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Canada: Endless North

34-päiväinen seikkaillu — TS - travelling the world. Lue lisää
  • Kanada - so wie wirs uns vorgestellt haben

    20. elokuuta, Kanada ☀️ 27 °C

    Etliche Kilometer nördlich nimmt der Rauch spürbar ab, die grünen Wälder übernehmen, und breite Flüsse säumen den Strassenrand. Wir sind im Kanada, wie wirs uns vorgestellt haben, angekommen.
    Die Fahrt bis Clearwater verläuft ganz entspannt mit einem kleinen Zwischenstop zum Tanken und einem weiteren kurzen Halt für ein klassisches Thomas-Mittagessen (verschiedene Salate mit Chicken).
    Bevor wir ins Tal reinfahren, halten wir bei einem Lebensmittelladen, um unsere Vorräte aufzufüllen.
    Beim Aussteigen bemerke ich dunkle Spritzer in der Küche unseres Campers. Bei genauerem Hinschauen stelle ich fest, dass eine Cola-Dose im Schrank über der Küche bei der wilden Fahrt kaputt gegangen ist. Dank der Schwer- und der Fliehkraft im fahrenden Camper, man kann es sich denken, ist die schwarze süsse Sauce nicht nur nach unten, sondern in alle Himmelsrichtungen gelaufen. Was für eine Sauerei!
    Wir putzen alles kurz notdürftig und versorgen alles einigermassen sicher, bevor wir in den Laden gehn.
    Nach dem Einkaufen besuchen wir das Visitor Informationscenter am Eingang des Tals, um uns über die verschiedenen Möglichkeiten zu informieren und aktuelle Infos zu den einzelnen Gebieten zu holen.
    Im Zeitalter von Reiseführern, Internet und ChatGPT komme ich mir etwas altmodisch vor, wie ich da an den Flyer-Ständern herumdrehe und nach ansprechendenen Aktivitäten suche.
    Im Verlauf sprechen wir mit einer Mitarbeiterin und fragen, ob wir bei unserer geplanten Tageswanderung für morgen zum Trophy Mountain irgendetwas beachten müssen.
    Sie nimmt einen roten Stift zur Hand und streicht auf einer Übersichtskarte "Trophy Mountain" durch und erklärt uns, dass dieses Gebiet aktuell gesperrt sei. Seit einigen Tage sei dort ein etwa zwei jähriger Grizzly, der einen Menschen angegriffen hat. Und bis klar ist, was mit dem Tier passieren soll, sei diese Wanderung nicht möglich. Gegebenfalls werde das Tier umgesiedelt, oder vielleicht sogar erschossen, da er gegenüber Menschen viel zu neugierig sei.
    Sie erklärt uns verschiedene andere Routen und Möglichkeiten. Wir sind optimal in der Zeit und fahren weiter zu unserem geplanten Übernachtungsplatz. Wir wollen früh ankommen, da heute Waschtag geplant ist.
    Auf dem Weg liegt jedoch ein Wasserfall, den wir unbedingt mitnehmen möchten.
    Als wir von dort wieder losfahren, müssen wir über eine gewaltige Bodenwelle. Diese lässt eine Pepsi vom Schrank über der Küche mit voller Wucht von innen gegen die Schranktür knallen. Die schwache Schranktür hält natürlich nicht Stand, springt auf, und entlässt die Pepsi in hohem Bogen auf den Fussboden des Campers.
    Sie mag das gar nicht und platzt mit einem leisen Knall und zerspritzt ihren Inhalt auf dem Fussboden des Campers.
    Was für eine zweite Sauerei!! /T
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  • Waschen, Bügeln und Haushalt

    20. elokuuta, Kanada ☀️ 27 °C

    Pünktlich um 15.00 Uhr erreichen wir unser Ziel. Sven beginnt direkt unsere Wäsche zu waschen, und ich bereite unser Essen für morgen vor: Nudelsalat und Sandwiches. Dazu haben wir uns beim Einkaufsstopp vorhin extra Tupper-Boxen gekauft.
    Gleichzeitig wird das Abendessen vorbereitet, der Camper komplett geputzt (irgendwie klebt es überall....) und die Route für die nächsten zwei Tage geplant. /T
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  • Sonnenuntergang beim Wasserfall

