Jung, dynamisch und arbeitslos. Und schön. Und bescheiden. Vor allem Sue.
Message
  • Day47

    Salta wie Olten, 1 Tag reicht ...

    March 4, 2018 in Argentina ⋅ ⛅ 25 °C

    Kurzer kaum erwähnenswerter 1-Tages-Stop in Salta, bevor um 01:00 unser Nachtbus in Richtung Atacama-Wüste fährt. Aber wir brauchen natürlich den Footprint, um unsere komplette Reiseroute zu dokumentieren und den Müttern dieser Welt zu signalisieren, dass auch beim letzten Flug völlig unerwartet alle überlebt haben. Wir nutzen die zum schlecht werden langsame Sauna-Gondelbahn aus Olten, um auf den saltainischen (oder saltanischen? oder satanischen!?) Hausberg San Bernardo zu gelangen, immerhin 1‘400m ... Die Wasserfälle sind nicht ganz so imposant wie die in Iguazu, ist aber trotzdem ziemlich schön hier. Die restlichen Stunden verbringen wir in der Stadt, wo ich wie vor jedem Nachtbus versuche, mich mit reichlich lokalem Bier und Rotwein der Reserva und Grand Reserva Klasse abzuschiessen, ohne dabei negativ aufzufallen. Hat mehrheitlich funktioniert und ein Mal mehr kam niemand ernsthaft zu Schaden. Ausser meine Leber. Ein bisschen.Read more

  • Explore, what other travelers do in:
  • Day44

    Horden bunt-flattriger Schmetterlinge

    March 1, 2018 in Argentina ⋅ ⛅ 29 °C

    Bevor wir über Iguazu sprechen, wo wir übrigens unbeschadet jedoch mit etwas Nachbrand angekommen sind, gibt es noch zwei wichtige Themen aufzuarbeiten. Was mich seit einigen Wochen immer wieder irritiert, sind die ununterbrochen blau blinkenden Blaulichter der Polizeifahrzeuge hier. Die leuchten und blinken immer. Ob Einsatz oder nicht. Während in unseren Breitengraden die Polizei gerne auf "Versteckis" und "Fangis" macht, um irgendwann hinter einem Baum hervorzuspringen und lauthals zu rufen "heds!", läuft das hier irgendwie mehr nach dem Prinzip „schaut her, ich hab auch so ein geiles Blaulicht und was Dickes in der Hose (also eine Pistole), ich komme (also physisch an einen Ort), anständig sein!" ... Habe das Prinzip zwar nie wirklich verstanden, aber die Tage in Mendoza durchaus schätzen gelernt. Das dürfte auch dem rassigen Pedro Fictivo jeweils entgegen kommen.

    Dann noch ein kleiner Nachtrag zu Santiago. Was war das eine geile Woche. Neben all den wundervollen Erlebnissen und all der Grosszügigkeit, blieb eine Sache bislang jedoch unerwähnt. A.S., die gute Seele vom Penthouse, schenkte uns neben einem gefüllten Kühlschrank, den täglichen Geheimtipps (die schickt er übrigens immer noch) und einem Cheese- & Wine-Tasting noch etwas ganz Besonderes zum Abschied ... ein Buch. Also einen massiven Bildband von Chile mit persönlicher Widmung. Grösse A4. Dick. Geil, ein Buch für Weltreisende. Richtig schlau dieser A.S., wirklich ganz toll. Und ich schlepp den Scheiss seither mit mir rum. Mendoza ging ja noch, da hatten wir immerhin diese hässliche Karre, die wir Gott sei Dank auch wieder los geworden sind. Aber danach wurde es mühsam. Wir hatten uns auch schon beinahe daran gewöhnt, ohne feste Mission um die Welt zu reisen. Aber nein, A.S. hat da noch eine kleine Aufgabe für uns. Wir nutzen also unsere wertvolle Reisezeit in Iguazu und ab die Post. Also ab zur Post. Die anfänglich veranschlagten CHF 85.- für 1,12 kg in die Schweiz lassen sich trotz Sprachbarrieren und dank dem Entfernen der Buchverpackung und dem Verzicht auf eine stabile Box immerhin noch auf CHF 43.- für 0,98 kg reduzieren. Den Bildband gibts bei Amazon übrigens für 29.90. Wahrscheinlich. Super Geschenk. Danke A.S.!

    Iguazu selber ist wunderbar grün, subtropisches Klima eben. Angesichts der ganzen Gerüche und all dem Gekreuch und Gefleuch vermisse ich aber stellenweise das trockene Klima der letzten Wochen ein wenig. Das lasse ich mir aber nicht anmerken. Doch schon am ersten Tag fange ich an leicht zu kränkeln, so Kopf und Hals und so. Kaum gibt man sich nach einigen Wochen kargem Leben wieder dem Luxus hin, schon fährt der ausgemergelte Körper gleich die Abwehrschilde runter und es braucht lediglich einen leichten Klimawechsel und man(n) wird krank. Vielen war ja von Beginn an klar, dass ich das schwache Glied dieser zweigliedrigen Kette bin. Also schwach als Glied der Kette, sonst kein schwaches Glied. Aber die schöne Sue ist ja auch sonst die offensichtlich gute Party in der Beziehung, aber auch das lasse ich mir nicht anmerken. Ich bin auch schön. Je nach Blickwinkel.

    Tapfer stampfe ich also hinter Sue her zu den Iguazu Falls, den mächtigsten Wasserfällen der Welt. Dagegen ist ein Besuch beim Rheinfall eher ein Reinfall. Die Niagara Falls im Vergleich ein kleines Rinnsal. Wirklich imposant. Jumanjii-Feeling pur (schau Fotos). Das lockt natürlich auch Johnny und Annie, Ramon und Ramona, Herbert und Bärbel, sowie tausende andere Mitläufer an. Ich bin mir stellenweise gar nicht mehr sicher, wovon mein Kopf eigentlich so dröhnt. Vom permanenten Lärm der imposanten Fälle, dieser oft unterschätzten und meist lebensbedrohlichen Männer-Erkältung die ganz offensichtlich im Anmarsch ist oder eben doch den Massen von Menschen und menschenähnlichen Geschöpfen die einem unmenschlich im Weg stehen. Wahrscheinlich von allem ein bisschen. Zum Glück ist Sue da, um Schlimmeres zu vermeiden. So kam es zu keinerlei Handgreiflichkeiten oder sonstigen Eskalationen.

