Tanzania
Kati

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45 travelers at this place
  • Day25

    Mit der Matratze durch die Mangroven

    December 29, 2020 in Tanzania ⋅ ☁️ 29 °C

    Heute Morgen hieß es „Tschüssi Jambiani“ und auf geht’s nach Michamvi, das auf einer Halbinsel an der Nordostküste liegt.

    Mit dem wortkargen Taxifahrer, der nebenbei anscheinend ein Callcenter betrieben hat, fuhren wir also eine gute halbe Stunde in Richtung Sunset Bay.

    Angekommen in den Mpole Bungalows war der Name tatsächlich Programm. Aber hier ging es mal gaaaaaanz pole voran.
    Nachdem wir dann also eine halbe Stunde an der Rezeption saßen, wechselten wir die Location in Richtung Innenhof und betrachten den Lauf der Zeit und einige verschlissene Gegenstände, die den Charme der eigentlich gemütlichen Bungalowanlage in den Schatten stellten.

    Als Ausweich bekamen wir dann ein vorübergehendes Duschzimmer zur Verfügung gestellt, da unser Zimmer noch läääängst nicht fertig war. Wir waren etwas erschrocken... die Anlage macht einen total verwaisten Eindruck und kein Mensch ließ sich blicken bis uns ein gefühlt unter Drogen stehender Bob Maley - Verschnitt mit ganz kleinen roten Äuglein willkommen geheißen hat. Eine seltsame Location! Im Laufe des Tages fragten wir uns immer wieder, woher dieses Etablissement seine positive Bewertung erhalten hat. Um die Wartezeit zu verkürzen machten wir uns auf dem Weg zu einem kleinen Strandspaziergang um uns mal die Nachbarhäuser etwas näher anzuschauen. Anja legte sich dann etwas hin und Birgit und Claudi erkundeten die Gegend und warfen begehrliche Blicke auf das 5 Sterne Resort am Ende des Strandes. Leider nicht unsere Preisliga, aber schöne Kitschbilder sind ja bekanntlich kostenlos. Nach einem köstlichen Mittagessen in einer anderen Hotelanlage sah die Welt schon wieder etwas besser aus.
    Um 15 Uhr ging es dann zu unserem heutigen Tagesprogramm - einer SUP Tour durch die Mangroven. Auch hier mussten wir etwas Pole Pole walten lassen. Denn unsere verwöhnten deutschen Brett-Ansprüche von Zuhause wurden deutlich herunterschraubt. Board mit angebrochenen Finnen, nicht richtig aufgepumpt und schlecht behandelt ließen uns schaudern. Aber erstens kommt es anders als man zweitens denkt und so hatten wir doch eine wunderbare Tour durch die Mangroven. 🏄🏻‍♀️🏄🏼‍♀️🏄🏻‍♀️

    Nach dem Sonnenuntergang ging’s zurück in unsere bescheidene Hütte, immer noch unklar ob wir bleiben oder die Flucht ergreifen sollen. Die Auswahl an Unterkünften über Silvester ist quasi nicht vorhanden. Etwas niedergeschlagen schleppten wir uns am Hotel von heute Mittag vorbei auf der Suche nach Essbarem oder einer Ersatzunterkunft. Beides konnte Mahmoud, der nette Hotelmanager nicht geben, hat aber trotzdem unseren Tag gerettet, denn wir dürfen morgen die Hotelanlage nutzen und haben uns für Silvester einen Tisch am Strand zum Essen ergattert. Na geht doch aufwärts ... 👌🏼
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    Leberecht Thiele

    Mädels, da müsst Ihr durch - aber es wird schon aufwärts gehen. Durchhalten Vater Wölfchen

    12/30/20Reply
    Claudia Geisler

    Unsere Anlage entpuppt sich. Man könnte sagen Liebe auf den 3. Blick. Das Frühstück war heute nämlich gar nicht so schlecht. Um nicht zu sagen gut mit selbstgemachter Marmelade.

    12/30/20Reply
     
  • Day26

    Poooooooooole, poooooooole

    December 30, 2020 in Tanzania ⋅ ☁️ 27 °C

    Titel für heute : pole pole. Wenn der Tag beim Frühstück schon laut schallend aus der Box mit "old McDonald had a farm" anfängt, merkt man schnell, man ist an einem besonderen Ort 😁. Unsere Kellner, die gestern Abend noch total stoned waren 🚬, hatten heute Morgen einen überraschend klaren Kopf. Apropos überraschend... Auch das Frühstück war erstaunlich lecker. Neben dem obligatorischen Obst gab es auch einen Teller mit allerhand warmen (frittierten 🤭) Leckereien. Die Musik wechselte dann irgendwann auch wieder auf gechillten Reggae und so groovten wir uns in Ruhe in den Tag ein.

    Zum Familienbesuch 😉🤪 ging’s für Birgit und Anja heute in den einzigen Nationalpark Sansibars 🐒🐒🐒 - den Jozani Forest, während uns Claudi auf den chilligen Liegen im angenehmen Nachbarhotel gute Plätze für den Sonnenuntergang sicherte und entspannte. #mittagsschläfchen 😴🏝

    Dank des Schutzgebietes gibt es im Jozani Park wieder rund 6.000 Sansibar-Stummelaffen.
    Hier hatten wir das große Glück 2 Affenfamilien mit ihrem 5 Tage alten Nachwuchs aus nächster Nähe zu Betrachten.
    Für Selfies mit den Besuchern hatten die frisch gebackenen Eltern leider keine Zeit. 🙈
    Nach dem Besuch der Affen führt die Tour weiter über einen Holzsteg in den herrlichen Mangrovenwald. Ein gut ausgebildeter Guide gab uns mehr Informationen über die verschiedenen Mangrovenarten und die beheimateten Tierarten zu denen Krabben, Echsen, Schlangen und vielzählige Vogelarten zählen. Der Mangrovenwald ist ein wichtiger Bestandteil der Insel, da er vor Bodenerosion und Tsunamis schützt.
    „The Mangroves save Zanzibar and Zanzibar saves the Mangroves“. 😇
    Das Meerwasser des indischen Ozeans kommt über einen 3,5 km langen Kanal und flutet die Wurzeln der Mangroven bei Flut. Auf Grund der Gezeiten des Salzwassers gab es im Park auch keine Moskitos. 🙏🏼
    Gut für Birgits fehlende Malaria-Prophylaxe. #survivor

    Zurück in Michamvi, genossen wir drei einen herrlich entspannten Nachmittag am Beach und einen wunderschönen Sonnenuntergang.

