• Mit Seitenwind ins Donaudelta

    20 мая, Румыния ⋅ ⛅ 25 °C

    Am Morgen rüttelt ein heftiger Wind am Wohnmobil. Und dieser Wind bleibt uns bis weit in den Nachmittag hinein als unangenehmer Begleiter erhalten. Da wir heute unbedingt noch das Donaudelta erreichen wollen, beeilen wir uns mit der Morgenroutine und kommen tatsächlich ungewöhnlich schnell los.

    Den ersten Halt legen wir bei einem großen Supermarkt in Brăila ein. Weil wir nicht wissen, wie die Versorgungslage im abgelegenen Donaudelta aussieht, decken wir uns vorsorglich mit Proviant für etwa eine Woche ein. Der Einkaufswagen ist am Ende bis oben gefüllt.

    Danach geht es auf der Landstraße weiter. Die Fahrt ist allerdings alles andere als entspannt. Der starke Wind trifft ständig die Breitseite des Wohnmobils. Das Lenkrad will festgehalten werden, permanentes Gegenlenken ist nötig. Wirklich angenehm fährt sich das nicht.

    Die Landschaft, durch die wir kommen, wirkt dabei fast surreal. Weite grüne Hügelketten ohne sichtbare Zeichen menschlicher Besiedlung – soweit das Auge reicht. Ich ärgere mich mehrfach darüber, weder die passende Kameraausrüstung noch das fotografische Können zu besitzen, um diese Stimmung vernünftig festhalten zu können.

    Als wir Tulcea erreichen, hat der Wind glücklicherweise deutlich nachgelassen. Das macht Hoffnung, die letzten Kilometer entspannter zurücklegen zu können.

    Am Ortseingang tanken wir noch einmal Diesel. Dabei entwickelt sich allerdings unerwartet Chaos an der Kasse. Die Zahlung per Handy wird mehrfach ohne Buchung abgebrochen, das mobile Kartenlesegerät ist nicht geladen und damit unbrauchbar. Das gesamte Tankstellenpersonal gerät sichtbar in Aufregung. Ich verstehe natürlich kein Wort und hoffe nur, dass am Ende nicht mehrfach Geld von unserem Konto verschwindet.

    Nach einiger Zeit beruhigt sich die Lage wieder, und tatsächlich gelingt es schließlich, den korrekten Betrag einmalig abzubuchen.

    Die letzte Etappe des Tages ist dann schnell geschafft. Im Donaudelta angekommen beziehen wir einen sichtbar neuen und sehr gepflegten Campingplatz – und sind dort zunächst die einzigen Gäste.

    Hier wollen wir nun einige Tage bleiben, bevor es weitergeht.
    Читать далее