    Auf Anraten der medizinisch völlig unausgebildeten Sue bekämpfte ich den Brummschädel mit literweise Wasser. Was irgendwie nützte. War also wohl doch nur ausserordentlicher Nachbrand oder bereits Entzug von Mendoza. Scheiss Wein. Sue für ihren Teil ist ganz entzückt ob der „Horden“ von Schmetterlingen, wie sie es nennt, und diesen komischen Waschbären mit ihren langen Gesichtern. Ich dachte zwar, Schwimmer und Flieger bewegen sich dreidimensional in „Schwärmen“ und die „Horden“ sind den sich zweidimensional bewegenden Gehern und Tramplern vorbehalten. Aber was weiss ich schon? Macht doch mit der Sprache was ihr wollt. Der Diskussion dazu ging ich aufgrund des Brummschädels sowieso aus dem Weg. Dann sind es eben entzückend schöne Horden bunt-flattriger Schmetterlinge. Zusammen mit Wasser, übrigens das einzige wovon es noch mehr hat hier als Menschen. Bei den Bäumen bin ich mir nicht sicher.

    Und dann ist da ja noch das Highlight dieser Tage. Ian, mein kleiner Göttibueb. Geboren am 01.03.2018 um 22:32. Wie geil ist das denn?! Da wird das Reisen für einen Moment zur Nebensache. Wobei, wir wären in diesem Moment ehrlich gesagt sowieso lieber in der Schweiz. Bei Familie Stauber. Noch mehr als damals während der Fasnachtswoche. Aber wir wussten bei Reiseantritt bereits, dass dies einer der Events ist, dem wir leider nicht beiwohnen werden. Schade. Kein Wunder wird man da krank. Krank vor Sehnsucht. Und dann noch alle diese Schmetterlinge. Einfach krank ... Apropoz, dem Äusseren nach zu urteilen, ist der Erzeuger von Ian ein Eskimo, also nicht Robin. Aber das klären wir nach unserer Rückkehr.

    Zuerst machen wir uns nun aber auf den Weg nach Salta. Also wir fliegen. Von Salta aus bringt uns ein Nachtbus über die Grenze nach San Pedro de Atacama in Chile, von wo aus wir mit einem Jeep die Wüsten von Atacama und Uyuni passieren werden, bevor wir uns dann in La Paz auf unsere Peru-Bus-Tour inklusive 5-day Hike von Cusco aus zum Machu Picchu vorbereiten werden. Stay tuned!
    Read more

  • Day41

    Mendoza - Wein, wein, weimn ...

    February 26, 2018 in Argentina ⋅ ☀️ 25 °C

    Wir also mit dem bus so nach Mendotza. Hat fiil jereschnet. Und wir dann so sex tage mit Wein, wein, weimn wweikbn frkzx ofrnvcrlnl wwrtzzg bmlüüifesv gewdde bugezk wein lotdgdd gff wein nvfev wein ghvk sex n jvlvifc olkhdqfcb vkb vb vhjjbv wein nkh kb jbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbb ...

    Next: Flug (FO5450) nach Iguazu am 1.3.

    .

    .

    .

    .

    .

    Okeoke. Natürlich gibt es noch ein paar weitere wenn auch teils verschwommene Erinnerungen an Mendoza. Wir waren ja nicht nur betrunken. Aber endlich mal. Auch das Saturday-Night-BBQ im Hostel in Mendoza City entpuppte sich als eine richtig steile Sause. Ausserdem haben wir ja das mit dem Mietwagen nochmals versucht via Rentalcars, den Pfeifen. Und was soll ich sagen? Es hat geklappt. Wobei, ich wollte ja einen Tesla. Weiss. Und schnell. Wie mein über alles geliebtes „Schinkenbrot“ eben. Aber Tesla gabs nicht, also haben wir etwas sehr ähnliches genommen. Also das Gefährt, das die nach dem Preis aufsteigend sortierte Liste als erstes ausspuckte. Das Resultat? Ein scheusslich hässlicher Chevi „schiessmichtot“ von einer Firma namens Cactus. Mir reicht die erste Silbe. Ich hoffe Sue hat keine Fotos gemacht. Was würden denn alle meine versnobten (Private-)Banker-Freunde von mir denken? Wobei, da sind ja nur noch Dani und Isli, und die sind ja eigentlich ganz cool ohne Schlips.

    Wie der Tesla hat auch der Chevi, der ziemlich sicher im Kofferraum vom Tesla Platz hätte, ... äh, vier Sitze. Ohne Leder. Damit enden die Gemeinsamkeiten aber auch schon. Zumindest für mich. Naja, schalten macht ja auch Spass und dank Pedro Fictivo (aka The Stig, https://g.co/kgs/DYAuS2) haben wir ja hautnah miterlebt, wie wenige Verkehrsregeln es effektiv zu beachten gibt in Südamerika. Dieser Umstand dürfte den Tesla-Autopiloten sowieso eher ausbremsen. Und so schlage ich die vom Navi errechnete Ankunftszeit dank altmodisch manueller Fahrweise bei jeder Gelegenheit und sehr zur Freude von Sue. Denke ich. Ihren Kommentaren nach zu urteilen, ist sie auf jeden Fall sehr bei der Sache. „Es isch ROOOT!“ ... „do chasch NID überhole!“ ... „das langed NIE!“ ... Tss.

