Das Ende vom Anfang
May 11 in Morocco ⋅ ☀️ 20 °C
Dunst liegt in der Luft, der Himmel ist weiss und irgendwo da in südlicher Richtung verstecken sich die höchsten Gipfel des hohen Atlas. Wir umfahren grosszügig Marrakesch, die Lust auf eine weitere Stadt ist auf unterirdischem Niveau. Durch Villenviertel mit immensen «Palästen» und ärmeren Randgegenden schlängeln wir uns durch mehr oder weniger Verkehr. Und immer wieder die allgegenwärtigen Polizeikontrollen, meist vor oder nach einem Kreisel. Die Touristen werden bevorzugt behandelt und kaum herausgewunken, ausser man hat die Frechheit, nicht auf das OK des Polizisten zu warten. Also immer schön beim Stoppschild anhalten und warten bis der ins Handy vertiefte Polizist bemerkt, dass man da ist und einen durchwinkt. Bei einer Kontrolle kann Sascha seine Schadensfreude über einen Tupperware-Touristen, der offensichtlich mit dem Gesetz in Konflikt geraten ist, nicht zurückhalten. Ja, manchmal werden eben auch Geschwindigkeitsmessungen vorgenommen und der Typ war sicher zu schnell unterwegs.
Keine 10 Minuten später, an einem Kreisel, wieder Kontrolle. Hei ei ei, im Grossraum Marrakesch sind sie aber fleissig. Und hoppla, der total verdutzte Lenker S. wird herausgewunken. Okeeeyyyy? Eine streng dreinblickende Polizistin kommt ans Fenster und rasselt in ultraschnellem französisch etwas hinunter. Auf unser Bitten hin, spricht sie ein, zwei Sätze ein klein wenig langsamer, so dass wir es auch verstehen. Wir seien zu schnell auf den Kreisel zugefahren…. Irritiert fragt der doch sonst so pingelig daraufachtende Sascha, wie schnell denn? «Un petit peu» ist die Antwort. Es koste 150 Dirham, ob wir denn gleich bezahlen wollen? Da bleibt wohl nichts anderes übrig, als «oui» zu sagen. Mit Pass, Führer- und Fahrzeugschein verschwindet die resolute Polizistin und nach etwa 10 Minuten kommt ein freundlicher Kollege mit unseren Papieren zurück und händigt eine Quittung in A4 Grösse, alles in wunderschöner arabischer Schrift, zum Unterschreiben aus. Wie sagt man so schön: «Gott, in diesem Falle, Allah straft sofort!»
Wir sind wieder zu viert unterwegs um eine letzte gemeinsam Tour abseits «befestigter» Strassen zu fahren. Über Pässe bis 2´700 m ü. M., durch das «glückliche Tal» auf einer Hochebene höher gelegen als das Engadin, durch kleine Dörfer mit Steinhäusern (!) und wunderbar duftenden Kieferwäldern. In den Bergen fühlen wir uns wohl, der Verkehr hält sich in Grenzen und das Farbenspiel der Felsen raubt uns den Schnauf. Ist das die Wirklichkeit? Im Kopf noch völlig in den Wolken schwebend wird die Aufmerksamkeit plötzlich wieder auf die Strasse gelenkt. Diese wird enger, wir kommen wieder in ein Dorf und hoppla, heute ist Markttag. Alle, wirklich alle aus der Umgebung scheinen heute hier zu sein. Ou wow, ist das eng. Zwischen den geparkten Autos und den Ständen hat es kaum Platz für ein weiteres Fahrzeug. Mensch und Tier bewegt sich dazwischen. Wie sollen wir da nur durch? Einmal tief durchatmen, Fenster runterkurbeln, Untersetzung rein und freundlich winkend und mit entschuldigender Miene sich ganz langsam durchschlängeln. Die Menschen scheinen sich ab uns nicht zu stören, machen aber auch nicht eilig Platz. Es ist wohl normal. So macht es uns im Endeffekt sogar Spass in Zentimeter-Arbeit um alles rumzuzirkeln. Von einem rauchenden Fleischstand wird uns zugewunken, wir sollen anhalten und mitessen, was wir dann doch ablehnen. Nach einer Weile sind wir durch alles durch, nirgends angeeckt und keine Personen oder Tiere überfahren. Eine gewisse Erleichterung in der Fahrerkabine ist dann doch zu spüren 😉.
Nach so viel wunderschöner, abwechslungsreicher Landschaft und herzlichen Menschen ist unsere Zeit in Marokko um. Danke an Hans und Heidi / Muetti und Ätti, dass ihr dieses Abenteuer und unsere Offroad-Lust mit dem ein oder anderen Woooaaahhh-Kabinenwackler und Iiiiiiiiiihhhh-Rad-in-der-Luft Herzhüpfer mitgemacht habt.
Wie ihr vielleicht wisst, sind wir auf der Suche nach einem Campingplatz, welchen wir übernehmen oder als Leiterpaar führen können. Bis jetzt hat sich noch nichts ergeben, daher «müssen» wir wohl oder übel weiterziehen 😉
Die gut 35°C in der Wüste haben uns daran erinnert, dass dies nicht ganz unsere Wohlfühltemperaturen sind. Daher sind wir jetzt auf dem Weg in den Hohen Norden.
Somit ist natürlich auch unser Marokko-Blog zu Ende. Wir werden eine neue Reise in unserem findpenguins.com/vondu Blog starten und euch dort wie gewohnt, unregelmässig Berichte schreiben. Falls ihr bis jetzt also direkt über den Marokko-Link auf die Berichte gelangt seid, müsst ihr künftig auf unsere Hauptseite, damit ihr die "neue" Reise anklicken könnt.Read more


























Traveler
Autsch....das tut dem Betrachter immer Auge weh!
Traveler
🥰
Traveler
Ein imposante Vielfältigkeit hat dieses Land offensichtlich zu bieten!