• Deutsch-Weißkirch & ein Kloster bei Bras

    16 мая, Румыния ⋅ ☁️ 21 °C

    Bei der Abreise vom Campingplatz kommen wir noch mit dem Seniorchef ins Gespräch. Er ist in Schäßburg geboren und spricht fließend Deutsch. Eigentlich schade, dass wir weiter müssen – vermutlich hätte er noch viele interessante Geschichten über die Stadt und die Region erzählen können.

    Die kurze Strecke bis Deutsch-Weißkirch, dem heutigen Viscri, führt durch fast surreal wirkende grüne Landschaften. Weite Wiesen, Hügel und einzelne Höfe prägen das Bild. Industrie sieht man nur vereinzelt, meist in Form größerer Zementwerke.

    In Deutsch-Weißkirch wirkt es stellenweise tatsächlich so, als sei die Zeit seit hundert Jahren stehen geblieben. Das Dorf sieht aus, als hätten die letzten Deutschen ihre Häuser erst vor kurzem verlassen. In einem der Höfe finden wir – dank eines Hinweises im Reiseführer – eine kleine versteckte Bäckerei. Ohne den Eintrag hätten wir sie vermutlich nie entdeckt. Dort kaufen wir Brot. Geschnitten oder geteilt wird hier nichts. Also tragen wir einen kompletten Laib mit etwa 2,5 Kilogramm zum Wohnmobil. Das sollte für einige Zeit reichen.

    Danach fahren wir weiter Richtung Brașov, wo es eine bekannte Wehrkirche gibt. Bei näherer Betrachtung wirkt sie allerdings weniger beeindruckend als erwartet – möglicherweise setzt inzwischen auch einfach eine gewisse Kirchensättigung ein. Nach den vielen besichtigten Klöstern und Kirchen der letzten Tage fehlt etwas die Begeisterung für weitere sakrale Architektur.

    Also fahren wir weiter und landen – wie könnte es anders sein – schließlich auf dem Parkplatz des Mănăstirea Sfântul Mare Mucenic Dimitrie unweit von Brașov auf einer Anhöhe. Eine der Nonnen erlaubt uns freundlich, dort die Nacht zu verbringen. Nach der Besichtigung der reich ausgestatteten Klosterkirche machen wir es uns im Wohnmobil gemütlich und verfolgen aus der Ferne den abendlichen Gottesdienst, dessen Gesänge und Gebete über Lautsprecher bis nach draußen getragen werden.
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