• Klöppelnde Nonnen & Draculas Schloss

    17 мая, Румыния ⋅ ☁️ 14 °C

    Wir werden bereits beim Frühstück von den Lockrufen zur heiligen Messe begleitet. Neben dem händischen Läuten der Glocken klöppeln die Nonnen mit Holzstücken auf Metallplatten ein rhythmisches Signal. Das ergibt ein erstaunlich lautes und eindringliches Geräusch. Der Brauch stammt noch aus den Anfängen der christlichen Kirche, als es vielerorts noch keine Glocken gab. Später wurde das Klöppeln auch dort genutzt, wo Glockengeläut zeitweise verboten war.

    Die liturgischen Gesänge des Sonntagsgottesdienstes werden über Lautsprecher weit über das Klostergelände getragen. Musikalisch entspricht das zwar nicht ganz unserem Geschmack, die Kirche ist jedoch gut besucht und offensichtlich ein wichtiger Treffpunkt für die Menschen aus der Umgebung.

    Nach einem ausgiebigen Frühstück lassen wir Brașov links liegen und fahren direkt weiter zum Schloss Bran. Hier soll einst Vlad III. – besser bekannt als Dracula – gelebt haben.

    Rund um das Schloss hat sich ein kleines Dorf aus Souvenirständen, Fast-Food-Buden und touristischem Nippes entwickelt. Wir gehen zügig zum Eingang und buchen neben der Schlossbesichtigung auch gleich die Folterkammer mit dazu.

    Das Schloss erinnert stellenweise ein wenig an Schloss Neuschwanstein oder die Burg Eltz – allerdings deutlich kleiner. Natürlich führen auch hier wieder zahlreiche Treppen durch das Gebäude. An manchen Stellen werden die Treppenschächte so eng, dass man sich regelrecht hindurchquetschen und dabei den Kopf einziehen muss.

    Im Inneren ist vieles gut restauriert und mit zeitgenössischer Einrichtung ausgestattet. Die Folterkammer wirkt durchaus eindrucksvoll – und gleichzeitig unerquicklich. Erstaunlich, auf welche Ideen Menschen kommen, um anderen Menschen Schmerzen zuzufügen.

    Nach dieser eher unangenehmen Geschichtsstunde gönnen wir uns im Schlossrestaurant ein überraschend gutes Gulasch zusammen mit Korianderbier, das wir durchaus weiterempfehlen können.

    Für die Nacht bleiben wir ganz in der Nähe und stellen uns auf den örtlichen Parkplatz.
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