    20. elokuuta, Kanada ☀️ 26 °C

    Der Park, den wir gerade erkunden, wird auch Waterfall-Park genannt.
    Kurz nach 18.00 Uhr machen wir unseren Camper nochmal startklar und düsen los.
    Da wir alle Fächer im Camper nochmals überprüft haben und alles etwas umgepackt, können wir ordentlich Gas geben, ohne dass irgendwelche Pepsis oder Colas aus den Schränken springen.
    Wir befestigen unser Bären-Glöckchen am Rucksack, packen unseren Bärenspray ein und wandern los durch die wunderbare Natur Kanadas.
    Die Sonne geht langsam unter, sodass alles in ein warmes Licht getaucht ist. Langsam aber sicher zu warm für Sven. Er wird unruhig, als wir immer noch nicht am Ziel sind. Denn durch die Dunkelheit zurückwandern mit klimperndem Bärenglöckchen und Handytaschenlampe (meine super ultra starke Outdoor-Taschenlampe liegt natürlich irgendwo in der hintersten Ecke unserer Wohnung in St. Gallen) wollen wir auf keinen Fall.
    Doch dieser Wasserfall lohnt sich, und so hetze ich weiter und lasse mich auf keinen Fall zur Umkehr bewegen.
    Was für ein cooles Erlebnis!
    PS: Unbedingt die Wasserfallbilder gucken, denn das zu beschreiben ist mit Bildern viel einfacher.
    Zurück an unserem Stellplatz für die Nacht bemerke ich, dass unser Kühlschrank wohl vor kurzem ausgestiegen ist. Die Lebensmittel sind zwar noch kühl, aber das Ding macht keinen Wank. Mit einigen (un)geübten Handgriffen brummt das Ding wieder leide vor sich hin. Nochmal Glück gehabt. /T
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  • Helmcken-Falls

    21. elokuuta, Kanada ☀️ 20 °C

    Zum Tagesstart gehen wir unter die Kundschafter und schauen nach, wo wir morgen übernachten, wie die Strassenverhältnisse gegen Ende des Tals sind (da ist keine befestigte Strasse mehr) und was es da oben sonst noch so zu sehen gibt.
    Als wir die unbefestigte Strasse für "befahrbar mit grossem Motorhome" einstufen (stellt sich im Tagesverlauf eventuell als ein Fehler heraus...) fahren wir zum Helmcken-Falls, dem mit 141 Metern vierthöchsten Wasserfall Kanadas.
    Die Morgensonne taucht den Wasserfall in unglaubliches Licht. Was für ein Panorama! /T
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  • Hey bear! Oh, hallo Frosch!

    21. elokuuta, Kanada ☀️ 23 °C

    Wir haben den Rucksack gepackt: Sonnencreme, Bärenspray, Insektenspray, Wasser, Lunchpaket (Sandwich und Nudelsalat, gestern vorbereitet), eine Gabel, Ersatzshirt, Pflaster, Bärenglocke, Taschentücher.
    Auf dem Parkplatz für den Trail hoch zum Pyramid Mountain ist nur ein einziges anderes Fahrzeug. Wir starten den verlassenen Weg und schon nach 50 Metern schwärmen zig Moskitos um uns herum. Panisch suchen wir das Insektenspray im Rucksack, denn die Viecher sind derart penetrant und aggro drauf, die scheinen hier selten lecker Thömsi-Blut zu bekommen. Das Spray zeigt sofort seine Wirkung und hält uns die Viecher vom Leib.
    Mit klimperndem Bärenglöckchen schlendern wir weiter, entdecken allerhand Getier. Ab und zu ruft Sven "hey Bear" um potenzielle Fellnasen auf uns aufmerksam zu machen. Auch nach zwei Stunden sind wir noch keiner Menschenseele begegnet, entdecken jedoch allerhand Getier. Meine Favoriten sind nach wie vor die Eichhörnchen. Die stehen mit ihrem Tannzapfen in einer Seelenruhe da und knabbern und knabbern.
    Auf dem gesamten Trail (4.5 Stunden) sind wir tatsächlich niemandem begegnet. Und das zur Hauptreisezeit in Kanada. /T
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  • Die Reise der wilden Lachse

    21. elokuuta, Kanada ☀️ 30 °C

    Weiter geht's Richtung Norden.
    Unsere asphaltierte Strasse wird zu einer extrem buckeligen Piste. 14 km liegen vor uns.
    Zwischen Schrittgeschwindigkeit/ausweichen und Gas geben/Augen zu und durch entscheiden wir uns für zweites.
    Endstation dieser Strasse ist der Clearwater Lake, welcher den reissenden Strom speist, der sich neben unserer Strasse durch das Tal schlängelt.
    Im Fluss meistern auch wilde Lachse ihren Weg Richtung Norden. An einer Stelle mit Aussichtsplattform kann man sogar beobachten, wie sie an einer engeren Stromschnelle nach oben springen. In der weissen Gischt wirken die Fische schwarz, sind zwischen einem halben und einen Meter lang. Eine beeindruckende Meisterleistung!
    Keine Meisterleistung war der Rückweg. Ich biege falsch ab und fahre statt zurück noch weiter in die Sackgasse Richtung Norden. Auf der Buckelpiste. Kilometerweit! Zu meiner Verteidigung: Google Maps war wohl mangels Internet und GPS so verwirrt, dass er mich falsch geführt hat. 🤷🏼‍♂️
    Da die vielen Getränkedosen in den oberen Schränken keine gute Idee waren und sich ja einige der Schwerkraft ergeben haben, haben wir sie nun in eine der unteren Schubladen gepackt.
    Da der gesamte Truck auf der Buckelpiste dermassen gewackelt und vibriert hat, hat der dünne Holzboden der Schublade nun auch nachgeben und hat den Dosen den Weg nach unten gezeigt. 🙄
    Nun testen sie ihr drittes Zuhause. /S
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  • Dieser Camper macht uns verrückt