    Heute Abend machen wir Probeessen für das morgige Silvesterbankett am Strand und beim Blick auf die Menükarte tropft uns schon Nachmittags der Zahn 🤤🤤

    Wir sind direkt vom Strand ins Restaurant. Hätten wir gewusst, dass die Stühle gerückt werden und die Servietten gefaltet auf dem Schoß landen, hätten wir uns etwas mehr Mühe gegeben mit unserem quasi nicht vorhandenem Outfit.... das Essen war eine positive Überraschung und zwar sowohl geschmacklich als auch visuell. Morgen kommen wir wieder in einem besseren Outfit!

    Das Resümee des Abends:
    1. wir haben schon immer lieber mehr Geld für Essen und Drinks ausgegeben als für unsere Übernachtung.
    2. Bob Maley ist ein netter Gastgeber. Dafür, dass wir hier gestern noch flüchten wollten, haben wir uns prima eingelebt. Prost #cubalibre
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    Wolfgang Lehmann

    Drei Abenteuerrinnen bei Bob!! Viel Spaß euch noch!

    12/30/20Reply
    Claudia Geisler

    Dankeschön 🥃🍻🥂🍷

    12/30/20Reply
    Wolfgang Lehmann

    Probeanschlag für Silvester

    12/30/20Reply
    Leberecht Thiele

    Mädels, dann feiert heute schön, baut keinen Mist und kommt gut in gutes neues Jahr und Lebensjahr! Vater Wölfchen

    12/31/20Reply
     
  • Day24

    Wo der Pfeffer wächst....

    December 28, 2020 in Tanzania ⋅ ⛅ 28 °C

    Am gestrigen Abend waren endlich die freischwingenden Betten am Hotelpool nicht besetzt und so ließen wir den Abend schaukelnd und beschwingt im xl-Bettchen ausklingen. Birgit überlegt noch die Deko einzustecken... denn da hatte sich jemand aus langer Weile mal so richtig Mühe gemacht und sämtliche Muscheln vom Strand als unglaublich hübsche Ketten aufgefädelt.

    Nach den guten Getränken des gestrigen Abends hatten wir eine wirklich entspannte und erholsame Nacht.
    Zitat beim Frühstück : „Die Melone schmeckt aber....die hat auch die Natur gemacht und niemand aus der Küche“ sagt eigentlich alles...

    Heute war unser Tagesprogramm an einem lokalen Kochkurs teilzunehmen und anschließend noch die hiesigen Gewürze direkt am Ursprung zu besichtigen. Zitat Anja beim Betreten der „Showküche“:
    „wir werden alle sterben“

    Naja, so werfen wir beim Betreten der Outdoor-Küche alle unsere Bedenken über Bord - schließlich wollten wir die Geheimnisse der einheimischen Küche kennenlernen.. Zum Schluss stellt sich heraus es war das beste Essen, was wir hier auf Sansibar je gegessen haben. Keine Probleme... kein Sprühpups... hakuna matata..😜

    So werden wir mit Lungis (Tücher zum Bedecken der Beine) bekleidet und dann von den Damen der Kochshow instruiert für die ersten Arbeiten: Schälen, putzen und hacken🧅🧄🥕🥒🍅 🥔
    Dann 🥥 raspeln, wie bei Bounty um eigene Kokosmilch herzustellen.
    Hier wird alles verarbeitet, was die Natur hergibt und mit gaaaanz vielen guten Gewürzen abgeschmeckt, mit Muskelkraft und bloßen Händen zubereitet und auf offenem Feuer 🔥 gekocht. BACK TO THE ROOTS. Daheim
    müssen wir dann mal checken wie viele der heutigen Rezepte im Thermomix umsetzbar sind 😂

    Nachdem wir den Lunch vorbereitet hatten unter den Augen vieler kleiner liebenswürdiger Blicke, gingen wir um die ursprüngliche Spicefarm und damit den Ort zu besichtigen, an den uns schon sooo viele geschickt haben. Den Ort, wo der Pfeffer wächst 😂
    Eine Art botanischer Garten, mit so ziemlich allem, was die Natur hergibt. Gewürze wie Zimt, Nelke, Muskat und natürlich Pfeffer, allerhand tropischer Früchte wie Litschi, Mandarinen, Kakao, Bananen, Ananas..
    Zum Abschluss gab es dann tatsächlich das Essen, was wir heute selbst zubereitet hatten. Delicious 🤤👌🏼
    Da können wir uns ruhig mal auf die Schulter klopfen. 😅😅😅

    Am Nachmittag zurück in Jambiani rasteten Birgit und Anja bei der HappyHour ein, während Claudi einen 6km-Strandspaziergang nach Paje einlegte, die berühmten Kühe am Strand sah und abschließend als Motorradbraut - bekleidet mit Strandtuch ohne Helm - wieder für einen schmalen Taler auf dem Highway nach Jambiani trampte 🏍💨

    Zum Dinner waren wir auf Empfehlung des hiesigen Hoteliers beim Chez Hassan und wurden nicht enttäuscht.
    Aufmerksamer Service, heiße und schmackhafte Speisen haben und gänzlich beglückt.
    Moskitos 🦟 bekämpfen wir heute mit Knobi 🧄

    Morgen spült uns die Flut weiter nach Michamwe, wo wir schon wieder die nächste Verabredung haben 🏄🏻‍♀️🏄🏽🏄🏻‍♀️
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    Joachim Zimmermann

    Nur Traumhaft, beneide Euch. 😊

    12/28/20Reply
    James Bond

    Kühe beim paragliding... sieht schon gut aus😂

    12/29/20Reply
    James Bond

    Viel Spaß für jeden einzelnen Tag!

    12/29/20Reply
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  • Day121

    Sansibar

    January 3, 2019 in Tanzania ⋅ ☀️ 29 °C

    Völlig erschlagen von der vorangegangen Reise mit dem Tazara-Express, schliefen wir erstaunlich gut in unserem abgeranzten Hotelzimmer in Dar es Salaam. Dennoch waren wir froh, am nächsten Morgen auszuchecken und die Fähre nach Sansibar zu nehmen.

    Im Touristenviertel Stonetown angekommen, wurden uns auf dem Weg zum Hostel ununterbrochen diverse Touren, allerhand Waren sowie Taxifahrten angeboten. In dieser Häufigkeit irgendetwas dankend ablehnen zu müssen, war ausgesprochen anstrengend und vor allem nervig. Zwar hatten wir nicht einmal zwei Kilometer zu laufen, doch kamen wir aufgrund der extremen Hitze und hohen Luftfeuchtigkeit ganz schön ins Schwitzen. Erschwerend kam hinzu, dass wir uns aus Respekt vor der dort vorherrschenden muslimischen Kultur bedeckt gekleidet hatten. 95 Prozent der Inselbewohner vertreten den Glauben des Islams. Als wir schweißgebadet das Backpackers 'Lost and Found' betraten, erfreuten wir uns sehr an der klimatisierten Luft.

