• Tag 2: Drakepassage: 1 – Wir: 0

    8. februar, Drakestraße ⋅ 🌬 6 °C

    Die erste Nacht an einem neuen Ort ist ja bekanntlich speziell – als wir aufwachten und Land entdeckten, dachten wir kurz: Moment mal – wo sind wir den hier gelandet? 🤷🏼‍♀️ Das Schiff dümpelt noch immer am Ende des Beagle-Kanals, schaukelt aber bereits fleissig hin und her. Auf Empfehlung vom Szymon haben wir bereits am Vorabend die erste Seekrankheitstablette eingeworfen.

    Ausgeschlafen starteten wir in den Tag – und dieser war vollgepackt mit Terminen:

    1️⃣ Frühstücksbuffet 🍳🥐
    Im Anschluss starteten wir in Richtung Drake-Passage. Der Captain wollte wohl allen noch die Chance auf eine letzte ruhige Mahlzeit geben. Spoiler: Die nächsten zwei Tage werden ein Höllenritt – Winde bis zu 70 Knoten (ca. 150 km/h) und 6–7 Meter hohe Wellen. 👉 Alles, was lose herumliegt, muss verstaut oder befestigt werden. Szymon hatte uns bereits gewarnt, dass „Rolling“ und „Pitching“ in Kombination besonders unangenehm seien. Er soll recht behalten: Eine Welle erwischte uns so heftig, dass das Bett kurz einen kleinen Hüpfer machte. 🙈

    2️⃣ IAATO-Schulung 📒
    Alle Regeln und Vorschriften für unseren bevorstehenden Besuch in der Antarktis wurden erklärt. Nicht jeder konnte sein Frühstück behalten, die Schulung ist Pflicht – somit harrten wir aus, während um uns herum fleissig „gekötzelt“ wurde. 🤢🙈 Die Crew ist bestens vorbereitet, überall liegen Tütchen griffbereit & die gefüllten Tütchen werden diskret entsorgt. Wir möchten nicht wissen, wie viele davon in den nächsten 2 Tagen gebraucht werden – auch wir sind nicht ganz verschont geblieben. 🤫

    Zu den wichtigsten Regeln gehören: mindestens 5m Abstand zu Tieren halten, nichts berühren oder mitnehmen und bei Landgängen weder hinsetzen noch hinknien oder den Rucksack auf den Boden stellen.

    Die strengen Vorschriften dienen dem Schutz dieses empfindlichen Ökosystems. Zudem kämpft die Antarktis weiterhin mit der Vogelgrippe, die inzwischen auch viele Säugetiere befallen hat. Um keine zusätzlichen Keime oder Fremdstoffe einzuschleppen, gelten deshalb besonders strenge Hygiene- und Verhaltensregeln.

    3️⃣ Lunchbuffet 🥗🍲

    4️⃣ Vacuum-Party
    Unsere Kleidung und Ausrüstung für die Landgänge wurden gründlich abgesaugt und auf Schmutz kontrolliert. Ziel ist es, keine Samen, Pollen oder Erde einzuschleppen, die das fragile Gleichgewicht der Antarktis stören könnten.

    5️⃣ Afternoon Tea ☕🍰
    Ganz britisch – Zum Glück gibt’s die Drake-Passage, sonst würden wir auf dieser Reise definitiv mit 2 Kilo mehr zurückkommen. 😂

    6️⃣ Welcome Drink mit dem Captain 🥂
    Er machte einen leicht angespannten Eindruck – vielleicht gehört Small Talk einfach nicht zu seinen Lieblingsdisziplinen. 😉 Er stellte sein Team vor, erhob sein Glas, wir klatschten brav – und danach gab’s das Wichtigste des Abends: das Wetter-Update.

    Um 18:30Uhr stand das tägliche Recap and Briefing mit Informationen für den nächsten Tag an. Der Fokus? Natürlich die Drake-Passage & unser Weg Richtung Antarktis! 🇦🇶 Die Wellen sollen Morgen nochmals zunehmen. 🤦🏼‍♀️ Es gab sogar ein Gewinnspiel: 👉 Wir durften tippen, wann wir den ersten Eisberg sehen würden. 🧊 Wir haben uns knapp verschätzt – und nicht gewonnen. 😆

    7️⃣ Dinner 🍽️
    Abends wird ein à-la-carte-Dinner serviert. Bei diesem Wellengang können wir uns jedoch nicht vorstellen, eine Stunde im Restaurant zu sitzen. Also liessen wir es aus und ernährten uns von grünen Äpfeln und Crackern. 🍏🍞
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