    21. elokuuta, Kanada ☁️ 23 °C

    Es ist dunkel geworden und wir machen uns bettfertig. Ich liege schon über der Fahrerkabine und lese noch ein paar Zeilen.
    Sven (wie Gott ihn schuf) sprüht seine Beine mit Insektenspray ein, weil er die letzten Nächte fleissig Opfer irgendwelchen stechenden Getiers wurde.
    Er sprüht und sprüht, ich guck schon runter, weil ich den Eindruck hab, er übertreibts ein klein wenig.
    Plötzlich geht ein lautes Gepiepse los in unserem Camper. Ich, der es gewohnt ist, dass der Rauchmelder während des kochens angeht, friemle an dem Teil herum bis es auf den Boden fliegt. Es piepst immer noch irgendwo.
    Unter dem Kühlschrank entdeckt Sven irgend eine Blinke-Anzeige, von der aus der Alarm auszugehen scheint. Bevor er sich dort zu schaffen machen kann, geht der Alarm aus und wir atmen beruhigt auf.
    Wir lassen die Lüftung noch eine Zeit lang laufen, damit wir ausreichend Sauerstoff für die Nacht haben und den gröbsten Qualm des Insektensprays aus dem Camper pusten können.
    Gute Nacht und bis Morgen ☠️🦟😴💤 /T
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  • Planänderungen

    22. elokuuta, Kanada ⛅ 25 °C

    Wir zwei Hasen sind heute seit genau 12 Jahren ein Paar. Als ich heute aufwache, schaue ich aus dem kleinen Fenster bei unserem Bett, wer weiss vielleicht schleicht ja endlich mal ein Bär um unser Motorhome. Von einem Bären ist weit und breit keine Spur. Doch ein kleiner süsser brauner Hase sitzt direkt vor unserem Camper und chillt. Wie passend zu unserem Happy-Hasen-Day 🐰❤️🐰

    Trotz der nächtlichen Insektenspray und Camper-Alarm-Aktion klagt Sven heute früh über diverse neue, juckende Einstiche. Vor ein paar Jahren war immer ich das dankbare Opfer von Moskitos, Bettwanzen und allerhand anderer Insekten die gerne beissen, kratzen oder stechen. Mittlerweile scheint sich das Blatt gewendet zu haben und Sven zieht die Viecher magisch an (mir solls recht sein 😝)
    Eigentlich wollten wir die kommenden zwei Nächte noch im Park bleiben und weitere Wanderungen unternehmen. Doch am Sonntag solls den ganzen Tag regnen, weshalb wir den Tag zum Fahren nutzen werden und nur noch eine Nacht hier verbringen. Um 10.00 Uhr öffnet der Mountain-Bike Verleih. Sie bieten an, ihre Kunden mitsamt Bike direkt zu den Bike-Trails zu fahren. Die Zeit davor nutzen wir um unsere Vorräte für die kommenden Tage aufzufüllen und unseren Camper (wir haben endlich einen Namen gefunden!) vollzutanken.
    Um 10.00 Uhr meint der Mitarbeiter im Bikeladen, dass sie heute wohl erst am Nachmittag Bikes zur Verfügung haben, was jedoch mit unserer weiteren Tagesplanung nicht zusammenpasst. Also improvisieren wir und besuchen erst den wöchentlichen Farmers-Market und plantschen danach eine Runde im Dutch-Lake. Eine klassische kanadische Kulisse: tiefblauer See, dahinter Kiefernwälder so weit das Auge reicht. Die lästigen Wespen und ein drohendes Gewitter schaffens jedoch uns bald wieder zu vertreiben.
    Nun zum Namen unseres Campers: Seit wir hier durch Kanada reisen treffen wir immer wieder irgendwelche süsse Hörnchen. Manchmal Eichhörnchen, manchmal Streifenhörnchen, manchmal winzig kleine Hörnchen, und allesamt sind sie süss und lassen uns jedes Mal anhalten. Da unser Camper nicht klein und süss sondern eher bullig und gross ist, wäre Hörnchen nicht so passend. Entsprechend taufen wir ihn Horny. Passend dazu hat er heute auf dem Supermarkt-Parkplatz ohne Grund laut gehupt. /T
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  • Howdy, Cowboys?