    Ein Mädchen in unserem 17-Betten-Zimmer empfahl uns eine Tour zur nahegelegenen Gefängnisinsel zu machen, auf welcher man unter anderem gigantische Landschildkröten bestaunen könne. Auf ihr Urteil vertrauend saßen wir am Folgetag in einem hölzernen Motorboot und fuhren auf das türkisblaue Meer hinaus. Mitten auf dem Ozean warf der Kapitän den Anker aus und wir erhielten die Möglichkeit die Unterwasserwelt mit ihren vielen bunten Fischen, Quallen und Pflanzen durch die Taucherbrille zu erkunden.

    Nachdem wir genug geschnorchelt hatten, brachte uns das Boot zur kleinen Insel, wo wir zunächst das ehemalige Gefängnis besichtigten. Viel zu sehen gab es dort nicht. Nach einer nur fünfminütigen Führung durch die einstige Strafanstalt war schon alles entdeckt, was es zu entdecken gab.

    Die nächste Enttäuschung ließ nicht lange auf sich warten: Entgegen unserer Annahme, dass die Schildkröten sich frei auf der gesamten Insel bewegen konnten, lebten diese eingepfercht in einem überschaulichen Gehege. Am Eingangstor wurden uns Salatblätter zum Verfüttern in die Hand gedrückt. Ein Schild wies darauf hin, dass es nicht erlaubt sei, sich auf die Tiere zu setzten. Schade, dass man darauf überhaupt aufmerksam machen musste. Dutzende der teilweise über hundert Jahre alten imposanten Reptilien wurden von ebenso vielen Touristen bestaunt, gefüttert und fotografiert. Vollkommen überfressen von dem ganzen Grün, übergab sich eine der Riesenschildkröten. Wir schämten uns, dass wir uns im Vorfeld nicht besser informiert hatten und das Ganze mit unserem Besuch unterstützten.

    Begeistern konnte uns auch der kleine Sandstrand der Gefängnisinsel nicht. Übersät mit Plastik bot er ein tristes Bild. In mehreren Gängen zum Abfalleimer sagten wir dem Müll so gut es ging den Kampf an, bevor wir uns zwecks Abkühlung ins Meer begaben und anschließend zurück zur Hauptinsel aufbrachen.

    Überall in Stonetown wurde einem das Schwimmen mit Delfinen angeboten und zugegebenermaßen waren wir zu Beginn sehr angetan von der Idee. Die intelligenten Säugetiere für nur 25 US $ in ihrem natürlichen Lebensraum hautnah erleben zu können, klang verlockend. Weil wir jedoch lernfähig sind, betrieben wir nach unsere Pleite auf der Gefängnisinsel erst einmal intensive Internetrecherche. Wirklich überrascht waren wir nicht, als wir auf verschiedenen Seiten lasen, dass Wissenschaftler und Umweltschützer zum Wohle der Tiere von dieser Aktivität dringend abrieten. Wider der zum Schutze der Delfine eingeführten Gesetze, würden die Tümmler von unseriösen Anbietern mit Motorbooten umzingelt. Die Touristen würden daraufhin hektisch dazu bewegt, ins Wasser zu springen, nur um nach wenigen Minuten wieder an Bord zu klettern und den davon schwimmenden Tieren weiter hinterherzujagen. Traurig, das wollten wir nicht.

    Weil wir den Eindruck hatten, dass die muslimischen Bewohner Stonetowns es nicht gerne sahen, wenn sich urlaubende Damen in einen knappen Bikini gekleidet an die dortigen Strände legten, verbrachten wir die restliche Zeit damit, durch die Straßen zu schlendern und in den unzähligen kleinen Geschäften zu stöbern. Das touristische Viertel der berühmten tansanischen Insel umgab wegen seiner Architektur und der vielen engen Gassen ein südeuropäisches Flair.

    Immer wieder wurde uns beim Bummeln fröhlich ein 'Hakuna matata!' oder 'rafiki' zugerufen, was auf Suhaeli 'Keine Sorgen!' und 'Freund' bedeutet. Diese Worte sind vermutlich nicht nur Disney-Fans geläufig. Uns war im Vorfeld bereits zu Ohren gekommen, dass die in Tansania gesprochene Sprache im Zeichentrickfilm 'Der König der Löwen' verankert ist. Da man überall mit einfachen suhaelischen Vokabeln konfrontiert wurde, nahmen wir diese schnell in unseren Wortschatz auf.

    Um unseren Hunger zu stillen, probierten wir liebend gerne lokales Essen aus. Dafür begaben wir uns nach Einbruch der Dunkelheit oft auf den Nachtmarkt. Von Knollengewächsen, über Kochbananen bis hin zu diversen Fisch- und Fleischsorten konnte man dort alles probieren. Unser absoluter Geheimtipp auf Sansibar war außerdem das Restaurant Lukmaan, in dem es neben wechselnden lokalen Gerichten auch köstliche frisch gepresste Smoothis für kleines Geld gab.

    Bei einem Mittagessen im Lukmaan lernten wir den Sansibari Abdi kennen. Wir erzählten ihm, dass wir uns bei der mosambikanischen Botschaft um ein Visum kümmern wollten. Da wir nicht wussten, wo sich diese befand, ließen wir uns auf Abdis Angebot hin von ihm den Weg zeigen. Leider war die Behörde auf Grund der anstehenden Festtage bis Anfang Januar geschlossen, weshalb wir unsere Reiseplanung noch einmal verschieben mussten.

    Als Abdi auch noch vorschlug, unseren anschließenden Stadtbummel zu begleiten, um uns die besten Geschäfte der Umgebung zeigen zu können, wurden wir skeptisch. In uns keimte der Verdacht, dass er letzten Endes ein dickes Trinkgeld für seine Dienste erwartete. Schließlich versuchte fast jeder auf dieser Inseln an den 'mzungus' (Weißen) zu verdienen. Doch Ausnahmen bestätigen die Regel: Abdi hatte einfach nur Lust seinen freien Tag mit uns zu verbringen, den wir mit einer leckeren Kugel Eis gemütlich ausklingen ließen.

    Plötzlich stand Weihnachten vor der Tür. Gemeinsam mit der Britin Beccah, die wir einige Tage zuvor in unserer Unterkunft kennengelernt hatten, gönnten wir uns ein Fünf-Gänge-Menü in einem gemütlich eingerichteten persischen Restaurant. Auf der Dachterrasse genossen wir anschließend bei einem wunderschönen Ausblick über die Stadt ein paar Cocktails.

    Am 25.12.2018 kam der Grund dafür an, wieso wir so schnell wie möglich von Botswana nach Sansibar gereist waren: Sarah. Sarah, die verrückte Nudel, hatte sich recht spontan dazu entschlossen, uns während unserer Reise zu besuchen und es einfach durchgezogen. Christinas CrossFit-Freundin aus Mönchengladbach kam pünktlicher an als wir es erwartet hätten, sodass die Arme uns völlig verkatert vom Heiligen Vorabend in unserem Hostel vorfand. Schnell packten wir unsere Sachen zusammen und machten uns - Knie und Schultern anständig bedeckt - auf den Weg zu unserem gebuchten Bungalow in Michamvi.

