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Sicilianna

Anderthalb Wochen Sizilien mit Rucksack, Öffis und Wanderschuhen - Arancini, Inseln und Vulkane! Read more
  • Trip start
    April 15, 2026

    Palermo

    Apr 15–16 in Italy ⋅ 🌧 17 °C

    Palermo, Liebe auf den ersten Blick.

    Leider nur ein One Night Stand, kürzer als geplant, aber hey, wenn den Piloten der Lufthansa sonst Altersarmut droht, bin ich als Enkelin eines Gewerkschaftlers doch solidarisch…

    Bin im Nieselregen durch die Straßen geschlendert, habe kurz vor Toresschluss die Mumien in der Kapuzinergruft mit Staunen und Ehrfurcht betrachtet. Dann eine formidable Pizza für sechs Euro und Freude auf den nächsten Tag, wo Sizilien mit dem erhofften Primavera-Wetter punkten sollte. Ab da schoben sich dann auch die Touristen vermehrt durch Gassen und Märkte, aber mir war‘s wurscht, mit welchen Innereien auch immer, ich war verliebt… Deshalb leichten Herzens in den Regionale nach Cefalù, denn ich komm ja wieder 💚
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  • Cefalù

    Apr 17–19 in Italy ⋅ ☀️ 18 °C

    Der schnellste Weg von meinem kleinen Altstadtappartement auf die Haupteinkaufsstrasse ist eine dermaßen enge Gasse, dass ich wahrscheinlich mit Schulterpolstern nicht durchpassen würde. Die Treppe zum Appartement im zweiten Stock ist die steilste, die ich je hochgestiegen bin. Ich habe einen Balkon. Vielleicht muss man eine spezielle Romantik haben, um diese Hinterhofdächer schön zu finden, aber für mich sind die Antennen wie filigrane Scherenschnitte. Und der Sonnenuntergang ist hier fast noch schöner als am Strand. Auf meinem Holzklappstuhl kann ich den Möwen unter den Bauch gucken, so nah fliegen sie vorbei. Dazu Kirchenglocken, ein richtiges Glockenspiel, die Kirche ist zwei Dächer weiter und schlägt heiser, aber immer pünktlich. Ein erster kleiner Stern am Firmament, obwohl es noch fast hell ist. Urlaub.

    + Wanderung auf den Rocca di Cefalù
    + Radrunde zum Kloster Gibilmanna und Gratteri
    + Wanderung von Gibilmanna zur Sternwarte und Pizzo Sant’Angelo
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  • Milazzo

    Apr 18–19 in Italy ⋅ ☀️ 19 °C

    Nach einem authentisch sizilianischen Frühstück in der Hafenstadt Milazzo, Tor zu den Äolischen Inseln, musste ich erstmal eine mittelgroße Wanderung einlegen, damit die Fähre nach Lipari später nicht wegen mir sinkt.

    Aber mal ehrlich: Wie verdauen die Sizilianer das nur alles? Café-Granita mit Brioche, mit tuppo. Das Eis kommt statt ins Hörnchen auch in ein Brioche und schmilzt sich göttlich in den fluffigen Teig (in Thailand gab es das übrigens auch so). Canolli, so geil mit Schaf-Ricotta! (Dafür, dass ich eigentlich nicht so auf Süßes steh, könnte ich ganz schön ins Schwärmen geraten.)

    Eine(n) Start-Up Partner(in) (mit Kohle 🙃) suche ich dennoch für etwas Herzhaftes: Arancini to go in Deutschlands Malls und Bahnhöfen. Was für ein Soul Food! Wieso gibt‘s das bei uns nicht wie Döner an jeder Ecke?
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  • Lipari

    Apr 19–22 in Italy ⋅ ☀️ 18 °C

    Andere machen Urlaub, ich mach am liebsten Fährien 🙈 Jedenfalls hab ich auf Fähren aller Art gleich gute Reiselaune wie sonst nur auf nem Rad mit Packtaschen. Gäb es Fährverkehr den Hamburger Alsterlauf hoch, ich würd gar nicht merken, dass ich zur Arbeit unterwegs bin…

    Also ist ein bisschen Inselhopping genau richtig, und ich lande ad 1 auf Lipari, namensgebende Insel des Archipels. Jetzt vor der Saison hat der hübsche Hauptort noch ganz angenehme Betriebsamkeit. Verwunschene Gassen hat er theoretisch das ganze Jahr über, doch im Sommer verwünscht man mutmaßlich primär seine Mitmenschen, weil zu viele.

    Sonntagabend am alten Hafen mit offener Kirchentür, drinnen sang man, war ich dann: völlig verzaubert.
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  • Vulcano

    April 21 in Italy ⋅ ☀️ 19 °C

    Ein Halbtagesausflug zur Nachbarinsel Vulcano, wo am großen Krater immer Bewegung ist: Fumarole entweichen. Als olfaktorischen Soundtrack zu den Fotos stellt euch vor, ihr müsstet hundert Eier hart kochen (musste ich letztens tatsächlich, andere Story).

    Der Mensch liebt das Risiko auf gesicherten Pfaden, und so steht die Ampelanlage am Beginn des Aufstiegs zum Gran Cratere von April bis September fürsorglich in den Mittagsstunden auf Rot, damit die Touristen sich keinen Sonnenstich holen. Ansonsten soll sie vorsorglich vor zu starker Gasentwicklung warnen.