    22. elokuuta, Kanada ☁️ 27 °C

    Im Clearwater Valley gibt es eine Pferderanch, die auch Cottages und Stellplätze für Motorhomes anbietet.
    Dort werden wir heute übernachten. Sind zuerst 1½ Stunden zu früh da, verbringen die Zeit noch auf einem Parkplatz bei einem kurzen Nap.
    Beim Check-in im Office im WildWest-Style wird uns freundlich alles erklärt. Mit dem E-Bike fährt sie vorweg und zeigt uns unseren Stellplatz auf einer grossen Wiese. Die Stellplätze unter den Bäumen umranden die Wiese und sind mit Birkenstämmen eingerahmt.
    Ausserdem gibt es hier auch Cottages zum Mieten mit Namen, wie 'Sheriff', 'Jail', 'Saloon' und 'General Store'.
    Auf der Ranch gibt es viel Platz für Pferde, Ziegen, Katzen, einen Hund, Schweine mit Ferkeln und Hörnchen, die das Futter klauen, Langhorn-Rindern, Eseln, Lamas und allerhand mehr.
    Hase hat uns einen tollen Ausflug gebucht. Wir ziehen uns um: lange Hose, langes Shirt.
    Dann treffen wir unseren Pferdeführer und unsere gesattelten Pferde. Der schwarze, leicht grau mehlierte 'Midnight' für Thömsi und der braune 'Brady' mit weissem Strich auf der Nase für mich.
    Wir steigen auf, alles wird richtig für uns eingestellt und dann geht's schon auf in die Prärie.
    Genauer gesagt im Entenmarsch erst ein Stück der Hauptstrasse entlang, dann darüber hinweg in den Wald. Es ist ein sehr schöner Trail hoch und runter, über Stock und Stein. Die Pferde weichen jedem Hindernis aus, müssen zweimal Gaggi und 'Midnight' will Thömsi wohl ärgern und streift ihn durch die Bäume am Wegesrand.
    Nach einer kleinen Bachdurchquerung und ca. 2 Stunden später sind wir zurück an der Ranch. War wieder ein toller Tag. 🥰 /S
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  • Spontan ein kleines Abenteuer

    23. elokuuta, Kanada 🌧 14 °C

    541 Kilometer haben wir vor uns heute. Es soll regnen, und wir möchten den Tag nutzen um einige Kilometer runterzuspulen, so düsen wir um 08.00 Uhr los.
    Nach ungefähr einer Stunde Fahrt, zumeist bei trockenem Wetter, fällt mir beim recherchieren der geplanten Strecke mal wieder dieses Örtchen Blue River auf. Es gibt dort einen eiskalten Gletschersee (4 Grad soll er haben) und einen Anbieter, der so genannte "River Safaris" auf dem See anbietet. Man habe gute Chancen, dort Elche, Schwarzbären und auch Grizzlys am Ufer zu erspähen. Die nächste Tour startet um 09.50 Uhr, geplante Ankunftszeit wäre 09.45 Uhr. Freie Plätze hat es laut Homepage noch genug. Wir drücken auf die Tube in der Hoffnung, direkt noch auf die 09.50 Uhr Tour mitzukönnen, damit wir keine grosse Zeit mit warten verlieren.
    Natürlich geht dieser Plan nicht auf...
    Wir haben jedoch echt Lust auf die Tour, und so buchen wir uns für 11.00 Uhr ein.
    Erst fahren wir mit einer Art Katamaran circa 30 Minuten über den See. Erfahren von unserem belgischen Guide allerhand über die Region, den Gletschersee und die Tierwelt.
    Danach steigen wir auf ein "Jet-Boat" um. Will, unser neuseeländischer leicht draufgängerische Schnellbootfahrer platziert uns anhand des zu verteilenden Gewichts und zögert nicht lange. Er gibt Vollgas, und das macht echt richtig Laune.
    Der versprochene Regen lässt nicht lange auf sich warten und peitscht uns ins Gesicht. Was für ein Spass, was für eine Natur, was für eine Nässe! Bei dem Regen hätte ich mich als Elch auch nicht an das Ufer eines eiskalten Gletschersees gewagt.
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  • Chun T’oh Whudujut

    23. elokuuta, Kanada ☁️ 19 °C

    Das ist der indigene Name des Ancient Forest, der "Wald der alten Bäume". Hier im Tal des Fraser River findet man etwas sehr aussergewöhnliches: einen gemässigten Regenwald weit im Inneren des Landes. Er konnte hier durch die hohen Niederschläge an der Westseite der Rocky Mountains entstehen.
    Da er nie abgeholzt und einfach der Natur überlassen wurde, findet man hier in diesem feuchten Gebiet über 1'000 Jahre alte Zedernbäume. Lebende, sowie Umgestürzte in verschiedenen Stadien des Zerfalls, an denen sich wieder neues Leben entwickelt.
    Die Farben der Stämme der beeindruckenden Western Red Cedars reichen von silbrig, grau bis rot- und zimtbraun.
    Es steckt so viel Leben in diesem Wald. /S
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  • Unser armer Horny