    Wir nutzen das kleine Scheisserchen also, um mit überhöhter Geschwindigkeit und doch total lässig und entspannt - „flüssig“, wie The Stig es nennt - von einer Weinerei zur nächsten zu cruisen und uns allerlei Wein präsentieren zu lassen. Guten Wein. Das können sie hier wirklich. Und nachdem wir uns in Santiago irgendwie schon wieder an den ganzen Luxus gewöhnt haben, entschieden wir uns neben den teils schäbigen Hostel-Zimmern in dieser Woche für drei Übernachtungen auf drei verschiedenen Weingütern. Das hätte auch einen perfekten „smaak!“-Ausflug ergeben. Salentein ist wahnsinnig imposant, Gimenez Riili sehr familiär mit toller Küche und Cecchin? Hm, Cecchin ist Bio, einfach nur Bio.

    Jaja, kosten tun so Winery-Guesthouses natürlich einiges mehr als ein Hostel. Aber wenn man berücksichtig, dass jeweils noch eine Tour, oft ein Tasting und manchmal sogar noch eine ganze Flasche Wein auf dem Zimmer inkludiert ist, ist es immer noch scheiss teuer. Aber man gönnt sich ja auch sonst alles und die verbliebene Speckrolle sehnt sich seit Wochen hartnäckig nach Gesellschaft. Sue für ihren Teil kontemplierte ob der selbst gewählten Unterkünfte, dass die Reise dann wohl schon im Dezember enden könnte, man aber vieles gesehen und möglichst nichts ausgelassen hätte. Ich lächelte, nickte leicht und dachte mir nur „deine vielleicht“! Wir werden sehen. Go Bitcoin, go!

    Ein kurzes Video dazu gibt's hier: https://youtu.be/Jmx8T7ep8iM
    Read more

    Pascal Widmer

    mega 👏, gnüssids! 🥂🍷🍾

    3/2/18Reply
     
  • Day22

    Fit durch die Bündner Berge

    February 7, 2018 in Argentina ⋅ ☀️ 16 °C

    Unsere nächste Destination heisst Bariloche, was wie eine Kombination aus Davos und St. Moritz daherkommt. Ziemlich viel Schweiz hier am nördlichen Ende Patagoniens. im Winter ist Bariloche das grösste Skigebiet Argentiniens mit 43 Skiliften und über 130km Pisten. Aber es ist ja Hochsommer hier, also nix mit Après-Ski. Leider. Die Fahrt mit dem Bus kann ohne nennenswerte Vorkommnisse rapportiert werden. Langweilig? Absolut. Nach der zwölften Herde Lamas und der siebten Straussenfamilie hat man die Fauna auf diesem letzten Abschnitt Patagoniens irgendwann gesehen. Von daher werden wir wenn möglich bevorzugt den Nachtbus buchen, trotz der omnipräsenten Gefahr von Ramon oder Ramona als Sitznachbar.

    Natürlich achten wir auch im Argentinischen St. Moritz auf unser Budget und entschliessen uns für einen weiteren Hike, also zu Fuss die Schönheit der Region erkunden. Wie es sich für Flachländer gehört, entscheiden wir uns erneut für die gröbste Route. Andere nehmen sich dafür einen Guide, aber wir haben ja die schöne Sue an der Karte und mich der optimistisch drauf los trampelt ... Hoch zum Refugio Frey auf 1700m. Der Aufstieg ist richtig schön, durch Bambus-Wälder (hier, im grössten Skigebiet? Ja, und er scheint den garstigen Wintern besser zu trotzen als die zarten Pflänzchen die uns Pavel damals auf die Terrasse gestellt hat. Wobei vielleicht hätte man sie auch im Winter einfach mal giessen müssen, aber Immi steht ja eh mehr auf heimisches Nadelgewächszeugs) und zum Schluss eben doch auch wieder elend steil den Berg hinauf. Doch wir werden auch hier mit einem malerischen Bergsee und grandioser Aussicht für die Strapazen belohnt.

    An der Stelle würden wir uns auch gerne nochmals für die vielen nützlichen Geschenke bedanken! Der Traubenzucker machte die steilen Aufstiege erst möglich, die Sackmesser sind immer auf Mann und haben schon viele Flaschen geöffnet und Gemüse geschnitten, und ja, die "Weltenbummler"-T-Shirts im Partnerlook wurden auch schon getragen. Aus offensichtlichen Gründen bisher noch nicht zur selben Zeit. Aber das kann ja noch kommen.

    Während ich mir beim steilen Aufstieg die Musik von Rocky vorstelle und mich schon auf dem Gipfel tänzeln sehe, klingt das Schnauben von Sue (formerly known as Jacqueline) eher nach dem Italian Stallion (auch ein Film von Sylvester Stallone, allerdings weniger bekannt. Aber ja, der Mann hat auch schon Pornos gemacht, https://youtu.be/uv8oJ2LeSso). Beim wiederholten Umwandern beweglicher Hindernisse auf unserer Route (also andere, lächerlich langsame Wanderer), bemerke ich, dass meine Liebste etwas hinterher hinkt und ein anderes Wander-Pärchen zwischen uns lässt. Nachdem sie mir einen charmant vorwurfsvollen Blick zuwirft, erstarre ich für einen Moment selber zu einem dieser nervigen Hindernisse.

    Als mir Sue gesteht, dass sie „am Limit“ läuft, bin ich nur mässig beeindruckt und lasse ihr den Vortritt. Just in dem Moment beobachten wir eine ähnliche Szene ein paar Meter weiter oben, allerdings reagiert der rassige Spanier mit weniger Zurückhaltung sondern mit einem lauten Lachen und einem heftigen Klaps auf den Arsch der Leidenden. Davon bin ich schon eher beeindruckt und tue dies mit einem halblauten „giberes!“ kund. Sue’s Stimmung scheint dies nicht zu erhellen. Und so versuche ich denn erst gar nicht, es dem Spanier nachzumachen. Trotzdem, geile Siech.

