• Ehrenamt trifft Meißen

    Oct 4–6 in Germany ⋅ ☁️ 19 °C

    Der Feiertag ist vorüber und wenn wie in meinem Fall das Ehrenamt ruft dann kennt man keinen Sonntag. Geradewegs geht es in das benachbarte Meißen. Ich war schon öfter hier, jedoch selten länger als einen Nachmittag. Meißen ist anders als das benachbarte Dresden. Die Elbhänge sind steiler, der Wein wächst besser, unter der Erde liegt ein Schatz und wenn sich das Wettiner Adelsgeschlecht nicht nach dem Süden ausgerichtet hätte wäre Meißen heute das Zentrum von Sachsen.

    So wie die Geschichte lief gibt es mittlerweile jedoch ruhmreichere Städte. Zwischendurch gab es sogar eine Werbecampagne „Besuchen Sie Meißen, so lange es noch steht“ Das war wo es vom Krieg verschont und hinterher Jahrzehnte dem Verfall preisgegeben wurde. Im Moment sehe ich davon nichts mehr. Die älteste Stadt Sachsens mit dem ältesten Schloss Deutschlands strahlt in der Mittagssonne von der anderen Elbseite herüber.

    Bei der Eröffnung überschlägt sich jeder Redner wer denn nun der bekannteste Sohn der Stadt sei. Friedrich Böttger, der das Porzellan nach Sachsen brachte? Oder doch der Literat Gotthold Ephraim Lessing? Oder Samuel Hahnemann, Begründer der modernen Homöopathie? Vielleicht hat hier jeder seinen Teil beigetragen und im St. Afra Gymnasium lernt noch heute die zukünftige Elite aus Sachsen. Vielleicht reicht es irgendwann für einen zukünftigen Nobelpreisträger wo die doch in dieser Woche auch vergeben werden.

    Über den Tag bleibt leider gar nicht so viel Zeit sich mit den schönen Künsten dieser Stadt zu beschäftigen. Umso wichtiger dass ich bereits früh am Morgen noch einmal in den Weinbergen unterwegs bin wenn Sonne und Nebel sich Guten Tag sagen. Und dann erst gibt es am Abend wieder Gelegenheit für Austausch und einen kleinen Stadtbummel oder denn auch die lang ersehnte Weinprobe. Nur die Elbdampfer fahren leider nicht. Bei nur 97cm Wassertiefe gibt es nicht viel Spielraum für die Schiffe dass sie auf Grund laufen.
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