    Um uns eine teure Taxifahrt zu sparen, widmeten wir uns zum ersten Mal in Afrika dem Abenteuer Minibus. Ein paar Mädels aus dem Backpackers hatten uns zuvor grob erklärt, wie wir zur Haltestelle gelangen würden. Unterwegs bestand ein Einheimischer darauf, uns dorthin zu führen, obwohl wir ihm eindringlich versuchten zu vermitteln, dass wir nicht auf seine Hilfe angewiesen waren. Er hörte nicht auf uns und wiederholte mehrfach die Worte: 'Don't worry, no money!' Zwar ahnten wir, dass der Mann sich trotzdem eine satte Belohnung ausrechnete, weil er sich jedoch nicht abwimmeln ließ und wir ihm schließlich nicht verbieten konnten, vor uns her zu laufen, sahen wir uns vollkommen entnervt gezwungen, ihm zu folgen.

    Kurz hielten wir an einem Straßenstand an, um ein paar Flaschen Wasser zu kaufen. Den vierfachen Preis als sonst üblich verlangte der dreiste Verkäufer. Wir zeigten ihm einen Vogel und bekamen die kühle Erfrischung letztlich zwar immer noch etwas überteuert, aber wesentlich günstiger als das Ursprungsangebot ausgehändigt.

    Am Busbahnhof angekommen, wurde es plötzlich sehr hektisch. Ehe wir uns versahen, hatte sich irgendwer unsere Rucksäcke geschnappt und diese ungefragt auf das Dach eines Minibusses gepackt. Sarah und Christina waren bereits in das Dalladalla (der tansanische Ausdruck für das öffentliche Verkehrsmittel) hineingedrängt worden, während Lisa draußen noch den Preis für die Fahrkarten verhandelte. 7500 Schilling pro Person verlangte man. Das war absolut unverschämt, selbst die Hälfte des genannten Preises wäre noch zu hoch gewesen. Der Bus rollte los, Lisa wollte schnell einsteigen und sich zu Sarah und Christina setzen, doch der Ticketverkäufer hielt sie am Rucksack fest - erst solle sie zahlen! Der Bus nahm Fahrt auf und Lisa überkam ein Anflug von Panik, da sie befürchten musste zurückgelassen zu werden. Aus Verzweiflung hielt sie dem groben Mann 10000 Schilling hin. Diese nahm er zwar an, doch ließ er nicht von Lisas Handgepäck ab. Der Bus rollte immer weiter. Lisa saß noch immer nicht an Bord. Der Fahrkartenmafioso zeigte auf Lisas linke Hand, die noch einen weiteren großen roten Schein umklammerte. Da sich Lisa nicht anders zu helfen wusste, übergab sie auch diese 10000 Schilling. Endlich durfte sie sich neben ihre Freundinnen quetschen. Eine einheimische Frau flüsterte uns zu, dass sie nur 2000 Schilling gezahlt habe. Das Geld würden wir uns wiederholen, nahmen wir uns vor. Übrigens hatte unser Führer, den wir zu keinem Zeitpunkt engagiert hatten, ebenfalls im Dalladalla Platz genommen. Er versuchte uns davon zu überzeugen, dem Minibuskontrolleur weitere 10000 Schilling auszuhändigen, also 10000 pro Person zu zahlen. Zudem teilte er uns mit, dass der Bus nicht durchfahren würde und er uns vollkommen selbstlos und ohne Hintergedanken zeigen wolle, wo wir umsteigen müssten. Wir waren uns sicher, dass es eine Direktverbindung gab, aber nun war es zu spät.

    Nach wenigen Minuten Fahrtzeit und noch weit entfernt vom eigentlichen Ziel, wurde uns signalisiert, dass wir aussteigen müssten. Wieder Asphalt unter den Füßen stellte erst Lisa den betrügerischen Ticketverkäufer zur Rede, dann stimmte Christina mit ein. Scharf forderten wir die Hälfte des Geldes zurück. Unser Gegenüber begründete den lächerlich hohen Preis mit einem Festtagszuschlag, der natürlich nur uns reichen Weißen berechnet würde. Hätten wir beide nicht so eine gute Kinderstube genossen, wäre uns mit Sicherheit die Hand ausgerutscht, so sauer waren wir! Unser Auflehnen zeigte leider keinerlei Wirkung. Nach einem kurzen hitzigen Austausch sprang der Mann auf ein fahrendes Dalladalla auf und verschwand mitsamt unserem Geld im Staub, den der Minibus aufgewirbelt hatte.

    Während wir uns lauthals über die Flucht des Halsabschneiders aufregten, wurde ein Rastamann auf uns aufmerksam, der gerade damit beschäftigt war, ein paar Einkäufe in sein Auto zu laden. Er habe unser Gespräch nicht überhören können und es täte ihm Leid, dass wir so über den Tisch gezogen worden waren. Mit einem Lächeln offerierte er uns eine kostenlose Mitfahrgelegenheit, die uns ein deutliches Stück näher an unsere Unterkunft bringen würde. Dankend nahmen wir das Angebot an und unsere Verärgerung wich der Freude über die uns entgegengebrachte Gastfreundschaft. Für einen Moment wurden wir noch einmal in Wut versetzt, als plötzlich unser selbsternannter Führer neben uns stand und tatsächlich um Trinkgeld bat. Mit einem fassunglosen: "Danke für nichts!", verabschiedeten wir uns natürlich ohne etwas zu zahlen kopfschüttelnd von ihm.

    Nach ein paar Kilometern gerieten wir mal wieder in eine Polizeikontrolle. Ein Polizist bat um Vorlage des Führerscheins, welcher ihm umgehend ausgehändigt wurde. Anstatt diesen nach der Überprüfung an den Fahrer zurück zu geben, forderte der Mann in der beigen Uniform eine kleine, inoffizielle Bezahlung ein. Da der Fahrer auf seinen Lichtbildausweis angewiesen war, erhielt der korrupte Polizist das gewünschte Bestechungsgeld und die Tour konnte weitergehen.

    An einer Bushaltestelle, die wir niemals als eine solche ausgemacht hätten, da es keinerlei Kennzeichnung gab, wurden wir vom hilfsbereiten Rastamann abgesetzt. Bevor er uns verließ, erklärte er uns noch kurz, wie viele Schilling der Dalladallafahrer für den Rest der Strecke maximal einfordern dürfe. Der Minibus ließ nicht lange auf sich warten. Klüger als beim Male zuvor, handelten wir nun erst den Fahrpreis aus, bevor wir jemanden unser Gepäck aufladen ließen und alle gemeinsam einstiegen. Dieses Mal wurden die Ticketkosten von vorne herein nicht zu hoch angesetzt und es gelang uns ohne Diskussion den Preis auf den gewünschten Betrag zu drücken.

