• Achterbahnfahrt & königliches Ziel

    29 мая, Румыния ⋅ ⛅ 16 °C

    Nach einer ruhigen Nacht starten wir in unser nächstes Abenteuer. Gleich zu Beginn verpassen wir auf einer ohnehin schmalen Straße die richtige Abzweigung, und Google Maps korrigiert so schnell, dass wir die Routenänderung zunächst gar nicht bemerken.

    Es folgt eine regelrechte Achterbahnfahrt durch die Landschaft. Hochprozentige Anstiege wechseln sich mit ebenso kräftigen Gefällen ab, die Straße ist teils nur einspurig und wirkt seit der Zeit Ceaușescus kaum noch gepflegt. Trotz der Abgeschiedenheit herrscht erstaunlich viel Verkehr: Kinder auf dem Schulweg, Busse im Einsatz und sogar Sattelzüge auf diesen schmalen Strecken – eine Mischung, die höchste Aufmerksamkeit verlangt. Erst nach einer Weile erreichen wir wieder eine „richtige“ Straße und fahren entspannter weiter in Richtung unseres Tagesziels, das wir müde, aber unbeschadet erreichen.

    Höhepunkt des Tages ist der Besuch von Peleș Castle, errichtet ab 1873 von Carol I. von Rumänien. Das Schloss gilt als eines der modernsten seiner Zeit und war mit Wasserkraftwerk, elektrischer Beleuchtung, Zentralheizung, Warmwasser, Aufzug und sogar einem beweglichen Glasdach technisch weit voraus. Carol I. nutzte es als Sommerresidenz und als Symbol für Fortschritt und Modernisierung Rumäniens. Die Lage in den Karpaten und die Architektur machen den Besuch zu einem klaren Reisehighlight. Neben der Bärenhöhle bei Peștera Urșilor und dem Donaudelta zählt es eindeutig zu den Top-Empfehlungen der Reise.

    Auch einige Randepisoden prägen den Tag: Beim Parken werden wir von einem findigen „Parkwächter“ mit überhöhten Gebühren und ungewöhnlichem Parkplatz überrascht, und die vorab online gekauften Eintrittskarten erweisen sich zwar als teuer, aber immerhin zuverlässig geliefert. Kulinarisch bleibt die erwartete Bärenfleisch-Spezialität aus, stattdessen überzeugt eine solide Wildgrillplatte. Versöhnlich endet der Tag schließlich in der Schlosspatisserie, wo wir uns für den Nachmittagskaffee eindecken – und mit deutlich entspannter Stimmung als noch ein paar Stunden zuvor.
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