• Auf den höchsten Pass Europas⛰️

    August 5, 2025 in France ⋅ 🌙 24 °C

    Frisch gestärkt nach unserem feinen Abend in Briançon, satteln wir am Morgen wieder auf. Wir zwei, Mama und Sylvia, sind bereit für neue Abenteuer.

    Col d’Izoard – 2360 Meter ⛰️: Zuerst geht’s raus aus Briançon (aber natürlich mit einmal verfahren - eh klar) und rauf auf den legendären Col d’Izoard. Dieser Pass scheint eine kleine grosse Berühmtheit zu sein. Die Tour de France ist hier schon dutzende Male drüberge“gümmelet“, aber wir geniessen das alles etwas gemächlicher und in unserem Tempo. Die Landschaft ist definitiv etwas surreal. Schroffe Felsformationen, sandfarbene Gesteinshügel und zwischendurch ein paar mutige Fichten🌲, die versuchen, im Geröll zu überleben. Ob sie es schaffen? Und oben? Da thront so ein steinernes Denkmal-Dings – ein Granitobelisk. Wir stellen uns natürlich hin und: It‘s Selfie-Time📸🤳!

    Dann schwingen wir uns runter ins Tal nach Guillestre, wir haben aber keine Zeit für nix und es geht rauf auf den Col de Vars – 2109 Meter. Rauf, runter, links, rechts, Serpentinen satt. Wir sind schon richtige Kurvenprofis und schwupps sind wir auch schon oben angekommen.

    Unser nächste Stopp: Jausiers – Jause in Jausiers? Aber sicher schon 🧀🥖🍅 Der Ortsname ist Programm und wir kehren ein. Eine unscheinbare kleine Buvette am Strassenrand, irgendwo im Nirgendwo, entpuppt sich als kulinarisches Paradies auf dem Holzbrettl. Wir entscheiden uns für die vegetarische Variante und das Ganze wird von einer supernetten Bedienung serviert - bombastiko!

    Nach unserem Luxus-Brettljauserl machen wir uns auf zum absoluten Höhepunkt des Tages. Es geht rauf auf den Col de la Bonette, die höchste asphaltierte Strasse Europas! 🌍 Mit satten 2802 Metern Höhe klingt das schon nach König der Pässe und fühlt sich auch so an. Was für ein Anblick! Was für ein Ausblick!

    Aber Achtung: Die Franzosen haben da ein bisserl gemogelt. Die eigentliche Passhöhe liegt bei 2715 Metern. Aber weil das anscheinend nicht nobel genug war, hat man oben einfach eine runde Schleife um den Gipfel gebaut. Zack, 2802 Meter. Voilà, höchste asphaltierte Strasse Europas! 🇫🇷😉

    Oben wird die Landschaft fast mondartig: Felsen, Geröll, Weite. Der Wind pfeift, der Himmel ist blau und klar, ein paar Adler ziehen ihre Kreise 🦅 und wir ziehen die Helme😂😂😂. Die Luft ist frisch, der Atem vielleicht bisserl kürzer, aber das liegt vielleicht an der ausgiebigen Jausn.

    Wir stehen da, still, fast ehrfürchtig weil man in dieser Umgebung einfach merkt, wie winzig man ist. Wie irrelevant das eigene Gschisti-Gschasti eigentlich ist und wie grossartig unsere Welt tatsächlich ist. Dies war wirklich ganz grosses Kino auf dieser Tour! Wahnsinn….

    Dann beginnt das grosse Runterrollen. Erst durch Saint-Étienne-de-Tinée, dann weiter durch Isola, vorbei an bunten Häusern und Olivenbäumen. Die Landschaft wird sanfter, wärmer, südlicher. In Roubion machen wir kurz Halt und schlängeln uns zu Fuss durch ein kleines Postkartendorf mit mittelalterlichem Flair. Alte Steinhäuser, Lavendelduft in der Luft und irgendwo spielt ein alter Franzose mit dem Kapperl Akkordeon (zumindest in meiner verblümten Vorstellung🤣🤣).

    In Valberg sehen wir die ersten Schilder auf Italienisch. Das ist wohl ein Zeichen dafür, dass wir nicht mehr weit von der Côte d’Azur entfernt sind. Aber im nächsten Dorf machen wir Schluss für heute. Wir sind fertig von den vielen Eindrücken, der Arsch macht popo und wir sind platt wie Flunder.

    Endstation für heute 🛏️🍷 in Guillaumes. Wir checken in unser Hotel ein. Solide, freundlich (sagen wir mal so 😅, stimmt aber nicht so), sauber. Wenn man das Hotel von aussen sieht, denkt man: Meine Fresse! Hinter diesen Mauern kann nur ein desolates Loch auf uns warten. Aber: Nein, nein. Stimmt nicht. Stimmt nicht. STIMMT NICHT. Aussen pfui und innen hui - eine kleine Oase. Das Zimmer ist toll und der Hotelchef, der gleichzeitig auch noch Chef der Tabbacceria und der Lotto/Toto-Stelle im Dorf ist und wahrscheinlich noch Bürgermeister, Feuerwehr-Delegierter und Opa für alles mögliche ist, ist eigentlich gar nicht zwieda: Er kann leider keinen Schluck Englisch, wir keinen Schluss Französisch und somit ist er einfach etwas schüchtern!

    Bonne nuit😴.
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