    In Michamvi angekommen liefen wir im Schatten der Palmen über weiße Sandpfade zu unserem kleinen Bungalowpark, in dem wir die einzigen Gäste waren. Sofort machten wir uns auf den Weg, um endlich den lang ersehnten paradiesischen Strand zu entdecken. Nach nur fünf Minuten Fußweg erblickten wir den indischen Ozean. Der meilenweite weiße Sandstrand war zu unserer großen Enttäuschung allerdings über und über mit Algen bedeckt. Dies sei durch die derzeitigen Wetterverhältnisse bedingt, erklärten uns die Einheimischen. Auch bei einem mehrstündige Strandsparziergang war nichts als das Algenmeer zu sehen. Ernüchtert klagten wir Beccah über WhatsApp unser Leid, die sich mittlerweile im 20 km entfernten Paje befand. Dort sehe der Strand tatsächlich wie im Werbeprospekt aus, versicherte sie. Einen Ausflug dorthin, mussten wir jedoch noch etwas aufschieben, weil Christina erneut mit Magen-Darm-Beschwerden ans Bett gefesselt war.

    Da es weit und breit keinen Supermarkt gab, machten sich Sarah und Lisa auf zur Nachbarlodge, um etwas trocken Brot für Christinas leeren Magen zu besorgen. Ein Laib war zwar nicht aufzutreiben, dafür aber ein paar Kekse und ein Medizinmann, der auf die Heilkraft von Aloe Vera schwor. Dieser ließ sich nicht davon abbringen persönlich mit zu unserem Bungalow zu kommen, um vor Ort einen Zaubertrunk herzustellen - schließlich war nur er alleine durch seine Zertifizierung dazu befugt die "Medizin" zu verabreichen. In einer halbstündigen Prozedur schnitt der Aloe Vera Meister immer wieder ein Stück der Pflanze ab und tunkte diese geduldig in ein Glas Wasser. Nach diesen liebevollen Bemühungen konnte Christina natürlich nicht anders als den halben Liter bitterste Flüssigkeit auch bis auf den letzten Tropfen hinunterzuwürgen.

    Ob es nun der Kraft der Natur zu verdanken war oder der Darm einfach nichts mehr auszuscheiden hatte, bleibt dahin gestellt; jedenfalls ging es Christina am Folgetag wieder gut genug, um einen Ausflug zu unternehmen. Mit neuer Hoffnung, das Paradies zu finden, machten wir uns mit dem Dalladalla - diesmal sogar fast zum ortsüblichen Preis - auf nach Paje. Dort angekommen wurden wir nicht enttäuscht: vor dem himmlischen blauen Meer erstreckte sich strahlend weißer Sandstrand soweit das Auge reichte - und das alles ohne Algen.

    Am Strand lernten wir den argentinischen José kennen, mit dem wir so einige frische Kokosnüsse teilten, von denen er fast immer eine bei sich trug. Ansonsten tankten wir viel Sonne, planschten im Meer und beobachteten, was so um uns herum geschah. Einmal fiel unser Blick auf eine Kuhherde - der perfekte Hintergrund für ein Freundschaftsbild. Das Foto war schnell im Kasten und die Kühe zogen weiter bis auf ein Kalb, das auf Tuchfühlung mit Lisa ging. Anfänglich tauschten die beiden ein paar Kuscheleinheiten aus. Das war süß anzusehen, bis das Tier in den Spielmodus überging und versuchte Lisa mit seinem dicken Schädel umzustoßen. Es verstand wohl nicht, dass sein Gegenüber nicht einmal die Hälfte von ihm wog. Anfangs lachten wir noch, doch das Kalb wurde immer wilder und ließ nicht von Lisa ab. Als die Situation anfing richtig ungemütlich zu werden, stürzte sich Beccah, die das Freundschaftsfoto geschossen hatte, heldenhaft zwischen Kuh und Lisa und klatschte laut in die Hände. Irritiert sprang das Kalb davon und stieß weit entfernt von uns eine andere Frau in den Sand, bevor es sich beruhigte und sich wieder seiner Herde anschloss.

    Der wunderschöne Blick auf den Ozean wurde von kunterbunten Lenkdrachen geprägt, die hoch oben im azurblauen Himmel schwirrten. Es war beeindruckend zu sehen, wie unzählige Kitesurfer mit dem Wind im Nacken über die Wasseroberfläche düsten ohne sich dabei umzufahren. Wir mussten das Spektakel nicht lange verfolgen, um zu dem Entschluss zu kommen, dass wir das auch ausprobieren wollten! Gesagt, getan: Am nächsten Morgen starteten wir unter Anleitung eines Fachmannes mit Trockenübungen am Strand, um zunächst ein Gefühl für das Lenken eines Drachens zu bekommen. Nach etwa einer Stunde ging es dann mit dem 15 Meter breiten Schirm ins Nass. Das Board nahmen wir erst einmal nicht mit und das war auch gut so: Wahnsinn, wie viel Kraft dahintersteckt, wenn der Drache von einer Böe erfasst wird. Um ein größeres Gegengewicht zu bilden und zu vermeiden dem Horizont entgegen davonzufliegen, hingen wir zu zweit an den Schnüren des Sportgerätes und sind Freudenschreie ausstoßend nur so über das Wasser gepeitscht. Herrlich, das war ein Spaß! Als unser Kitesurflehrer nach drei Stunden in der prallen Mittagssonne endlich das Board holte, waren unsere Konzentration und Kraft schon ziemlich ausgeschöpft. Es brauchte ein paar kümmerliche Versuchen das Board zu erklimmen, bis wir entschieden das Werk am nächsten Tag mit neuer Energie zu vollenden. Soweit sollte es jedoch nicht kommen.

    Am darauffolgenden Morgen wachten wir mit einem unglaublichen Druck auf den Lippen auf, der so groß war, dass wir Angst hatten, sie würden jeden Moment aufplatzen. Ein Blick in den Spiegel löste einen kurzen Lachkrampf aus. Wir sahen aus, wie nach einer misslungenen Botoxbehandlung. Sonnenbrand auf der Lippe ist schon eine fiese Angelegenheit. Generell noch etwas geschlaucht von der Überdosis Sonneneinstrahlung vom Vortag, entschieden wir uns dafür, einen Tag Pause vom Surfen einzulegen. Wie der Zufall es so will, war es an diesem Tag auf Grund mangelnden Windes sowieso nicht möglich den Wassersport auszuüben. Doof nur, dass auch an unserem letzten Tag im Osten der Insel kein Lüftchen mehr wehte, so dass wir unsere neu erlernten Künste leider nicht weiter ausbauen konnten. Naja, wir werden schon noch einmal während unserer Reise die Möglichkeit erhalten, uns mit Drachen und Brett ins Meer zu stürzen.