    Ich weiss gar nicht genau woher meine aktuell ganz akzeptable Fitness kommt. Von den sporadischen Besuchen in meinem ehemaligen Sarmi-Gym (welches in der Zwischenzeit von Kevin und Reni übernommen und in „Die Gute Stube“ transformiert wurde) wohl eher nicht. Sue mutmasst weil wir die letzten Tage bzw schon Wochen Patagonien mehrheitlich zu Fuss entdecken und uns gut ernähren. Glaube ich auch nicht. Dann muss es ganz offensichtlich an den vielen Stunden auf und neben dem Platz mit meinen ATP Heroes liegen. Die hoch professionellen Trainings mit Head Coach Jarda und die hart umkämpften Duelle mit den restlichen Tennislegenden, allen voran Kurt die Pfeife, zahlt sich also aus. Das klingt jetzt ein wenig prahlerisch. Und das ist es auch. Und zwar völlig zurecht. Oder wer hätte vor 25 Jahren gedacht, dass der pummelige Junge mal alle abhängt am Berg? In Bariloche? Genau, ich auch nicht. Vielmehr hatte ich bei der damaligen Fahrradprüfung Angst, den leichten Anstieg zwischen Meisterschwanden und Fahrwangen nicht ohne absteigen zu schaffen und somit als UT (= untauglich) durchzufallen. Zum Glück konnte ich mir mit 14 dann sofort ein Töffli leisten.

    Ich bin zur Zeit also recht fit und das lässt der 12-jährige Junge in mir die schöne und offensichtlich weniger fite Sue auch mehrmals wissen. Sie dankt es mir einige Minuten später, nach einer Bemerkung meinerseits, wonach meine Haut wegen dem ganzen Staub und der Sonnencreme extrem hell erscheint, mit einem nonchalanten und leicht schnoddrigen „nid wiisser als suscht“. Touchéé. Ich gebe ihr einen Kuss und wir lächeln uns an. Dann setzen wir unseren Marsch gen Gipfel in vielerlei Hinsicht geteilter Meinung fort, wobei ich ihr auf den ersten drei Schritten bereits wieder 4m abnehme und davon ziehe. Und tschüss.

    Entgegen einiger Voraussagen geniessen wir die Zeit zusammen und das Reisen auf einfachen Pfaden sehr. Klar, ich freu mich auch wie Wolle auf das Penthouse und jede Menge Champagner (denn unsere Ankunft in Santiago markiert schliesslich den Abschluss von Monat 1 unserer Reise und dem aktuellen Bitcoin-Kurs nach zu urteilen, wird die Reise wohl doch nicht ewig dauern. Aber das kann sich in den nächsten Monaten ja wieder ändern, drum let's pop some bottles!). Wir haben die tote Hose bei Crazy Cat Lady ja noch für die Planung und Organisation der nächsten Wochen genutzt. Und die sehen wie folgt aus:

    ⁃ Am 9.2. mit dem Schiff von Bariloche nach Puerto Varas in Chile (man gönnt sich ja auch sonst alles)
    ⁃ Vom 10.2. bis 17.2. mit einem Mietwagen von der Insel Chiloé über die Sieben-Seen-Route bis nach Santiago
    ⁃ Vom 17.2. bis 23.2. in Lisa's Penthouse in Santiago (party hard!)
    ⁃ Am 23.2. mit dem Bus durch die Anden nach Mendoza
    ⁃ Vom 23.2. bis 1.3. mit dem Mietwagen den Weinbauern und Steaks nach
    ⁃ Am 1.3. Flug nach Iguazu zu den berühmten Iguazu Falls, welche die Niagara Falls bei Weitem in den Schatten stellen
    ⁃ Am 4.3. Flug nach Salta, von wo aus wir die furchtbar trockenen Wüsten Atakama und/oder Uyuni erreichen wollen

    Ja und dann schauen wir wieder. Wer also für die bevorstehenden Locations noch gute Tipps hat, immer her damit!
    Read more

  • Day19

    Gespenstisch gut Kirschen essen

    February 4, 2018 in Argentina ⋅ ☀️ 1 °C

    Schlafen im Bus nach Los Antiguos ging eigentlich ganz gut. Der Fahrer machte seine Arbeit wirklich gut und die Sitze hatten bis auf die beschränkte Beinfreiheit viel Komfort zu bieten. Aber es gibt halt immer diesen einen Menschen, der sie alle schafft. In diesem Fall eine im pinken Jogging-Anzug gekleidete stämmige Dame, wohl etwa in meinem Alter. Einfach älter. Ramona, wie sie höchstwahrscheinlich heisst, ist bei einem ersten Zwischenstopp zugestiegen, was ich dank einer ersten Tiefschlafphase im Melatoninrausch nicht mitbekommen habe. Erst eine Stunde vor Ankunft, nachdem ich meine Oropax entfernt habe, erkenne ich das Ausmass des Leidens meiner Mitinsassen der unteren Car-Ebene. Andere dürften weit weniger geschlafen haben als ich. Hoffentlich ist niemand bewaffnet, denn das könnte bei der Ankunft eng werden für Ramona.

    Ich bin mir (fast) sicher, Ramona ist ein liebenswerter und kongenialer Mensch. Aber das?! Das gehört nicht in einen Schlafwagen oder die Öffentlichkeit, das gehört in eine Klinik. Die Dame leidet augen- bzw ohrenscheinlich an einer dramatischen Form der Schlafapnö, wie das in der Form wohl keiner der Mitfahrenden je erlebt hat. Bis zu 30 Sekunden (!, ich habe die Zeit gestoppt) liegt Ramona regungslos da (und es wäre sicher nicht ganz zutreffend zu sagen, man hofft in den 30 Sekunden irgendwie, dass es das war mit Ramona ... das wäre etwas gar drastisch, aber in der Tendenz zutreffend), ehe ihr Körper hyper-panisch um Luft ringt und ähnlich einem Freitaucher nach mehreren Minuten unter Wasser literweise Leben zurück in die Lungen saugt. In ihrem Fall allerdings begleitet von diesem fiesen, kratzbürstigen Röcheln. Meine Fresse geht die ab.

