Im Nachtzug nach Stockholm
March 16 in Denmark ⋅ ☁️ 3 °C
Im Nachtzug nach Stockholm
Natürlich kann man heute in Europa überall mit dem Auto hinfahren. Da man innerhalb Skandinaviens jedoch nicht vorwärts kommt sprechen wir schnell von 3 Tagen Anreise ohne jegliche Bewegungsfreiheit.
Die klassische Reise nach Lappland erfolgt mit dem (Nacht-)Zug. Während man im ICE der Deutschen Bahn seine Sachen nicht aus den Augen lassen darf und deshalb lieber ebenso stundenlang unbequem sitzen bleibt kann man den ein oder anderen Podcast hören oder lauscht gespannt der Odyssee anderer Reisender quer durch Deutschland. Kurz vor Hamburg steigen drei junge Erwachsene zu mir ins Abteil die allein schon Freude ausstrahlen dass sie heute ohne Kinder reisen und damit nicht im Familienabteil sitzen müssen. Die elf Stunden ab der Österreichischen Grenze hätten sie so nicht ausgehalten.
In Hamburg trifft mich erstmal doppelt der Schlag. Unter anderem weil mein Anschlusszug angeschrieben steht dass er ausfällt. Ich will hier heute nur noch raus aus Deutschland! Immerhin habe ich genug Zeit mich zu sortieren und muss mit der S-Bahn gen Süden fahren wo mein Nachtzug heute ersatzweise in den hohen Norden losfährt. Das steht aber nicht etwa angeschrieben dass muss ich bei der Bahn in Schweden erst erfragen. Welches Gleis, das erfahren wir dann von der Deutschen Bahn auch erst drei Minuten vor der Abfahrt. Und plötzlich setzen sich hundert Rucksäcke und mindestens zehn paar Ski in Bewegung. Auf hinterher!
Auf dem Weg über die Treppen helfe ich einer Frau aus der Schweiz mit dem Skigepäck. Sie hat den Trolly genau so schwer wie ich den Rucksack und bekommt ihn nun allein die Treppen nicht schnell genug hinauf gezogen.
Mein Schlafwagenabteil teile ich mir mit zwei Schweden und zwei Deutschen womit Platzmangel vorprogrammiert ist. Allein schon im Gang bleibe ich mit meinem Rucksack stecken. Vorbeikommen der Anderen ist schier unmöglich. Die Ski unters Bett und den Rucksack auf zwei Meter hochgehievt falle ich bald in den Schlaf.
Am Morgen wache ich im Nebel auf. Bäume fliegen wie Geister an mir vorbei. Über Nacht ging es von Dänemark über den Großen Belt. Jetzt bleiben erst einmal noch 600km in denen sich die graue Landschaft aus Deutschland fortzieht. Schon jetzt merke ich das etwas anders ist in Schweden. Nur noch hier und da steht ein Haus oder ein Bauernhof. Und die Vorfreude steigt wenn hin und wieder ein See auftaucht. Denn der ist meist noch gefroren. Schnee ist heute Morgen jedoch Fehlanzeige.Read more