    Als schattige Alternative zur Aktivität im Wasser beschlossen wir, gemeinsam mit Beccah und José den Jozani Chwaka Bay Nationalpark zu besuchen. Dieser ist unter anderem für seine roten Sansibar-Stummelaffen berühmt, die es nur auf diesem einen Flecken Erde zu bestaunen gibt. Tatsächlich mussten wir nicht lange unserem Guide durch dichtes Grün folgen, bis uns die Affen das erste Mal begegneten. Sie kamen uns erstaunlich nahe und schienen sich überhaupt nicht an uns zu stören. Die Tiere aus nächster Nähe beobachten zu können markiert definitiv eines der Highlights unserer Zeit auf der tansanischen Insel. Als dann noch aus dem Nichts eine winzig kleine Baby-Kobra vor uns her schlängelte, war unser Dschungelabenteuer perfekt.

    Da wir durchschnittlich mehr Tage in Paje als in Michamvi verbrachten, stiegen wir am Abend nach unserer Nationalparkbesichtigung ausgesprochen routiniert ins Dalladalla, welches uns zu unserer Unterkunft bringen sollte. Nach nicht einmal der halben Strecke blieb der Kleinbus jedoch mitten in der Pampa stehen und erklärte, dass dies die Endstation sei. Wann oder ob ein nächster Bus kommen würde, konnte man uns nicht sagen. Etwas verdattert begannen wir die letzten zehn Kilometer zu Fuß zu bestreiten. Die Sonne stand bereits tief am Himmel und war dabei sich langsam zu verabschieden. Weil wir keine großartige Lust hatten, nach Einbruch der Dunkelheit mitten im Nirgendwo an der Straße entlang zu spazieren, winkten wir in der Hoffnung auf eine Mitfahrgelegenheit dem nächsten heranfahrenden Pickup zu. Dieser kam tatsächlich zum Stehen und deutete uns an auf die Ladefläche aufzuspringen. Dort fanden wir zwischen etwa zehn weiteren Personen noch ein kuscheliges Plätzchen und genossen den aufkommenden kühlen Fahrtwind. Es stellte sich heraus, dass wir auf eine Artistengruppe gestoßen waren, die sich auf dem Weg zu einer Aufführung befand. Gerne nahmen wir die herzliche Einladung an, der Show beizuwohnen, die nicht allzu fern von unserem Bungalow stattfinden würde. In einem am Strand gelegenen Restaurant unterhielt die muntere Truppe das Publikum mit einer akrobatischen Darbietung zu afrikanischer Musik. Welch ein schöner Tagesabschluss.

    Da Sarah früh am Morgen des ersten Januars die Heimreise antreten musste, kehrten wir Ende Dezember zurück in das uns vertraute Backpackers in Stonetown, von wo aus der Flughafen leicht zu erreichen war. Im 'Lost and Found' trafen wir zwei Französinnen wieder, die wir bei unserem ersten Aufenthalt flüchtig kennengelernt hatten. Spontan entschlossen wir uns dazu, den Silvesterabend gemeinsam zu verbringen. Die beiden hatten ein Tapasrestaurant ausgesucht, in dem wir uns wieder einmal kulinarisch verwöhnen ließen. Begleitet wurde der Abend von spanischer Livemusik, bei welcher Sarah nach dem Abendessen ihre grandiosen Tanzkünste zum Besten gab. Wow!

    Anschließend zogen wir weiter, um eine Bar zu finden, in der wir das Jahr gebührend ausklingen lassen wollten. Leider war die Auswahl nicht sehr groß und die Eintrittspreise teilweise recht hoch, so dass wir noch immer durch die Straßen irrten, als die Uhr plötzlich Mitternacht anzeigte. Wirklich spürbar war der Jahreswechsel nicht - kaum einer fiel sich um den Hals und ein Feuerwerk gab es auf der Insel auch keines. Unser Rutsch verlief also ziemlich unspektakulär. Wir kehrten wieder in die Tapasbar ein, in der wir gerade noch ein Bier ergatterten, bevor das Lokal zumachte. Immerhin konnten wir so ohne Kater und einigermaßen ausgeschlafen in das Jahr 2019 starten, welches mit der Verabschiedung von Sarah begann. Ruckzuck war die Woche mit Sarah vergangen - auf Wiedersehen, wir haben uns sehr über deinen Besuch gefreut!

    Auch wir wollten die Insel verlassen - und zwar bald. Irgendwie hatten wir genug von Sansibar, vor allem von Stonetown. Warum das so war, konnten wir gar nicht so genau auf den Punkt bringen. Auf eine Art waren wir genervt. Es war heiß, es war schwitzig. Die langen Klamotten waren permanent durchnässt von der schwülen Luft und da wir nicht so viele lange Sachen zum Anziehen dabei hatten, blieb uns nichts anderes übrig als ständig in dieselben schmandigen Flatterhosen zu steigen. Das ewige 'Hakuna matata' und die aufdringlichen Verkäufer gingen uns auch auf den Keks. Hinzu kam, dass wir nach langer Zeit des einfachen Herumreisens wieder das Bedürfnis verspürten, einer sinnvollen und vor allem routinierten Beschäftigung nachzugehen. Wie auch immer, wir wollten schleunigst weg von diesem Ort, weshalb wir uns am Morgen des zweiten Januars auf den Weg zur Fährticketverkaufsstelle begaben.

    Nach zwei Stunden Wartezeit auf sehr beengtem Raum erfuhren wir, dass uns gerade das letzte Ticket nach Dar Es Salaam für diesen Tag vor der Nase wegeschnappt worden war. Nicht noch eine Nacht auf der Insel...aber was blieb uns anderes übrig?! Schwimmen wollten wir nicht. Uns wurde eine Fährverbindung für den Nachmittag des Folgetages angeboten. Die Fahrkarten sollten 10 US Dollar mehr pro Person kosten als auf der Hinfahrt und waren das Vierfache von dem was die Einheimischen zahlten. Natürlich sind wir als Besucher eines Landes bereit auch mal tiefer in die Tasche zu greifen und mehr auszugeben als es von den Ortsansässigen verlangt wird, aber unserer Meinung nach nahm das Ganze in dieser Touristengegend überhand. Der Preis für die Fahrkarten war schon unverschämt. Mit dutzenden ungeduldig drängelden Menschen im Rücken, wollten wir jedoch nicht lange diskutieren und legten geschlaucht das geforderte Geld auf den Tresen.