    Nachdem ich einmal Studiosus Wanderreisen hinter mir gelassen hatte, war es immer noch nicht einsam, aber doch mit Raum zum eigenen Staunen (zum Beispiel darüber, was ein Schmetterling in dieser Schutt- und Asche-Umgebung macht), Fluchen (Geröll ist nicht so wirklich meins beim Gehen) und Freuen an Ausblicken und Eindrücken und dem prima Wetter.

    Passend zum Aussteiger-Schmetterling hab ich dann am Talseitigen Kraterrand ein paar einsame Zistrosenstauden entdeckt.

    Mein anderes Naturrätsel der letzten Tage habe ich gerade ‚nachgeschlagen‘: die sizilianischen Eidechsen sind zum Teil vorne prachtvoll grün und hinten ‚normal’ braun im Moment, weil Paarungszeit ist. Das ist das Balzkleid der Männchen. Ein bisschen wie Jacket und Joggingbuxe beim Teams-Call im Home-Office.
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  • Stromboli

    Apr 22–23 in Italy ⋅ ☀️ 19 °C

    Orte, wo alle wegen genau einer bestimmten Sache hinreisen, sind irgendwie spooky. Weil es für einen selbst so einzigartig ist, und dann ist man eine/r von all den anderen. Am spookiesten ist es, wenn es nicht um Menschgemachtes, sondern um ein Naturerlebnis geht.

    Alle Besucher auf Stromboli sind hier, um den aktiven Vulkan zu erleben… Die einen nehmen gegen Abend ein Boot und gucken vom Meer aus, die anderen wandern im Gänsemarsch in der Dämmerung bergan, so nah man darf, und im Dunkeln wieder bergab. Beim Aufstieg dachte ich noch, was machst du hier zwischen all diesen Menschen, aber als wir oben standen und der Vulkan riesige Fontainen in die Luft spuckte, die sich auf Handyfotos gar nicht festhalten lassen, da wusste ich es.

    Alternativprogramm: Das Taubenpärchen, das auf meiner Terrasse nisten möchte. Es wird nicht gelingen, weil die Reinigungskräfte gegen sie sind (aus guten Gründen: der Tauberich schleppt Ästchen um Ästchen an, aber die meisten entsprechen nicht den Wünschen der Taubendame und landen auf dem Terrassenboden). Ich weiß nicht, wie ich es den beiden erklären soll, dass die Putzkraft ihr halbgebautes Nest Morgen für Morgen wegfegen wird - ein anderes Plätzchen scheint für sie nicht in Frage zu kommen.

    Erinnert mich an die Geschichten unseres Bergführers gestern, wie die Menschen von Stromboli nach allen Ausbrüchen, Tzunamis und Zerstörungen immer und immer wieder zurückgekommen sind, um ihre Existenz hier neu aufzubauen, statt sich einen ruhigeren Flecken Erde zu suchen…
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  • Catania

    Apr 24–26 in Italy ⋅ ☀️ 19 °C

    Palermo oder Catania? In meinem Fall war der Wettbewerb nicht ganz fair: In Palermo habe ich mich frisch in Sizilien verliebt - für Catania musste ich die Liparischen Inseln verlassen und kam nach einem irgendwie anstrengenden Reisetag mit zu kurzen Hosen für die etwas ruppige Wetterlage abends erst an. Catania ist aus dem Basalt gebaut, den der Ätna so ausgespuckt hat, da kann man schon mal fremdeln im Halbdunkel.

    Also kehrte ich Catania gleich wieder den Rücken und buchte für den kommenden Tag eine Ätna-Trekking-Tour in einer kleinen Gruppe ‚abseits der üblichen Pfade‘. (Versprochen und eingehalten 👍)

    Als die Stadt dann am nächsten Tag in der Morgensonne lag, herrgottsfrüh unterwegs zum Treffpunkt, die Markthändler gerade ihre Stände aufbauten, sah die Welt natürlich schon wieder ganz anders aus. Trotzdem war die geführte Tour eine gute Entscheidung!

    Wir sind (bestens ausgerüstet mit Parmigiana Sandwiches aus einem Dorfladen) in doch schon merklich dünnerer Luft über Schneefelder (ungewöhnlich viel Schnee dieses Jahr) zu verschiedenen Aussichtspunkten aufgestiegen. Es waren kaum andere Menschen dort unterwegs, und unsere beiden Guides haben uns leidenschaftlich alles zum Ätna und zur Natur drumherum erklärt.

    (Ganz schön viele Prozessionsspinner in den Bäumen dort in der unteren Vegetationszone. Das aktuell gefährlichste Tier auf Sizilien, vermutlich aus Frankreich eingeschleppt. Ohne ihre natürlichen Feinde dort sind sie eine den Baumbestand und damit das ganze Insel-Ökosystem gefährdende Plage. Das war wirklich unheimlich, wie da Kokon neben Kokon wirklich Alienhaft in den Zweigen hing. Mochte es gar nicht Fotografieren.)

    Zum Abschluss der Tour haben wir noch einen ‚Boxenstopp‘ an der touristischeren Flanke des Ätna gemacht, in der Nähe der Seilbahnstation - gleicher Vulkan, andere Welt. Denke, ausser um unsere menschlichen Bedürfnisse ging es Marie und Antonio auch darum, uns zu zeigen, was wir - nicht - verpasst haben.

    Heute dann, am Tag der Befreiung, 81º della Liberazione, leider auch der Tag meines Nachhauseflugs. Da sag ich mal, grad schon vom Zwischenstopp in MUC: o bella, ciao! Ich komme wieder 🍋💛
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    Trip end
    April 25, 2026