Der höchste Punkt der Karibik
7. december 2025, Dominikanske republik ⋅ ⛅ 13 °C
Es heißt nicht umsonst der Pico Duarte sei die Königsdisziplin der Kordillera central. Früh am Morgen um 3 Uhr ist die Ruhe vorbei. Amerikaner wachen auf und bereiten sich auf den Aufstieg vor. Ich wollte doch so gerne noch eine halbe Stunde schlafen! Was will ich denn früh um fünf schon dort oben wenn um sieben die Sonne aufgeht? Draußen schreit einer ‚Cafecito!‘. Dann nützt es wohl alles nichts und ich vertreibe mir die Zeit indem ich zwei Kaffee und drei heiße Schokoladen trinke. In der Nacht hat es soweit abgekühlt dass die Atemluft wieder ausfällt. Fast jeder beschwert sich dass er in der Nacht gefroren hat. Es hatte bestimmt um die Drei Grad Celsius. Ich lobe mir in jedem Fall dass ich acht Lagen Shirts und Pullover sowie vier Hosen und zwei Paar Daunen Socken mit auf den Berg geschlappt habe. Damit war mir die Qualität der Schlafsäcke ziemlich egal.
Doch die Zeit macht auch vor mir nicht halt und so beginne ich um 4.30Uhr den Anstieg. Alsbald geht es steil bergauf und ich hole die ersten Langschläfer ein. Knapp 200m unter dem Gipfel beginnt die Dämmerung am Horizont. Nun aber schnell! Am Gipfel selbst bin ich überrascht. Die Bäume wachsen wachsen in den Himmel als wäre ich immer noch im tiefsten Regenwald. Wenn er denn mal kommt lässt der Sonnenaufgang sich von Gipfel durch die Bäume nur erahnen. Eine Lösung muss her. Während die anderen beharrlich sind und meinen zum Sonnenaufgang auf dem Gipfel selbst zu stehen kraxle ich noch ein paar Meter weiter auf ein Felsplateau und siehe da - blanker Fels und Bäume vertragen sich nicht so gut. Auf dem höchsten Punkt der Karibik die Sonne zu begrüßen bringt besondere Demut. Besonders nach so vielen Sonnenuntergängen am Strand.
Nach etwa einer Stunde lässt der Heimweg nicht lange auf sich warten. Im Camp gibt es Frühstück und gegen 10 Uhr hat jeder seinen Rucksack gepackt. Diesmal möchte ich nicht davon rennen. Doch schnell teilt sich die Gruppe. Ein Guide läuft vorne weg. Irgendwann auf der Hälfte überholen uns die Maultiere mit dem Gepäck. Wir erfahren die aktuellen Krankenstände wonach sich 5 Leute gerade in 2 Maultiere einteilen müssen um irgendwie den Berg wieder herunter zu kommen. Sind ja nur 2850 Höhenmeter auf dem Rückweg. Ich mache mir Pläne was ich mir als nächstes anschauen könnte. Doch auch ich benötige für dennRückweg länger als hoch. Erst nach 17 Uhr treffe ich mit der ersten Gruppe wieder am Ausgangspunkt ein. Und ein bisschen Erholen sollte sich mein Körper auch erst noch.
Unerwartet treffe ich unseren Tourveranstalter David wieder. Er lädt mich zu seiner Verwandschaft im Ort zum Abendessen ein. Das kommt unerwartet. Er berichtet mir wie schwierig es war während dem ‚pico duarte ultra’ eine Erlaubnis für die Wanderung von der Parkverwaltung zu bekommen. Irgendwas ist immer. Doch das erklärt auch warum hier sonst keine Gruppe unterwegs war. Danke für dieses tolle Privileg!Læs mere