    Einige denken jetzt sicher, ach komm, der übertreibt doch. Der hat ja in Brusimpiano auch schon den kaum hörbar schnarchenden und unfotogenen Robin mit dem Kissen versucht zu ersticken ... Aber hey, die Leute im Bus fangen sogar an Videos von Ramona aufzuzeichnen, wohl für die Gerichtsverhandlung nach der Mordanklage gegen unbekannt. Das geht mir dann aber doch zu weit. Ich lasse aus sicherer Entfernung das Band mitlaufen. Das wird zwar nicht im Ansatz das effektive Akustik-Inferno im Taqsa-Bus dokumentieren können, aber vielleicht den Hauch einer Idee der Frequenz und des sich überschlagenden Taktes geben. Wer nämlich versucht im Rhythmus mitzuatmen, wie man das im Militär neben Schnarch-Nasen gerne versucht hat, fühlt sich wie beim Versuch Walzer zu tanzen, während Dubstep-Pionier Skrillex an den Turntables steht und sein Bangarang zum Besten gibt (https://youtu.be/YJVmu6yttiw).

    Nach unserer ersten und erstaunlich positiven Camping-Experience in El Chalten, haben wir uns in Los Antiguos für ein Airbnb-Zimmer in einem kleinen Haus entschieden. Also keine ganze Unterkunft für uns. Ehrlich gesagt ist es wie schon das Camping einfach die günstigste Variante, bei der wir noch einen eigenen Raum für uns alleine haben. Wir werden also von Susana (mit etwas Verspätung) vom Bus Terminal abgeholt und zu ihr nach Hause chauffiert. Das Haus ist winzig, aber süss. Wie jedoch die in Airbnb beschriebenen 10 Personen darin Platz finden sollen, ist und bleibt mir ein Rätsel. Wir bleiben zum Glück die einzigen Gäste für die zwei Nächte. Susana scheint sich voll und ganz dem Airbnb-Mama-Dasein verschrieben zu haben und so stehen 2 Minuten nach der Ankunft bereits Kaffee, Tostadas und frischer Orangensaft auf dem Tisch.

    Doch auch mit Susana stimmt etwas nicht, die Frau quasselt ohne Unterbruch. Seit der herzlichen Begrüssungsumarmung am Bus Terminal steht der Kiefer nicht mehr still. Da ich selber kein einziges Wort von ihr verstehe, sie spricht nämlich weder Englisch noch langsam, gehe ich davon aus, dass sie sich irgendwie mit Sue unterhält. Sue gibt denn auch ab und zu einige Laute von sich, aber ihr hilfesuchender Blick am Küchentisch verrät, dass auch bei ihr keine 10% vom Gesagten einen Sinn ergeben. Die ältere und sicher sehr nette Dame kommt mir ein wenig vor wie die Zerzauste bei den Simpsons. Die mit den vielen Katzen, Tiere hats hier nämlich auch einige. Genau, Crazy Cat Lady. hektisch, durch den Wind, laut, immer mit den Tieren beschäftigt und keiner hat eine Ahnung, was sie will oder macht. Wirklich faszinierend, nachdem ich ihr in astreinem Schul-Spanisch erkläre „despacito por favor, non ablar bien espaniol“, scheint das ihre Taktfrequenz gar weiter zu erhöhen. Lachend erzählt sie mir weitere lustige Anekdoten aus ihrem Leben und lässt mich doch komplett im Dunkeln. Die frisst doch sicher auch diese komischen Beeren, die sind wirklich nicht gut fürs Gehirn.

    Apropoz Beeren, es sind die Kirschen, die diesen Ort speziell machen. Die gibts hier überall und immer. Wären Mont Cherry aus Südamerika, sie kämen aus Los Antiguos. Mehr aber auch nicht. Und ich mag weder Mont Cherry noch Kirschen besonders. Das Städtchen ist trotz Hochsaison irgendwie verschlafen und fast schon gespenstisch ruhig. Auch am schönen See tut sich eigentlich gar nichts. Wäre also gut möglich, dass Crazy Cat Lady durch ihr unaufhörliches und unverständliches Gerede in erster Linie der gespenstischen Stille entgegen wirken will, welche sie selber in den Wahnsinn treibt. Irgendwie klappt das aber nicht und macht die ganze Szenerie eher noch ein wenig unheimlicher. So sind denn auch die Offices der einzigen zwei Reiseagenturen trotz aktueller Öffnungszeit nie besetzt. Wo sind bloss alle? Grosse Party und niemand sagt uns doofen Touris Bescheid? Oder erwachen die Halbtoten erst nach Sonnenuntergang zum Leben? Vielleicht liegt es aber auch einfach daran, dass Sonntag ist und es die Locals hier eher mit Monica Morells „Ich fange nie mehr was an einem Sonntag an“ haben (... am Montag feierten die Los Antiguaner dann ganz zufällig ihren 70. Geburtstag, da waren dann tatsächlich ein paar Leute an der Parade). Wir nutzen die halbwegs funktionierenden Velos (eines hat ein klapprige Rücktritt-Bremse, das andere keine) und cruisen einige Stunden durch die Gegend, während unsere Kleider bereits zum Trocknen in der Sonne hängen. Genau, unsere Haupt-Mission war dank eigener Waschmaschine im Hinterhof ein Klacks und mit zwei schnellen Waschgängen auch schon erledigt. Wir riechen also wieder gut. Anders als sonst, aber gut.