    Endlich an Bord des Schiffes, überkam uns schon nach kurzer Zeit auf Grund des starken Wellenganges die Übelkeit. Dass sich die anderen Fahrgäste überall um einen herum übergaben, war für unsere Situation nicht gerade förderlich. Heilfroh betraten wir zwei Stunden später das ersehnte tansanische Festland.
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    Solveig Cahais

    Ihr seid schon toughe Ladies ;-)

    3/4/19Reply
    Bruno Lenssen

    Ja, das Leid mit dem Handeln. Oft sind klare Töne angesagt, oft hilft Humor und Lachen...und mit den Erfahrungen kommt die Routine. Nicht vergessen...wir sind die Reichen. Alles Gute weiterhin.

    3/4/19Reply
    Bruno Lenssen

    Klar..warum nicht mal ne dicke Lippe riskieren !?

    3/4/19Reply
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  • Day196

    Noch "Meer" von Sansibar

    September 27, 2018 in Tanzania ⋅ ⛅ 28 °C

    Wer kristallblaues Wasser vorfindet und geblendet wird vom strahlend weißen Sand, kulinarisch verwöhnt wird und dabei eine entspannte, entschleunigte Atmosphäre vorfindet, der muss im Paradies sein! ...oder zumindest auf Sansibar. Wir lassen hier einfach mal ein paar Strandfotos für sich sprechen.

    Zwei Dinge seien zum Thema Strand noch schnell erwähnt:

    Heute fuhren wir mit dem Boot hinaus zum Schnorcheln. Für die Eltern war es das erste Mal. Marian war so fasziniert, dass er trotz blauer Lippen noch immer nicht das Wasser verlassen wollte. Es war echt schön, wie wir uns ab und an an die Hand nahmen und zusammen durchs Wasser schwebten und dabei den bunten Fischchen dabei zuhörten wie sie an Korallen knabberten. Auf Mama, die eigentlich eher wasserscheu ist, waren wir auch ganz stolz, weil sie mutig auf Erkundungstour rund um unseren alten Fischkutter ging. Auf die Liste der nächsten Urlaubsziele der Eltern muss dann wohl ein besonders schönes Korallenrevier! 🐠🐟 Als wir wieder an Land kamen, beobachteten wir wie Fischer gerade ihre Beute - 2 Haie 😳 - an Land brachten. Diese würden als Delikatessen in Stonetowns Restaurants enden. 🦈🦈

    Als Zweites und Letztes müssen wir an dieser Stelle noch den Masai Beach Boys Erwähnung schenken. Jedes Mal, wenn man nur den Strand betrat, belagerten sie einen - auf freundliche Art und Weise, muss man ihnen jedoch zu Gute heissen. Doch wenn man zum 20. Mal gefragt wird, wer man ist, wie man heisst, woher man kommt, und dann nach etwas Small Talk übergeleitet wird zum Thema Souvenirs kaufen, kann das schon so ziemlich nerven. Nach 2 Tagen kannten wir all ihre Namen und sie unsere. Wir wurden sie aber auch nicht los. Bis wir einen Masai mal seine Tasche mit Krimskrams tatsächlich auspacken ließen. Er breitete seine Decke aus und platzierte darauf all seine hunderten Mitbringsel ganz sorgfältig. Was für eine Geduld, weil er dies sicher hundert Mal am Tag machte. Nach etwas Verhandeln kamen wir jedoch auf keinen gemeinsamen Nenner, er packte seine Sachen enttäuscht wieder zusammen und ab dem nächsten Tag quatschte uns kein Verkäufer mehr an. So schnell wie sich herumgesprochen hatte, dass 4 deutsche Kartoffeln neu im Ort waren, so fix hatte sich unter den Masai auch die Nachricht verbreitet, dass bei uns nix zu holen war. 😅 Aber böse sein, konnte man ihnen nicht. Sie waren ja immer lieb und höflich geblieben. Und was will man eigentlich mehr, wenn man mal ehrlich ist, als dem Urvolk eines Landes mal so nah zu kommen und sich ungeniert mit Einheimischen unterhalten zu können. 😊
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  • Day192

    Sébs Geburi im "The Rock" Restaurant

    September 23, 2018 in Tanzania ⋅ ☀️ 31 °C

    🎶🎵 Heute kann es regnen, stürmen oder schneien...! Denn heut hat Séb Geburtstag, am Strand mit Sonnenschein! 🥳 Zunächst genossen wir, wie jeden Tag in unserer Strandhütte, ein bombastisch leckeres, frisches und gesundes Frühstück unseres Lieblingskochs Farid. 👨🏾‍🍳😋 Mit den exotischen Früchte und cremigen Shakes starteten wir immer schon mit einem Highlight in den Tag. Danach nutzten wir die Gunst der Ebbe und schlenderten zu viert durch das eeeewig weite, nur knöchelhohe Meer in Richtung Riff. Weisser Sand bis zum Horizont, wo dieser auf strahlend blauen Himmel traf. 😍 Seeigel machten den Spaziergang jedoch ein wenig zum Spießrutenlauf; riesige, rote Seesterne versüßten hingegen den Anblick. Dabei bewunderten wir die einheimischen Frauen, die elegant durch das Wasser schritten während sie auf ihren Köpfen Körbe voller Seegras, das hier auf einer Unterwasserfarm geerntet wird, trugen. 😳

    Gemütlich trafen wir gegen Mittag in einem Café ein, das auf Stelzen ins Meer ragte und dessen Hängematten und Drinks das Geburtstagskind dazu verleiteten, Raum und Zeit zu vergessen und das (neue) Leben(-sjahr) in vollen Zügen zu genießen und darauf anzustoßen. 🥂🍾🥂 Doch bleiben konnten wir nicht all zu lange. Wir hatten Pläne für den frühen Nachmittag. Eine Überraschung für Séb stand an. Was mehr kann sich eine solche Wasserratte wie er wünschen, als seinen Ehrentag in einer einzigartigen Location im Meer zu verbringen?! Die 3 Piecs hatten einen Tisch in einem der begehrtesten Restaurants ergattert. Es ging ins „The Rock“. Ein winzig kleines Gourmet Restaurant, das tatsächlich auf einen einzigen Felsbrocken gebaut ist, der bei Flut komplett von Wasser umgeben und somit nur mit einem Bötchen vom Strand aus erreichbar ist. Zu diesem führten wir Séb mit verschlossenen Augen. Der Anblick dieses kleinen, besonderen Schmückstücks im Ozean verschlug uns allen den Atem. So auch das gemütlich schicke Interieur ...und das Essen erst!! Alle Gänge und Weine machten uns sprachlos! Ein Gaumenschmaus vom Feinsten! Abgerundet wurde die Feier im kleinen Kreis mit Amarula (anstatt Baileys) auf Sébs Wohl! 🥃

