Bier her!
September 14 in Germany ⋅ ☁️ 24 °C
Das Kaffee in dieser Ecke der Welt schon immer recht teuer war und nach einer Alternative gesucht wurde scheint nur logisch. Doch dazu später mehr.
Die Nacht an der Donau war verregnet. Immer wieder werde ich wach weil scheinbar hundert Meter neben mir auf dem Radweg ein später Heimradler mit alten knarrigem Reifendynamo an seinem Rad unterwegs ist. Als ob er Spaß dran hat kommt er gefühlt alle zwei Stunden wieder und fährt in die jeweils andere Richtung. Erst in der Dämmerung merke ich meinen Irrtum denn der Krach kommt vom Mähroboter auf dem Sportplatz nebenan. Die Dinger gehören wieder verboten! Andererseits ein Zeichen wie ruhig und besinnlich so ein verregneter Spätsommerabend sonst doch sein kann.
Am Morgen klingelt um fünf Uhr der Wecker. Durch das Wetter hatte ich die Strecke verkürzt und muss das heute wieder rausfahren. Machmal ist es stress mit dem Rad auf Arbeit zu fahren und dann auch noch pünktlich zu sein. :) Derweil liegt die Donau ruhig im morgendlichen Dunst und die Sonne geht langsam auf. In Bayern bin ich jedoch kein großer Freund von Flussradwegen den meist sind sie geschottert und nach dem gestrigen Regen eher Morast. Also ab auf die Hügel, die Wiesen und Felder denn rings um die Klöster in Biburg, Mainburg und Freising sind sogar die Feldwege asphaltiert.
Es ist gerade die Zeit da der Hopfen in der Hollertau eingefahren wird. Überall stehen die Telegraphenmasten in den Boden gerammt. Manche Felder liegen schon brach. Dazwischen rankt sich der Hopfen 7m empor. Mit einer Hebebühne fahren die Arbeiter durch die Reihen, schneiden die ganze Pflanze mit der Machete und verladen sie als Strang auf den Anhänger. Der fährt zur Hopfenmühle wo die Blüten gedroschen werden. Überall in den Tälern liegt ein feucht-warmer, süßlicher Duft. Wenn man es nicht gewohnt ist irgendwie trotzdem unangenehm ähnlich zu Cannabis. Sagen wir mal das gegorene Endprodukt schmeckt und riecht medizinisch wertvoller. Besonders wenn man in den Städten in die fürstlichen Hofbrauhäussr einkehrt. Immerhin können sie auch was anderes als nur Helles Bier brauen.
Doch während es für Alkohol zu früh ist, ich will ja noch nach München, gestaltet sich in Freising die Suche nach einem Cafe am Montag Nachmittag recht schwierig. Oft stehe ich bereits vor leergekauften Theken. Und wenn es noch ein Schokotörtchen und nen Cappucino gibt. Dann nur für 15 Teuro!! Gut, leckeres Handwerk ist es allemal. Kleiner Exkurs. Wir sollten in Zukunft eindeutig weniger Mückenspray und Pestizide verwenden. Dann wird auch die nächste Kakaoernte wieder günstiger wenn mehr Moskitos zum bestäuben da sind. Und davon haben wir schließlich alle was. So lange in Bayern dann doch lieber Bier trinken.
Die letzten Kilometer. Vom Flughafen sind es noch 40 bis ins Stadtzentrum. Einmal mehr zwingt mich die vielbefahrene Straße auf den Flussradweg der Isar. Eine grausame Schotterpiste vor dem Herrn. Da fährt es sich auf Gebirgswegen in den Alpen schöner! Ein wenig muss ich mich sputen denn es wird schon finster. Oh was für ein großer Fehler auf deutschen Straßen. Ich komme gesund in München an und fahre entlang der Straßen als wäre die Stadt nicht größer als meine Heimat. Doch die Bordsteinkanten geben meinem Rad leider den Rest. Am nächsten Tag bricht in der Früh der Gepäckträger (zu der Zeit wohlgemerkt unbeladen). Nun ist guter Rat teuer und ich könnte tatsächlich schon wieder nen Schnaps oder so gebrauchen.Read more



