    Da wir uns für keine der zwei möglichen Exkursionen in der Nähe von Los Antiguos begeistern konnten (und auch zweifeln, dass jemand erschienen wäre solange es hell ist), lautet unsere zweite Mission die Planung der nächsten Wochen. Schliesslich reichen unsere bisher getätigten Buchungen nur noch ein paar Tage bis Bariloche und wir sind uns nicht sicher, ob wir das Haus vor unserer Abreise nochmals verlassen sollen. Crazy Cat Lady scheint nämlich auch äusserst verwirrt, so legt sie uns zum Frühstück gerne mal zwei Messer neben jeden Teller (eines zum Essen und eines zum Kämpfen?!) und als wir am Abend zuvor gegen 22:30 vom Abendessen zurück kamen (meine Fresse war das Fleisch wieder ein Traum, Bife de Chorizo vom Allerfeinsten), war die ganze Hütte verschlossen. Einen Schlüssel hatten wir bis dato nicht erhalten und so waren wir froh, unser Zimmerfenster einen Spalt offen gelassen zu haben. Geschlafen haben wir dann wieder erstaunlich gut.

    Unsere nächste Destination: Bariloche, das Patagonische Davos. Oder auch nicht. Wir haben einen 13h-Taqsa-Bus tagsüber gebucht und hoffen ihn weder mit Ramon noch Ramona zu teilen. Wir werden sehen ...
    Read more

  • Day15

    Camping mit Alex. Und Robin.

    January 31, 2018 in Argentina ⋅ ⛅ 21 °C

    Wir nehmen also den Bus nach El Chalten, eine Stadt die erst 1985 ihren Anfang nahm und sich seither zu einem der Trekking-Mekkas Patagoniens entwickelt hat. Wie könnte es anders sein? Nach 5 Minuten Fahrt muss schon das erste Frauenzimmer aufs Klo, wobei „Wohnung“ es schon eher trifft. Das tut hier aber wirklich nichts zur Sache und darf durchaus als unnötig diffamierend verurteilt werden. Kurze Zeit später hat es bereits eine Schlange vor dem Kabäuschen (aka Scheisshäuschen). Und noch ein wenig später muss dann auch Sue. Tss, was ist nur mit diesen Mädels los. Doch dann, auf einmal und ohne Vorwarnung, kommt dieses untrügliche Gefühl in mir auf. Ich muss auch. So eine Scheisse. Also nicht ganz, aber nahe dran. Ich lasse mir nichts anmerken und bleibe sitzen.

    Und dann wäre da noch der Fahrer. Schon kurz nach Beginn der Fahrt meint Sue noch, dass sie gar nicht gern auf Plätzen sitzt, von denen man den Fahrer sieht (wir sehen zwar nur seinen rechten Arm, aber das scheint zu reichen). Als eben dieser rechte Arm unaufhörlich zu gestikulieren und rumzufuchteln anfängt, anstelle sicher das Lenkrad zu umklammern, weiss ich was sie meint. Wir sind uns nicht sicher, ob Ramon ewig am Telefon hängt oder wie Bob schon zu viele Beeren gefuttert und darum einen an der Waffel hat. Keine der Optionen gefällt uns. Nicht zuletzt weil das Busfahren, wie schon der Landeanflug, aufgrund der starken und böigen Winde in dieser Region, ständiges Intervenieren des Fahrers benötigt, um nicht neben der Strasse oder im Gegenverkehr zu landen. Ich schliesse die Augen, verschränke die Arme, massiere leicht die verbliebene und hartnäckige Speckrolle und konzentriere mich auf das einzige was zählt im Leben, den Moment. Solange er noch ist.

    Und wieder haben alle überlebt und niemand ist ernsthaft zu schaden gekommen. Ramon scheint seine Defizite ja auch schon vorher gehabt zu haben und trotzdem hat er es geschafft, uns sicher nach El Chalten zu chauffieren. Der Wind bläst, die Frisur sitzt. Meine zumindest. Handy-Empfang in dieser Gemeinde? Fehlanzeige. So werden wir die nächsten Tage also ohne direkte und konstante Verbindung zu Freunden, Familie und dem belanglosen Restlärm des Internets auskommen müssen. Vielleicht mal reden miteinander. Oder mehr schlafen. Hoffentlich wird das Internet uns auch vermissen.

    Nun zum Campingplatz, der war sehr einfach. Einfach sehr einfach. So auch die zur Verfügung gestellten Refugios (eine Art Küche bzw Kochhütte, schau Foto). Licht und Duschen gibts nur zwischen 7 und 10 abends. Mehr braucht es aber auch nicht. Wlan? Genau. Wir hatten uns bereits im Vorfeld für die günstige Variante eines Doms entschieden, eine einfach Plastikhülle in der ein durchaus vernünftiges Bett steht. Das ganze auf Pfeilern über einem kleinen Teich bzw Sumpf gebaut. So gesehen ganz idyllisch. Als kleiner Bonus streifen die umliegenden Büsche schon bei minimalem Wind mit ihren Ästen an der vergilbten Hülle, was aus dem Inneren betrachtet an kleine Kinderhände und einige Szenen aus Blair Witch Project erinnert. Gemütliches Camping eben, insbesondere wenn es stürmt und trotz undichtem Eingang wie aus Eimern schüttet. Last but not least, eisig kalt war es auch, also frieren wir uns trotz zusätzlicher Decke den eingeschüchterten Arsch ab. Wie ich mich auf unser Penthouse freue. Aber hey, am nächsten Morgen soll es dann mit Hiking los gehen. Raus in die Natur und so. 

    Und siehe da, geweckt von Sonnenstrahlen (ja der Dom hatte auch ein vergilbtes Fenster) und Vogelgezwitscher, raus aus dem Skianzug und ab ins T-Shirt, warmer Wind bläst und die Sonne scheint. Ziel ist die Laguna de Los Tres, am Fusse des Mount Fitz Roy mit atemberaubender Aussicht. Näher kommt man dem Matterhorn Patagoniens ohne Kletterausrüstung nicht, doch der letzte Aufstieg hat es in sich (scheisse war das steil). Kaum auf der Strasse auf dem Weg zum 3km entfernten Anfang des Hiking Trails, hält auch schon das erste Auto von sich aus und fragt, ob es uns denn mitnehmen könne. Claro Amigo! Patagonien kann also auch anders.