    24. elokuuta, Kanada ☀️ 17 °C

    Ich habe uns für unsere heutige Route einen tollen Zwischenhalt rausgesucht: Livingston Springs!
    Bilder davon erinnern mich sehr an die Blue Springs in Neuseeland, einem Flusslauf mit kristallklarem Wasser der sich idyllisch durch die Umgebung schlängelt.
    Nur habe ich nicht wirklich einen Weg zu diesen Quellen gefunden. Ich suche also einen Platz möglichst nah an den Quellen und mit möglichst kurzer Schotterpiste für unseren guten alten Horny.
    Die ersten 150 Meter der Schotterpiste sehen ganz entspannt aus, doch dann eröffnen sich eine gewaltige Anzahl Schlaglöcher, was für unseren Horny ein echtes Minenfeld ist. Sobald wir vorne und hinten in so ein Loch fahren ruckelt und wackelt und schüttelt es und von hinten hört man Geklopfe und Geklacker, wenn all unser Zeugs von innen gegen die Schränke poltert.
    Sven manövriert unser Gefährt durch diese wirklich mühsame Buckelpiste, als total guter Beifahrer drücke ich regelmässig mit meinem linken Fuss auf die nicht vorhandene Bremse, ziehe laut zischend die Luft durch meine Zähne und mache Laute wie "uiiiiii" und "aaaaaarghhhh". Ich kriege schon nach den ersten Buckeln ein schlechtes Gewissen, denn ich weiss ja nicht exakt, ob uns diese Strasse auch wirklich zu diesen Quellen bringt (und sie ist doch immerhin 3.2 Kilometer lang, und dann nochmal 3.2 Kilometer zurück).
    Als wir endlich ankommen (siehe Standort Footprint) springe ich aus dem Fahrzeug und gehe direkt nachsehen, ob da irgendwo ein Weg zu diesen Quellen führt. Scheinbar blindlings rausche ich über die kleine Brücke, schaue links und rechts und marschiere kurzerhand ein Stück in den Wald hinein. Immerzu denke ich, hier könnte jederzeit ein Bär um die Ecke biegen. Aber wird schon nichts passieren.
    Als ich keinen Weg finde, kehre ich zurück zum Auto, und mir kommt wieder der Gedanke: was, wenn jetzt hier plötzlich so ein Grizzly aus dem Gebüsch kommt?
    Es kommt kein Grizzly und auch sonst keine Fellnase. Ich kehre zurück zum Camper, um Sven die freudige Nachricht zu überbringen, dass es hier leider keinen Weg zu den Quellen gibt und sich der lange mühsame Weg nur so ein ganz klein wenig gelohnt hat: Immerhin der Fluss, der diesen Quellen entspringt, ist ein echt schöner Anblick.
    Sven kommt mir mit Bärenglocke entgegen und rügt mein naives "ich geh mal kurz im Wald gucken" ohne irgendwelche Vorsichtsmassnahmen gegen die Bären. Ich stimme kleinlaut zu und hole sofort den Rucksack mit unserm Bärenspray, bevor ich laut "Hey Bear!" rufend zu ihm zurückkehre.
    Wir verweilen eine Zeit in der Gegend, damit sich der Aufwand mit der Buckelpiste wenigstens einigermassen gelohnt hat. Und eigentlich ist es doch echt ein schönes Fleckchen Erde dort, oder? /T
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  • Roooaaaarrr!!! 🦖🦕

    24. elokuuta, Kanada ⛅ 23 °C

    Und nun sind wir in Tumbler Ridge, der 'Dinosaur Capital of BC'. Diesen Untertitel gab sich die kleine Stadt, als hier Anfang der 2000er Jahre die ersten Dinosaurier-Funde gemacht wurden. Davon gibt es hier so einige.
    Erst vor 40 Jahren ist Tumbler Ridge als Bergbaustadt geplant gebaut worden. Als die Kokskohle-Minen 2003 geschlossen wurden, hat sie sich als Saurier- und Tourismus-Stadt neu erfunden.
    Auf der Karte sieht man deutlich, dass das Städtchen nicht nach und nach an einer Hauptstrasse aufgebaut, sondern geplant gebaut wurde - und zwar innerhalb von nur 3 Jahren.

    Unser Campground ist ein grosser Platz mit Wiesen und Bäumen. An jedem Stellplatz gibt es Wasser, Abwasser und Strom. 👍
    Zum Check-in waren wir 5 Minuten zu früh, das Office war natürlich noch nicht besetzt. Punkt 15.00 Uhr kam die nette Dame, ca. 65 Jahre alt, und begrüsste uns froh gelaunt. Thomas bekam das Klemmbrett und ich liess mir von ihrem Mann ein paar Wandertrails empfehlen.
    Die Reservierung mussten wir schriftlich per E-Mail einreichen. Antwort kam aber gleich heute morgen.
    Da wir heute den 2. Hochzeitstag haben, also "Baumwollhochzeit", wasche ich Wäsche. Nur Baumwolle inklusive Bettwäsche. Das fühlt sich doch richtig an.
    Was sich noch richtig anfühlt, ist, dass mir mein Mann als Flying Dinner (wie zu unserer Hochzeitsfeier) ein kleines Apero-Häppchen nach dem anderen reicht.
    Das Leben ist schön. 😊

    Zum Wäsche waschen und Duschen benötigen wir Coins. Die nette Dame fragt Thomas beim Check-in, ob er 'Loonies' hat. Thomas lacht: "What? Loonies? 😅" Sie lacht auch sehr darüber, dass wir nicht wissen, dass 1 Dollar Münzen hier 'Loonies' und 2 Dollar Münzen 'Twoonies' genannt werden.
    Also wechseln wir noch ein paar Scheine in 'Loonies'.

