• Hoch über dem Schwarzen Meer

    25–28 мая, Румыния ⋅ ☁️ 24 °C

    Ab Mitternacht wird es auf unserem Parkplatz endlich ruhig. Die Jugendlichen haben ihre private Disco beendet und sich verzogen. Entsprechend erholt wachen wir am Morgen auf.

    Das Ehepaar, das wir im Donaudelta kennengelernt haben, hat uns einen Campingplatz einige Kilometer entfernt empfohlen. Die Anfahrt dorthin hat allerdings ihren eigenen Charakter: Kilometerlang geht es über eine Holperpiste durchs Nirgendwo. Eine Strecke, die man möglichst nicht häufiger fahren möchte. Deshalb kaufen wir vorher noch ausreichend Proviant ein und machen uns dann auf den Weg. Die Mühe lohnt sich jedoch.

    Der Campingplatz liegt direkt an einer Abbruchkante, etwa dreißig Meter über dem Meer. Von dort reicht der Blick kilometerweit über das Schwarze Meer, und am Horizont zeichnet sich sogar die Skyline von Constanța ab. Nach den letzten Fahrtagen fühlt sich dieser Ort fast ein wenig wie Ankommen an.

    Wir stellen Tisch und Stühle vor das Wohnmobil, rollen die Markise aus und lassen es uns am Nachmittag gutgehen. All dies ist ist Campingverhalten, das auf einem Stellplatz verboten ist. Weil es uns so gut gefällt, beschließen wir spontan, bis Donnerstag zu bleiben.

    Die Nacht lädt eigentlich zur Sternbeobachtung ein. Viel weiter als bis zu einem Foto des zunehmenden Mondes komme ich allerdings nicht. Ich habe zeitweise das Gefühl, die Mücken würden mich lebendig auffressen. Schließlich breche ich das Ganze schweren Herzens ab und flüchte zurück ins sichere Wohnmobil.
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