    So waren, um es vornweg zu nehmen, die folgenden Tage auf dem Camping dank vielen herzlichen und interessanten Menschen ein richtiges Highlight. Besonders erwähnenswert ist Alex, ein Argentinier in seinen mid-Vierzigern der ganz vernünftig Englisch spricht und öfters mit uns abhängt. Er teilt sein Zelt mit seinem etwa 10-jährigen Sohn und freut sich schon, bis Frau und Tochter in ein paar Tagen dazu stossen. Da er mit seinem Pick-up unterwegs ist, können wir ihn mehrmals als Mitfahrgelegenheit nutzen. Irgendwie erinnert mich Alex an meinen alten Freund Thorsten. Das einzige Problem mit ihm ist sein Sohn. Der knuffige Junge ist anständig, süss, vital und ganz offensichtlich ein tolles Kind. Und sein Name? Ramon. Ach du Scheisse. Echt jetzt? Wieso?! Der arme Junge. Ich kann das nicht und gehe dem Kind wann immer möglich aus dem Weg. Und wenn er mich denn doch mal erwischt und anlächelt, so nenne ich ihn innerlich einfach Robin, was es einigermassen erträglich macht. Einigermassen.

    Aber zurück zur eigentlichen Geschichte. Nach der erst-abendlichen Schlotterpartie (aufgrund der Temperatur und der um Hilfe flehenden Kinderhände) wurde am Morgen nach dem Zwiebelprinzip eingekleidet, man weiss ja nie welche Wetterkapriolen (oder Kinder fressende Hexen) einen noch erwarten in diesem verrückten Patagonien. Doch schon nach 10 Minuten verschwanden dank brennender Morgensonne die meisten Schichten im Rucksack und nach etwa 30 Minuten waren wir beide schon leicht durchgeschwitzt beim untersten Long-Sleeve angekommen. Und für einen Moment steht die Erde still. Unglaublich aber wahr, wir hätten kein identischeres Outfit aus unseren Rucksäcken zaubern können. Man könnte denken (nein, man muss bei dem Anblick davon ausgehen, schau Foto), dass wir uns bewusst so gekleidet haben oder zumindest beim Anziehen den Umstand billigend in Kauf genommen haben. Dem war aber aus bereits bekannter und tief verankerter intrinsischer Abneigung gewiss nicht so. Nachdem ich den unvermittelt einsetzenden Brechreiz durch dem Hyperventilieren ähnliche Atemübungen überwunden hatte, blieb lediglich dieses leicht beklemmende Gefühl der Scham. Und da sich die schöne Sue nervte, dass es mich nervte, hatten wir schon zwei Dinge gemeinsam an diesem sonst so wunderschönen Tag.

    Zur Landschaft will ich wirklich nichts schreiben, Sue‘s Fotos erzählen das viel besser. Wobei man wohl nie in Fotos festhalten kann, wie unglaublich eindrücklich die Welt hier ist. So trage ich denn auch unsere kleine Drohne immer tapfer mit, man weiss ja nie wann und wo sich eine passende Gelegenheit bietet. Allerdings scheinen die unstetigen und ungestümen Winde hier den Einsatz sehr bewusst zu verhindern. Wohl aus Angst die Bilder würden noch mehr Touristen anlocken. Und dann sind da noch die Drohnen-Verbotsschilder, die hängen auch bei jedem Nationalpark-Eingang. Wir lassen unsere Spark die Tage also als zusätzliches Trainingsgewicht im Rucksack. Aus Respekt vor dem Wind. 

    Als nächstes „Highlight“ wartet nun der Nachtbus auf uns, 11h nach Los Antiguos. So sparen wir auch gleich eine Übernachtung, was wir ziemlich sicher mit entsprechend viel Rotwein belohnen werden. Melatonin und Ohrenstöpsel liegen für die Fahrt bereit und wir hoffen insgeheim, dass Crazy-Ramon heute frei hat. Meinem Rucksack-Odor nach zu urteilen, wäre ein Waschtag in Los Antiguos angebracht. Yay, und schon wieder eine Aufgabe, Mission accepted!
    Read more

    Wow, so impressive in every respect!!!

    2/4/18Reply

    Wasn‘t finished yet!!!!!!! As M.-L. mentioned beforehand Pasci, in the case, that upon your return, you should have difficulties in finding a new job witin a reasonable amount of time, I would suggest trying your fantastic ability as a writer!!! What an extrordinary talent!!! Your articulate, fascinating and humorous manner of expression is wonderful!!! AND Sue, no question, your photography is absolutely stunning!!! ENJOY!!! and take care!!! 😘😘 Doina

    2/4/18Reply
    Sue and Pasci

    Thank you! We‘ll keep that in mind and as an option ... ;)

    2/4/18Reply
    2 more comments
     
  • Day12

    Flamingos für Mia, das Penthouse für uns

    January 28, 2018 in Argentina ⋅ 🌬 16 °C

    Welcome to El Calafate, bienvenido a El Calafate! Will Smith singt dies zwar für Miami, aber das interessiert hier grad niemanden. Unsere Reise zieht uns gen Norden (ist ja auch logisch, vom Ende der Welt gibt es nicht mehr viele Richtungen in die man gehen kann und Antarktis sparen wir uns für den 40. Hochzeitstag, wie das unsere Jury-Mitglieder Ruth und Peter gerade machen), ins schöne und beschauliche El Calafate. Ein Skigebiet mit 400m Pisten. Für Schweizer Verhältnisse wie gesagt eher beschaulich. Es erinnert uns ein wenig an Zermatt. Einfach mit Autos. Und ohne Schnee. Also wie Zermatt im Sommer mit vielen lauten Autos. Ungefähr.