    Der Besitzer des Campgrounds fragt, ob wir ein Lagerfeuer machen wollen. Hier ist keine Waldbrandgefahr und wir haben so einen fire pit an unserem Platz.
    Thomas bestellt direkt zwei Bündel.
    Eine viertel Stunde später hält ein grosser blauer Pick up und der Mann liefert uns riesige Feuerholzscheite.
    Ob wir eine Axt haben, fragt er. "Nö." Aber wir wären doch Camper. Trotzdem nö.
    Er bringt eine.
    Thomas geht noch ins Büro, um das Holz zu bezahlen und bekommt noch Matches, Zündhölzli, zum anzünden.
    Grad ist er fertig mit Anzündhölzli hacken und nun wird gefeuert. /S
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  • Flying Dinner zum 2. Hochzeitstag

    24. elokuuta, Kanada ⛅ 24 °C

    Heute vor zwei Jahren haben wir geheiratet. Zu unserem Hochzeitstag hatte ich eigentlich geplant, Sven zu überraschen und uns für eine Nacht im "Sparkling Hill Resort & Spa - Adult Only 16+" oberhalb des Okanagan Lake einzubuchen. Da wären wir ja auch ungefähr gewesen, hätten wir den Camper wie geplant übernommen, wären wie geplant zuerst mit der Fähre nach Vancouver Island, und wären wie gepl..... und so weiter und so fort (mimimi).

    Da sich schon früh abzeichnete, dass wir am 24.08. zu unserem Hochzeitstag mitten irgendwo im Nirgendwo sein werden und es weder ein romantisches Hotel, noch "es meh-bessers Restaurant" gibt, habe ich mir während der langen Horny-Fahrten überlegt, das Flying Dinner von unserer Hochzeit nachzuempfinden. Mein Plan: sobald wir beim nächsten Übernachtungsort ankommen (Sven wollte sowieso mal wieder waschen), stelle ich aus unserem Vorrat 3 bis 5 verschiedene Häppchen, 1 bis 2 Hauptgänge und 1 bis 2 Dessert zusammen, die ich Sven dorthin serviere, wo er grade ist. Entsprechend muss alles mit einer Hand bzw. Gabel essbar sein weil er könnte ja direkt bei der Waschmaschine stehen oder irgendwo beim Wäsche sortieren.
    Ich stelle also alles raus, was ich für die Häppchen gebrauchen könnte und werde kreativ. Sven sitzt zu der Zeit im Entspannungsmodus vor dem Camper. Beim ersten Häppchenteller will er direkt beide essen (eins ist aber natürlich für mich. Das kriegt er nicht! Hochzeitstag hin oder her).
    Zum ersten Hauptgang gibt es Lachs an Zwiebeln und Zitronen auf gebratenem Reis. Ich bin echt selbst verzückt, was ich in dieser Horny-Küche alles zaubere.
    Da Sven schon ein erstes Sättigungsgefühl platziert hat, mache ich grad eine kreative Pause, nachdem ich mit der geliehenen Axt Feuerholz geschlagen habe und schreibe diesen Footprint.
    Vielleicht gibts später mehr zu weiteren Gängen und potenziellen Desserts :)
    /T
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  • Tumbler Ridge - traurige Berühmtheit

    25. elokuuta, Kanada ☀️ 16 °C

    Als wir vor der Touristen-Information standen haben wir ein Schild entdeckt, auf dem gebeten wurde, aus Rücksicht auf die Hinterbliebenen doch bitte nicht nach Informationen über die schreckliche Tragödie zu fragen.
    Zurück im Camper wollte ich das genauer wissen. Vor einem halben Jahr gab es hier im kleinen 2400 Seelendorf ein trauriges Attentat einer 19-jährigen. Sie hat insgesamt 9 Menschen (aus ihrer Familie, dem Lehrerteam, unbeteiligten Schüler:innen im Alter von 12 und 13 Jahren und sich selbst) getötet. 27 weitere Personen hat sie teils schwer verletzt.
    Damit gehört dieses Attentat zu den tödlichsten Massenschiessereien Kanadas.
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  • Kinusoe Falls und 100km Schotterpiste

    25. elokuuta, Kanada ☀️ 19 °C

    Nachdem uns sowohl Dean (unser netter Platzwart) als auch der ältere Herr in der Touristeninformation darin bestärkt haben, mit Horny die geplanten Wanderungen zu unternehmen, liessen wir uns nicht mehr aufhalten. Beide meinten zudem: "And anyway, you just rent it". Was soviel heissen soll wie: "ihr habt ihn ja nur gemietet, also macht das".

    Der Kinusoe Wasserfall ist 60 Meter hoch (voller Stolz wird hier berichtet, das ist höher als die Niagara-Fälle), und war offenbar ein beliebtes Ausflugsziel für Dean und seine Frau mit ihren Kindern damals. Vor drei Tagen sei Dean mit seiner Enkelin dort gewesen. Er empfiehlt uns, den schmalen Weg neben der Aussichtsplattform runter zu gehen um direkt zum Wasserfall zu kommen. Es sei zwar etwas steil, aber durchaus machbar. Stolz zeigte er uns Bilder von sich und seiner Enkelin.
    Als ich den netten Mann in der Touri-Information gefragt habe, ob es da einen Weg runter gibt, hat er das klar verneint. Wir waren also gespannt.

