Geheimnisvolle Stadt der Edelsteine
Apr 26–May 1, 2025 in Germany ⋅ ☁️ 15 °C
Opale, Smaragde, Brillanten, Diamanten und viele mehr - was macht diese Steine so besonders? Ohne all das wäre Idar-Oberstein nur eine herkömmliche vom Wahnsinn der Stadtväter ruinierte Stadt irgendwo im Nirgendwo der Rheinländischen Pfalz. Schlaglöcher, leere Fußgängerzonen, verlassene Geschäfte. Doch gerade weil es hier schöne Steine überall im Berg gibt wird die Suche nach der Geschichte der Edelsteine eine interessante Schnipseljagd.
Die Arbeit bringt mich in die Region und erlaubt am Abend immer wieder Einblicke in einen ziemlich abgelegenen Fleck mitten in Deutschland. Wenige Ortschaften, großräumig umgeben von Militär und Truppenübungsplätzen der US-Armee, einer der kleinsten Nationalparks in Deutschland wurde hier aus dem Boden gestampft. Gerade mal 10km breit und 25 km lang erstreckt sich das Hunsrück über die höchsten Gipfel von Reinland-Pfalz.
Hier und da sind am Abend noch ein paar Hunde auf Ihrer Abendrunde. Auf einigen Parkplätzen haben holländische Camper es sich gemütlich gemacht. Aber sonst stelle ich fest dass hier nicht all zu viele Menschen unterwegs sind. Egal zu welcher Tageszeit. Nur wo sind sie denn alle?
Den letzen beißen die Hunte, sagt ein Sprichwort. Der Weg zum Edelstein ist lang und erschwerlich. Zumindest im ersten Anlauf am Sonnabend klappt es schonmal nicht in die Mine zu kommen und ich verschiebe die Welt der Reichen und Schönen lieber auf Sonntag. Stattdessen bekomme ich unerwartet am Morgen eine Torte spendiert. Gleich hinter den leeren Gassen der Stadt erhebt sich ein Fels mit Burgruine und mit einer Felsenkirche deren Inneres bis auf eine Fassade komplett in eine Höhle gebaut wurde. Hier erfahre ich auch vom Kupferbergwerk zu Fischbach.
Sage und schreibe bis bis zu 40% Ausbeute an Malachit und Kupfererzen hat die Mine zu ihren Besten Zeiten gefördert. Eine Moderne Mine schafft es selten über 0,5%. Die sechs Tagewoche kannte man hier bereits im 12 Jahrhundert. Wer jedoch zu spät kommt bekam Minenverbot und Gehaltsabzug für eine Woche oder er wurde gleich als Manifest am Galgen gehängt. Das spornt zur Arbeit an. Überall in der Region trieben die Bergleute Suchstollen in den Fels. Ein Mann, ein Jahr, ein Meter sagte hier der Volksmund. Die Arbeit war mühsam! Doch was wir heute unter Recycling und Sortentrennung kennen, das konnten die Vulkane vor Millionen Jahren!
Im Kaulenberg versteckt sich daher gleich nebenan kein einziges Stück Kupfer mehr, als denn vielmehr weiße und Violette Edelsteine. Die Leute waren bemüht den Stein möglichst immer im Ganzen zu behalten. Einmal aus dem Berg geholt konnte er geschliffen werden. Dafür gab es zu Hochzeiten 57 Edelsteinschleifereien entlang der Idar. Sie führten bis heute zu Wohlstand für die Region. Denn als der Ertrag im Berg nachließ fokussierten sich findige Handwerker auf den Edelsteinimport und das Schleifen ging bis heute weiter. Schöne Steine! Nur gut dass noch ein paar übrig sind.
Der Abend klingt nachher aus bei einem Konzert mit Lance Lopez. Da hätten sich die Bergleute früher auch gefreut.Read more

