    Ohne den atemberaubenden Anblick des Perito Moreno Gletschers können wir hier natürlich nicht weg. Details: schau Fotos. Und da die arme Familie Taeschler trotz rosa Koffer und rosa Säule in der Ankunftshalle im sonst tollen Südafrika doch keine Flamingos gefunden haben, spazierten wir kurzerhand noch zur Laguna Nimez, nur knapp 1 Kilometer vom Zentrum entfernt (auf dem Weg haben wir dann auch noch das passende Heim für die Taeschlers gesehen und versucht einen Verkauf zu verhandeln, erfolglos, keine Wunder dass wir arbeitslos sind). Ein kleines Paradies für eine Vielzahl von Vogelarten. Hätte uns nicht gewundert, wenn wir den vergesslichen Bob noch beim Beeren sammeln erwischt hätten. Haben wir aber nicht. Und so teilen wir gerne ein paar Bilder von wunderbar pinken und in Patagonien ansässigen Flamingos. Ich dachte zwar die mögen es etwas wärmer, aber die fühlen sich hier sichtlich wohl. Nicht wie die schöne Sue, der ist meistens zu kalt bzw zu windig.

    Auch sonst gibt es unzählige Vogelarten zu beobachten. Klinge jetzt grad wie ein schnulziger Vogelkundler, aber ja, die Lagune hat wirklich etwas einzigartiges. Oft sieht man die Tierchen zu zweit und meistens im peinlichen Partnerlook. So werden wir denn auch Zeugen eines etwas eigenwilligen Paarungsrituals oder was auch immer das war. Während der eine blauschnablige Enterich unermüdlich versuchte seine kleine Chicca abzuschirmen, versucht der andere Blauschnabel - nennen wir ihn mal Ramon - sich durch geschickte Tauchmanöver kurz hinter die Kleine zu buxieren, um sie dann wohl mit einem Satz von hinten zu ... naja, ihr wisst schon. Das scheint über Stunden so zu gehen. Ramon, der kleine Schmutzfink, gibt zwar nicht auf und quietscht lauthals vor sich hin, schafft es aber in den beobachteten 10 Minuten doch nie zum Schuss. Pfeife. Hauptsache grosse Klappe und so. So werden die nächsten blauschnäbligen Babys wohl nicht von Ramon abstammen. Wahrscheinlich auch gut so.

    Den Wind habe ich ja schon kurz erwähnt. Der ist hier überall, immer. Immer immer. Und zwar ungestüm und böig. Für ein paar Tage ist das ja ok, aber auf lange Zeit daran gewöhnen ist aus unsere Sicht kaum möglich. Und im Winter soll es noch heftiger sein. Generell wechselt das Wetter hier schneller als meine Stimmung bei schlechtem Essen oder warmem Wein (oder Sue’s Stimmung ohne Essen), eine unaufhörliche Textil-Ambivalenz zwischen T-Shirt und Ski-Anzug. Ziemlich Borderline alles. Trotzdem schön hier.

    Im weiteren Verlauf dieser Patagonien-Expedition führt uns der Weg nun zuerst nach El Chalten auf einen Campingplatz namens Bonanza (ich weiss, lustig, "sag gute Nacht John Boy" und so), etwas ausserhalb vom Zentrum (Budget schonen, Hawaii kommt ja dann irgendwann auch noch), bevor wir dann mit Bussen und 2 Nächten in Los Antiguos nach Bariloche weiterreisen. Dann schauen wir dann weiter. Nächstes grösseres Ziel ist Santiago de Chile, für wo wir heute noch die freundliche Bestätigung von Lisa (wir hatten sie an einer Hochzeit in Moldawien kennengelernt, sie handelt mit Wein und lebt in China) erhalten haben, dass wir ihr Penthouse in der Stadt nutzen dürfen. Yeah Baby! Uuhh lieb! Darauf freuen wir uns also schon jetzt.
    Read more

    Immanuel Rode

    Wow! Meega schön :)

    1/31/18Reply
    Fabienne Moser

    Holy, soooo schööön🤩🤩🤩

    1/31/18Reply
    Marc Taeschler

    Danke für die Bilder.... wir geben nicht auf, scheuch sie zu uns 😉! Streichen wir halt unser Haus um... ich bin schon dankbar, dass die Kinder auf Safari nicht nach Einhörner fragen 😂

    1/31/18Reply
    3 more comments
     
  • Day11

    Bootstour auf dem Beagle Kanal

    January 27, 2018 in Argentina ⋅ ⛅ 13 °C

    4-stündige Bootstour auf dem schönen Beagle Kanal inklusive Seelöwen, Pinguinen und Kormoranen! Einen kurzen Landgang mit Panoramablick auf Ushuaia, Kafi-Schnaps und Kekse obendrauf. Ein Video dazu gibt's hier: https://youtu.be/18u3C052BgURead more

    Madlen Fischer

    Haaaammer

    1/30/18Reply
    Madlen Fischer

    Haammer gmacht euchi videos 👍🏻😀

    1/30/18Reply

    Eue „walk“ on Bridges Island zu dere südamerikanische Musik!!! Traumhaft!!! All die Naturlandschafte sind sooo wunderschön!!!

    2/3/18Reply
     
  • Day10

    Laguna de los témpanos y glacier

    January 26, 2018 in Argentina ⋅ ⛅ 12 °C

    Traumhafte Tageswanderung durchs Auenland, hinauf (ca. 500m) zu einem Gletscher samt idyllischem See. Ein Video dazu gibt's hier: https://www.youtube.com/watch?v=b3ui6sw3T00

    Melanie Glaus

    Die send sicher extra för mich😉

    1/29/18Reply
    Sue and Pasci

    haha ja, han genau a dich denkt! es het mega viil freii Pferd gha im Wald... teilwiis hends richtigi Blockade gmacht ;)

    1/29/18Reply
    Sue and Pasci

    Und de wanderwäg zuekackt.😏

    1/29/18Reply
    Melanie Glaus

    Organische Dünger 😉

    1/29/18Reply
     

Join us:

FindPenguins for iOSFindPenguins for Android