines Heimspiel für Sprinti. 🚐⛰️

    Aber nur kurz. Dann biegen wir auf die 7A Richtung Voineasa ab.

    Die Strasse wird stellenweise gerade neu geteert und fährt sich entsprechend unterschiedlich. Kühe gehören natürlich auch hier zum Strassenbild 🐄, und ein Stausee beschert uns nochmals einen wunderschönen Ausblick.

    Nach Voineasa wird die Strecke dann etwas eintöniger. Rechts Wald, links ein kleiner Bach – eigentlich schön, aber nach all den wilden Flüssen und Wasserfällen der vergangenen Tage sind wir offenbar bereits etwas verwöhnt. 😄

    🏕️ Eine kleine Oase im Nirgendwo

    Mitten im Nirgendwo entdecken wir auf der Karte, etwa eine halbe Stunde voraus, einen Campingplatz: Balta cu Tei.

    Ein kleiner Teich zum Angeln, hervorragende Bewertungen, fünf Sterne und ungefähr 24 Euro für die Nacht. Und da Sprintis Toilette inzwischen ziemlich deutlich signalisiert, dass auch sie einmal etwas Aufmerksamkeit braucht 🚽😂, kommt uns ein richtiger Campingplatz gerade gelegen. Möglichkeiten zum korrekten Entleeren der Chemietoilette sind in Rumänien nämlich gar nicht überall so einfach zu finden.

    Also: Warum eigentlich nicht einmal Camping?

    Und bei der Ankunft stellen wir fest: Das war keine schlechte Entscheidung.

    Der Platz liegt idyllisch direkt an einem kleinen Teich, an dem sogar gefischt werden darf. Und sauber?

    Sehr sauber!

    Da könnten sich noch einige Campingplätze eine ordentliche Scheibe abschneiden. 👌

    🌲 Ein Tal mit überraschend viel Vergangenheit

    Auch die Gegend hat mehr Geschichte, als man beim gemütlichen Sitzen am Teich zunächst vermuten würde. Das Lotru-Tal rund um Brezoi war schon in der Eisenzeit besiedelt; später hinterliessen Daker und Römer ihre Spuren. Im 16. Jahrhundert wurde im Lotru sogar nach Gold gesucht.

    Später prägte vor allem die Holzgewinnung die Region. Baumstämme wurden einst über Lotru und Olt transportiert, und ab Ende der 1940er-Jahre verband sogar eine Schmalspurbahn Brezoi mit Voineasa. In den 1960er-Jahren verschwand sie wieder.

    Heute sitzen wir hier am Teich und von all dem ist kaum noch etwas zu spüren. Ruhe, Wald, Wasser – eigentlich perfekt. 🌲❤️

    ⛈️ Ähm … Bärenalarm?!

    Während wir gemütlich dasitzen, verdunkelt sich allerdings langsam der Himmel.

    Ein Gewitter zieht auf.

    Also installieren wir erst einmal die Omnistore. Dann beginnt es seitlich reinzuregnen – gut, dann kommen eben auch noch die Seitenwände dran. Schon haben wir unser kleines wetterfestes Wohnzimmer aufgebaut. 🚐🌧️

    Und plötzlich:

    MEEEEEP! ALARM! 😳📱

    Mein Handy und gleichzeitig meine Uhr geben einen derart schrillen Ton von sich, dass wir beide erst einmal schauen, was denn jetzt los ist.

    Natürlich verstehen wir die Meldung nicht und müssen übersetzen.

    Unser erster Gedanke?

    Bärenalarm! 🐻😂

    Ganz abwegig wäre das hier schliesslich nicht.

    Aber nein. Es ist ein Wetteralarm. Gewarnt wird vor starken Böen, Starkregen und möglicherweise Hagel.

    Und glaubt mir: Diesen Alarm kann niemand überhören. Der tönt einfach. Da gibt es kein gemütliches „Ach, schaue ich später mal nach“. 😂

    Und wir denken uns: So ein deutliches Warnsystem wäre bei uns manchmal vielleicht gar nicht schlecht? 🤔

    Schon wieder ein kleiner Pluspunkt für Rumänien. 🇷🇴

    🌧️ Heute passiert einfach einmal nichts

    Bis jetzt hält sich das angekündigte Unwetter allerdings zurück. Es regnet gemütlich vor sich hin, von Sturm oder Hagel ist noch nichts zu sehen.

    Uns soll’s recht sein. Hier hat unserer Bärenradarauge mal Pause.

    Später machten wir noch einen kleinen Spaziergang. Unterwegs begegneten uns ein Schwein, ein süsser Babyhund und eine ganze Ziegenherde. 🐷🐶🐐

    Gleich um die Ecke entdeckten wir ein kleines „Restaurant“ – aus Schweizer Sicht wohl eher ein Kiosk – und setzten uns dort auf ein Bier. Kaum sassen wir, zog zuerst eine Kuhherde und danach eine ganze Schafherde mitten über die Strasse. Natürlich konnte Noldi nicht einfach zuschauen: Er half mit, die Schafe wieder auf den richtigen Weg zu lotsen, und wurde kurzerhand zum rumänischen Hilfsschäfer. 🐑😂

    Danach kamen wir mit den Einheimischen ins Gespräch. Mit Händen, Füssen, ein paar rumänischen Wörtern und Chattys Übersetzungshilfe entstand eine ziemlich lustige Unterhaltung. Einer der Männer – seinen Namen kennen wir leider bis heute nicht – bezahlte zuerst unsere Getränke und lud uns danach spontan zu sich nach Hause ein.

    Dort zeigte er uns ausführlich sein Haus und die ganze Umgebung. Anschliessend gab es Steaks vom Grill. 🥩 Seine Gastfreundschaft war gross und er wollte uns kaum gehen lassen.

    Wir konnten uns schliesslich verabschieden, und der namenlose Einheimische begleitete uns noch zurück bis zum Campingplatz. Nun sind wir wieder sicher bei Sprinti. Alles ist in Ordnung – und ja, wir leben noch! 😂

    Wir wünschen eine gute Nacht, schlaft gut und bis morgen,
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