    Wir haben Horny heute einiges zugemutet. Und mit wir meine ich tatsächlich wir. Denn heute war ich hochmotiviert, selbst mal das Steuer zu übernehmen. Und ich muss sagen: nach ner Weile hat es mir so richtig Spass gemacht, den ganzen Schlaglöchern auszuweichen, die optimalen Techniken herauszufinden, wie ich Horny mit möglichst wenig Geruckel durch die 50km lange Buckelpiste führen kann.

    Auf der gesamten Strecke waren wir total allein unterwegs, offenbar ist der Wasserfall (und auch Tumbler Ridge) für viele Touris doch zu abgelegen. Wir habens total genossen. Und tatsächlich gab es einen kleinen Weg runter zum Wasserfall. Aber seht selbst in den Bildern und Videos. /T
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  • Stone Corral Trail

    25. elokuuta, Kanada ☀️ 23 °C

    Direkt nach dem Wasserfallbesuch machten wir uns auf eine 2 bis 3 stündige Wanderung, dem Stone Corral Trail.
    Er führt durch eine wunderschön idyllische Landschaft mit verschiedenen Teichen, teils durch Biber angelegt.
    Wir sind im Bärengebiet, worauf wir an verschiedensten Stellen hingewiesen werden. Und tatsächlich finden wir heute erstmals frische Bärenspuren am Rand eines Teichs.
    Leider kann ich zu diesem Trail keine spannenden Sideeffects oder Anektoten erzählen, da weder was Peinliches noch sonst Hochinteressantes passiert ist.
    Naja, vielleicht interessiert ja jemand, dass wir im Camper noch kalte Tomaten-Spaghetti und Thunfisch gemampft haben, ehe wir los sind 🤪. /T

    PS: Beim Raufladen der Fotos und Videos kamen mir doch noch interessante Dinge vor die Linse. Ich empfehle an dieser Stelle das Höhlenvideo in voller Lautstärke und ergänze noch Folgendes:

    Hier in Kanada gibt es nicht nur wilde Tiere, die einem an den Kragen wollen. Nein, es gibt auch ein böses Kraut namens Devils Club, das einem üble, nässend-eitrige Hautausschläge (jaaa jaaa ich neige zu Übertreibungen, aber es soll ja spannend sein) hinterlässt. Es hat sowohl an Blättern wie auch Stiel fiese Stacheln, welche sich in der Haut festsetzen. Wenn man die nicht schleunigst entfernt, kann es üble Hautreaktionen hervorrufen.
    Schaut mal in der Bilderreihe die fiesen Stacheln an, und danach in welchem Gestrüpp sich Sven verbirgt. Er hat es aber heil da rausgeschafft.
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  • Dino-Spuren - Paperlapapp!

    25. elokuuta, Kanada ☀️ 26 °C

    Das Dorf Tumbler Ridge will sich wie gesagt neu erfinden und vom Tourismus leben. Dabei scheuen sie vor Lug und Betrug nicht zurück!
    Auf dem Rückweg unserer Wanderung halten wir an der Eingangsstrasse ins Dorf an, um uns auf den Weg zu den angeblichen Dino-Spuren zu machen. Vor 26 Jahren hätten zwei Jungs per Zufall diese angeblich längste zusammenhängende Dino-Fuss-Spur British-Columbias entdeckt.
    Wir nehmen sicherheitshalber Badehosen, Wasserschuhe und Actioncam mit, damit wir zur Not einfach einen tollen Abkühlungsausflug im nahegelegenen Fluss machen können.
    Der Trampelpfad zu den Dinospuren ist einmal mehr ein richtiges Natur-Highlight. Und einmal mehr verzückt uns ein goldiges Eichhörnchen, dass in Foto-Laune ist.

    Unterwegs treffen wir vier leicht verwirrte Asiatinnen, die auch auf Dinos Spuren sind, und weisen ihnen den Weg.

    Unten angekommen machen wir uns auf die Suche. Doch nirgendwo entdecken wir irgendwas, das nach Dino-Füssen aussieht.
    Wir plantschen im Fluss und haben eine gute Zeit.
    Irgendwann streift eine paläontologisch aussehende Dame mit Riesenkamera durch die Büsche und fotografiert wie wild irgendwelche Steinplatten.
    Wir trocknen uns ab und nähern uns unauffällig.
    Sie knippst und knippst und geht 10 cm weiter und knippst nochmal. Wir fragen sie, ob sie hier Dino-Spuren sieht und sie zeigt auf irgendwelche Steinformen, die aus ihrer Sicht Fussspuren sind.
    Wir gehen da mit ihr nicht so richtig d'accord und sind nach wie vor überzeugt, dass sich der Bürgermeister von Tumbler Ridge einfach was Skurriles ausgedacht hat.
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  • Gemütlicher Abend