    Nachmittags hatte Séb sogar noch die Möglichkeit Kite surfen zu gehen während die 3 Piecs weiter fleissig Wein und Bier schlürfen. 🍷🍻
    Abends setzten wir uns ins Strandcafé der Unterkunft von Mama und Papa Piec, wo wir für Séb einen Geburtstagskuchen bestellt hatten. Und zwar einen seiner liebsten: Käsekuchen. Was uns dann bei Kerzenschein und dem bekannten 🎶 „Jamboooo... Hakuna Matataaaaa“ 🎵 Song vom liebevollen Personal überreicht wurde, war der Brüller! 🤣 Ein Trockenkuchen, auf den man einfach mit Sahne „Cheesecake“ geschrieben hatte. 😂 DAS ist das Afrika, das wir so lieben! Auch wenn man wohl keine Zutaten für einen Käsekuchen hatte, am Ende klappt‘s irgendwie immer und alle sind happy. 😆🎂 Ein unvergesslicher Geburtstag ging zu Ende. Was „Meer“ kann man sich wünschen!?! 👌🏽🤙🏽

    Und eine kleine Überraschung von Séb an Maggi zur Feier des Tages gab es auch: als er morgens aus dem Bad kam, stand er plötzlich und zum allerersten Mal splitterfasernackt vor mir... also OBENRUM nackt... das heisst der BART war KOMPLETT ab. In 6 Jahren hatte ich ihn so noch nicht gesehen. Zum ersten Mal war die Form seines Kinns erkennbar. Er mag sich so nicht wirklich gern sehen. Ich hingegen konnte meine Augen nimmer von ihm lassen. Welch süße Geste! 😍💋❤️
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  • Day97

    Pingwe

    August 5, 2016 in Tanzania ⋅ ⛅ 25 °C

    Nach drei Nächten wechselten wir das Paradies und fuhren zur Abwechslung in eine andere Lodge weiter südlich. Gekonnt handelten wir das Taxi für die eineinhalb Stunden Fahrt herunter und waren trotzdem überzeugt, (gerne) zuviel gezahlt zu haben, ausgebeutet wurde die Ostküste durch Kolonialmächte lange genug. Unser Bungalow war nun nicht mehr direkt am Strand, dafür etwas erhöht am Hang gebaut und mit herrlicher Sicht. Nur die Fernbedienung zum Verstellen der verschiedenen Blautöne des dunkelblau bis türkisfarbenen Meers fehlte uns noch zum perfekten Urlaub. Nach der Erfindung des Handys wäre längst wieder einmal etwas Neues fällig, nicht?
    Anstatt mit einem lärmenden Motorboot arme Delfine zu beobachten, segelten wir lieber mit einer ursprünglichen Dhow (kleines, heimisches Segelschiff) der Küste entlang.
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    4 locher's

    Mittagessen im pittoresken Restaurant "The Rock"

    8/5/16Reply

    wäre auch als Ferienhäusle nicht schlecht :-)

    8/6/16Reply
    Gregory Frey

    The Rock :D Sieht auf jeden fall schön aus!

    8/10/16Reply
     
  • Day13

    Die Spice Girls von Zanzibar

    May 6, 2018 in Tanzania ⋅ ⛅ 23 °C

    Außer für den Sklavenhandel war und ist Zanzibar auch immer noch bekannt als Gewürzinsel. Und auch ohne Reiseführer findet man sehr schnell heraus, dass eine Spicetour ein Must-Do auf dieser Insel ist, schon weil einem jeder zweite auf der Straße anbietet, eine private Tour zu machen, natürlich zu einem unschlagbaren Preis...
    Wir haben uns dann für die halbwegs seriöse Touristinformation entschieden und auch eine sehr tolle Tour bekommen. Wir wurden durch einen Garten/ Wald geführt, in dem so ziemlich jedes Gewürz und diverse exotische Früchte wachsen. Von Mango, Ananas, jede Art von Zitrusfrucht über Kaffee und Kakao bis hin zu Nelken, Kardamom, Pfeffer, Zimt und Ingwer... ein Traum. Und wir waren ziemlich gut darin, am Geruch bzw. Aussehen zu erkennen, was was ist. Das brachte uns den Titel der Spice Girls ein.
    Nach einer Kokosnuss-Kletter-Vorführung und entsprechender Verkostung, Shopping und einem kleinen Mittagessen ging's dann weiter zu den Höhlen. Dieses große Höhlensystem liegt nahe am Meer und wurde durch Zufall entdeckt, als eine Kuh in den "Hinterausgang" fiel. Dadurch eignete sich dieser Ort natürlich super, um Sklaven gefangen zu halten, zu verstecken und ungesehen zum Meer und auf ein Schiff zu bringen. Heute leben die Fledermäuse dort.
    Nach so viel Input waren wir erstmal platt und mussten mal einen kleinen Mittagsschlaf am Strand einlegen. Am Nachmittag gab's nen Wolkenbruch und wir haben bisschen nasse Füße bekommen, aber nur bis wir wieder in unserem Hostel waren. Später sind wir noch mal ein bisschen durch Stone Town gelaufen und haben im alten Fort eine Kunstgalerie/ Malschule gefunden und sehr inspirierende Künstler getroffen.
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  • Day14

    Michamwi

    February 14, 2018 in Tanzania ⋅ 🌙 26 °C

    Mai napunk szinte tökéletes volt. Reggeli után kimentünk a partra. Tudtuk, hogy apály lesz és ilyenkor nagyon látványos a táj és nagyon sokáig be lehet sétálni a vízben. A távolság most is megviccelt bennünket, amihez hozzájárult a hôség is. A látvány igazán földön túli volt a nagyon sekély vízzel és fehér homokkal.
    Egy kis szieszta után ismét felkerekedtünk és felmentünk pár faluval feljebb, az egyetlen helyre, ahol a keleti parton naplementét lehet látni. Mostani sofôrünk nagyon vidám fiatal srác volt, akinek még kis tv is volt az autójában, hogy láthassa a video klippeket. Büszkén mutogatta szerelme fotóját, akit el akar venni és igazán jól szórakoztatott minket zenei válogatásával.
    Michamvi egy öbölben talàlható, ahol a víz is nyugodtabb. Már olvastam Kae beachrôl korábban, állitólag ott van az egyik legjobb bár a szigeten.
    Így is van. Olyan progresszív zene szólt, amit Ozora is megirigyelt volna.
    Naplementére érzékelhetôen sokan odajöttek. Végül tüzek is gyúltak, az ég pedig izgalmas színekben pompázott.
    Békés és szép volt minden...
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  • Day2

    Sansibar - ein Traum

    November 7, 2007 in Tanzania ⋅ ⛅ 28 °C

    Eine kleine Insel - aber für mich noch immer eine der schönsten Reiseschauplätze meines Lebens.
    Freddie Mercury wurde hier geboren und obwohl mehrheitlich muslimisch, ein friedvoller Ort.
    Schnorcheln, Gewürzplantagen, Stone Town .... und ein Hotel der Extraklasse.
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You might also know this place by the following names:

Kati