• Stockholm

    March 16 in Sweden ⋅ ☁️ 5 °C

    Bei der Zugankunft in Stockholm liegt Eis auf dem Kanal. Große Kinderaugen leuchten in mir und schnell ist das Gepäck für den Tag sicher in einem Lager abgegeben. Stadthäuser mit einheitlich fünf oder sechs Etagen prägen das Bild. Obgleich die Häuser eine freundliche Farbe haben wirkt alles gedrungen und bestens auf die kalte Jahreszeit eingestimmt. Das Leben findet drinnen statt und bis auf die touristische Fußgängerzone in der Altstadt ist es nirgends überlaufen.

    Das Rathaus wirkt in seiner Architektur wie eine Ausnahme. Schnell merkt man die gotischen Einflüsse und den drang der Christianisierung einst durch den Schwedischen König. Während der Reformation war König Magnus Ladulas der erste der seine letzte Ruhe auf der Insel Riddarholmen in einer Kirche fand. Wo einst der größte Dampfschiffhafen Schwedens lag liegen heute nur wenige Restaurantschiffe vor Anker.

    An einigen Stellen wird sichtbar dass das März-Eis im Kanal noch immer ca. 10cm dick ist selbst wenn nur noch Schollen treiben. Stattdessen laden regelmäßig Badestellen dazu ein sich auf die nächsten Tage vorzubereiten. Wiederum kann ich mich nur zu gut daran erinnern wie ich das letzte Mal zu lang im Wasser war und anschließend drei Wochen Schnupfen hatte.

    Dann lieber gehe ich mich kurz in ein Cafe aufwärmen. Zwar scheint die Sonne doch der Wind ist stärker. Er entzieht mir beim Spaziergang auch das letzte bisschen Restwärme. Der Kaffee schmeckt recht lieblos. Die nächsten Tage werde ich wohl bestimmt auf Wasser und Milchpulver ausweichen. Was bin ich doch für ein verwöhnter Reisender selbst teuren Kaffee zu verschmähen. Doch die Pasteten die dazu gereicht werden machen dem Kuchen zu Hause alle Ehre.

    Am Nachmittag besuche ich den königlichen Palast und das Parlament. Ringsum die Königliche Bibliothek und die Stadthäuser zeugen von alten Zeiten. Etwas erstaunt bin ich über das vergleichsweise kleine Gebäude der Akademie der Wissenschaften an einem ebenso kleinen Marktplatz. Den Prunk, den Ruhm und die Ehre nicht heraushängen zu lassen gehört hier scheinbar seit jeher dazu.

    Für den einen Tag zu Besuch in Stockholm kommt der Abend schneller als gedacht. Wieder geht es zum Bahnhof. Wieder den schweren Rucksack satteln und an dem über 300m langen Zug sein Abteil finden. Dann geht es in die Nacht. Schweden ist groß. Noch einmal 16 Stunden gen Norden.
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