    25. elokuuta, Kanada ⛅ 20 °C

    Es ist 21.40 Uhr, ich sitze gemütlich an unserem Feuer vor dem Camper und die Welt ist in Ordnung.
    Wir sind jetzt seit 1.5 Wochen unterwegs, und dank des Camperlebens war mir noch keine einzige Minute langweilig.
    Es gibt immer irgendwas zu tun: Camper aufräumen, Essen vorbereiten, Gerichte planen, die nächste Route raussuchen, Campingplätze reservieren, Footprints schreiben und so weiter und so fort.
    Vorhin kamen grad unsere Nachbarinnen zu uns um zu quatschen. Vier Asiatinnen, die in Vancouver leben und gerade einen zwei-Wochen-Trip durch ihr "beautiful Britisch-Columbia" machen. Wir hatten sie heute schon mal restlos verwirrt in einem Waldstück vorgefunden. Sie wären auf der Suche nach den Dinosaurier-Spuren, ob wir wissen wo die sind.
    Als wir so an unserem Lagerfeuer mit ihnen gequatscht haben, gaben sie uns allerhand Tipps für die weitere Reise durch ihr wunderschönes Britisch-Columbia.
    Sie finden es übrigens furchtbar unpraktisch, dass wir mit so einem grossen Gefährt unterwegs seien. Die wirklich coolen Strassen würde man damit gar nicht fahren können.
    Sie selbst schlafen zu viert wie die Sardinen in der Büchse in einem Zelt und wechseln sich beim Fahren ihres kleinen SUV alle zwei Stunden ab, damit sie schneller vorwärts kommen.
    Was für eine wundersame, inspirierende Begegnung. /T
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  • Bergeron Cliffs

    26. elokuuta, Kanada ☁️ 22 °C

    Wir schlafen heute etwas länger als üblich. Ich kracksel um kurz nach 7 aus dem Bett. Generell tickt meine innere Uhr nach und nach etwas langsamer bzw. werde ich von Tag zu Tag später wach. Eine Entwicklung die mir so eigentlich gar nicht so behagt. Naja, gehört wohl dazu. Dafür schaff ichs abends etwas länger wach zu bleiben.
    Als ich einen "kurzen Chat" mit unserer netten Platzwartin halte, meint sie zu unserem Plan, die Bergeron Cliffs sehen zu wollen: "Oh wow! I'm impressed. Good luck!"
    Hochmotiviert starten wir unsere heutige Tour mit Horny in Richtung Parkplatz für Bergeron Cliffs bzw. Bergeron Falls. Die Schotterpiste ist heute nur 8km lang, ein Klacks im Vergleich zu gestern.
    Sven umschifft die gröbsten Schlaglöcher mittlerweile profimässig und wir kommen entspannt am Ausgangspunkt an. Da wir Horny etwas schief im Hang parken, suche ich grosse Steine für hinter die Räder. Nicht, dass er sich noch selbständig macht und uns davonrollt.
    Wir wollen heute zu den Klippen um mit der Drohne tolle Aufnahmen zu machen. Die Klippen sind nämlich kein Teil irgendeines Parks und deshalb dürfen wir dort die Dohne steigen lassen. Zudem sind sie sowas von ab vom Schuss, dass dort eh niemand anderes hingeht.
    Entsprechend sind wir alleine beim Ausgangspunkt. Da mir vorgängig der Trail zu den Klippen und im Anschluss auch noch zum Wasserfall etwas zu lange vorkam, habe ich von der Infotafel nur den Teil mit dem Weg zu den Klippen fotografiert. Auch Proviant und vor allem Wasser habe ich nur für einen 3 Stunden Trail eingepackt.
    Wir marschieren los, das Gelände fliegt unter unseren Füssen und "Hey-Bear-Rufen" nur so dahin (hier besonders wichtig, denn das ist "Bears-Country"). Unschwer sind die alten Kratzspuren an verschiedensten Bäumen zu erkennen. Und die Notwendigkeit des lauten Rufens zwischendurch habe mittlerweile sogar ich erkannt.
    Nach einer Stunde schon sind wir an den Klippen angekommen. Sven beginnt sofort die Drohne startklar zu machen, mein Job in der Zeit: Immer wieder Hey-Bear zu rufen, damit Sven sich aufs Fliegen konzentrieren kann.
    Beim ersten Landeanflug geht ein ganz schöner Wind und die Drohne schafft es nicht, sanft auf dem Boden aufzusetzen. Stattdessen schlittert sie in Richtung Abgrund. Gerade rechtzeitig kommt sie zum stehen. Übrigens kleiner Funfact: wir haben eine Drohnenversicherung, die uns insgesamt zwei Mal pro Jahr die Drohne ersetzen würde (ganze zwei Jahre lang). Kriterium ist jedoch, dass man noch Reste der Drohne vorweisen kann. Falls sie also ins Meer stürzt oder wie hier gefühlte 100 Meter die Klippe runter, dann ist nix mit Ersatz. Zumindest muss man dann eine höhere Gebühr zahlen, die sogar einen extra Namen hat: "Fly-away-Gebühr". Was es nicht alles gibt ;)
    Nach einigen Aufnahmen und dem Essen unserer Lunch-Pakete machen wir uns auf den Rückweg. Da es noch früh ist und wir noch mehr coole Drohnenaufnahmen machen möchten, entscheiden wir uns für eine extra Tour zum Bergeron Falls.
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