Von den Schlammvulkanen zum Donaudelta
19 мая, Румыния ⋅ ☁️ 24 °C
Eine dunkle und ruhige Nacht stärkt Körper und Geist. Entsprechend frisch und munter starten wir in den Morgen. Nach dem Frühstück sehen wir uns direkt die Schlammvulkane von Berca an.
Ganz ehrlich: Der Eindruck bleibt etwas hinter den Erwartungen zurück. Einige kleinere Schlammlöcher blubbern ruhig vor sich hin, eingebettet in eine Landschaft mit dem eher rustikalen Charme einer Kiesgrube. Kein Vergleich zu den geothermalen Gebieten, die wir vor vielen Jahren in Island erlebt haben.
Beim Verlassen des Geländes erleben wir dann allerdings eine Überraschung: Zahlreiche Wohnmobile mit deutschen Kennzeichen rollen auf den Parkplatz. Offenbar keine organisierte Reisegruppe, sondern viele Individualtouristen, die sich hier zufällig sammeln. Für uns ist das Thema damit abgehakt. Nach den vielen Bergen und kurvigen Straßen der letzten Tage wächst langsam die Sehnsucht nach flacherem Gelände. Also machen wir uns auf den Weg Richtung Donaudelta.
Südlich von Bacău umfahren wir die Innenstadt. Dort erwartet uns ein fast mediterraner Eindruck. Statt großer Wohnblocks oder Plattenbauten stehen entlang der Straße viele kleine eingeschossige Häuser, bunt gestrichen und oft liebevoll gepflegt. Vor fast jedem Haus liegen kleine Gärten mit Blumen und jungen Bäumen in frischem Frühlingsgrün. Zwischen Grundstück und Straße finden sich häufig ordentlich gemähte Rasenflächen.
Dazu sonniges Wetter und angenehme Temperaturen – stellenweise fühlt es sich eher nach einem kleinen Dorf in Südfrankreich an als nach Osteuropa. Wir fahren noch bis in den frühen Nachmittag hinein weiter. Vom Vorgebirge der Karpaten haben wir einen weiten Blick über die Ebene Richtung Schwarzes Meer. Das Land wirkt endlos weit, grün und offen.
Schließlich führt uns eine gut ausgebaute Straße hinunter zum Lacul Balta Albă. Dort finden wir einen ruhigen Platz am See und lassen den Rest des Tages entspannt in der Sonne ausklingen.
Uns fällt plötzlich ein deutliches Surren über unseren Köpfen auf. Zunächst können wir die Ursache kaum erkennen, denn mit bloßem Auge lässt sich der Schwarm nur schwer fokussieren. Erst nach genauerem Hinsehen wird klar: Millionen von Eintagsfliegen tanzen über uns in der Luft. Der gemeinsame Flügelschlag erzeugt tatsächlich ein überraschend lautes Geräusch für diese kleinen Insekten. Gefährlich oder lästig sind die harmlosen Tiere allerdings nicht. Also bleiben wir gelassen sitzen und chillen einfach weiter in der Nachmittagssonne.Читать далее








Die Schlammvulkane sehen wie eine Mondlandschaft aus😀 [Gaby]