• WaltzingAlex

Grünes Band 3 - Harz/Ostsee

Nach drei Jahren versuche ich endlich, den letzten Teil der ehemaligen, innerdeutschen Grenze abzulaufen. Start ist in Stapelburg und Ziel ist Priwall. Read more
  • Trip start
    July 1, 2025

    Stapelburg

    July 1 in Germany ⋅ ☀️ 28 °C

    Pünktlich in Stapelburg angekommen, trotz dreimal umsteigen. Alle Züge waren pünktlich und nicht überfüllt. Ab Hannover nahm die Zahl der Schwermetaller deutlich zu, die zum Harzrock nach Ballenstedt wollen. Direkt beim Ausstieg gab es einen Blick auf die namensgebende Stapelburg und auf dem Weg zum Jungborn einen Blick auf den Brocken.Read more

  • Jungborn Eckertal

    July 1 in Germany ⋅ ☀️ 28 °C

    Der Jungborn im Eckertal! Hier bin ich 2022 nach Bad Harzburg abgebogen und nachhause gefahren. Dieses Jahr will ich das Grüne Band endlich zu Ende bringen und die Ostsee erreichen
    Die über 30° machen sich besonders in der Sonne bemerkbar. Im Schatten geht es noch. Mein Ziel heute ist Vienenburg, da bin ich vorhin mit der Bahn durchgefahren. Ich hätte auch dort aussteigen können, aber dann hätten mir die rund 20km gefehlt. So muss ich die jetzt zurücklaufen.Read more

  • Vienenburg

    Jul 1–2 in Germany ⋅ ☀️ 32 °C

    Und schwupps hat mich die ehemalige Grenze wieder eingefangen mit ihren großen und kleine Geschichten. Der eine hats rüber geschafft, der andere leider nicht. Auch mein alter Freund der Kolonnenweg taucht auf, aber heute folge ich dem Harzer Grenzweg.
    Es ist heiß, aber zum Glück kann ich immer wieder meine Mütze in der Ecker nass machen. Um zwei mache ich eine kurze Pause. Etwas später kan ich dann rechts den Großen Fallstein erblicken und links den Harly, mein Ziel.
    Halb vier bin ich dann mach vier Stunden und 19km auf dem Zimmer. Duschen und erstmal für eine Stunde raus aus der Sonne. Fürs Freibad oder den Harly ist es einfach zu heiß. Ich bin dann nochmal kurz zum Supermarkt und gönne mir bei der Eis-Ecke Vienenburg meine Belohnung für heute!
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  • Kleiner Fallstein

    July 2 in Germany ⋅ ☀️ 19 °C

    Um der Hitze zu entgehen, habe ich beschlossen um 3:40 loszugehen. Und so laufe ich bei angenehmen 20° durch die Dämmerung dem Morgen entgegen. Hinter Wiedelah wird es sehr ruhig und bei Wülperode stoße ich auf die erste längere Strecke auf dem Kolonnenweg. Wenn man so früh unterwegs ist, bekommt man auch etwas von der Tierwelt mit. Milane und Feldlerchen sind auch tagsüber reichlich unterwegs, aber Rehe, Hasen und eine Fuchs erwischt man eher in der Dämmerung.
    Hinter Göddeckenrode stehen am Kolonnenweg eine Reihe voller, reifer Kirschbäume für die sich anscheinend niemand interessiert. Ich nutze die Gelegenheit und haue mir ein paar Hände in den Magen.
    Um 6:30 erreiche ich den Kleinen Fallstein mit dem Grenzturm und einer netten Picknickstelle. Im Schatten ist es noch angenehm kühl, aber in der Sonne kündigt sich schon die Hitze an. Ich mache erstmal eine Frühstückspause und döse sogar für 10 Minuten, bevor ich mich auf nach Hornburg mache.
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  • Hinter Hornburg

    July 2 in Germany ⋅ ☀️ 28 °C

    Ich gehe nach Hornburg zum Supermarkt, um mich für den Tag einzudecken. Kurz hinter Hornburg wird es mir dann zu heiß. Ich hätte eigentlich noch knapp zwei Stunden und im Schatten ginge es wohl, aber die Strecke geht über baumlose Felder.
    Ich beschließe, an einer Schutzhütte den Tag zu verbringen und auf die Nacht zu warten. Nebenan grubbert ein Bauer im klimatisierten Traktor das Feld. Storch, Bussard und Milan freut es.
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  • Hötensleben

    Jul 3–4 in Germany ⋅ ☀️ 21 °C

    Was für eine Nacht!
    Um 21:00 war die Sonne weg, aber die Hitze noch da. Da mir die 10km vom letzten Abschnitt fehlten, hatte ich jetzt über 35km vor mir. Um die nicht am nächsten Tag auf einmal gehen zu müssen beschloss ich, in die Nacht hineinzuwandern. Ausserdem war mir nach 12 Stunden in der Hitze warten langweilig. Mal sehen, wie weit ich komme.
    Das große Bruch ist eine weite, dünn besiedelte Ebene. Der Kolonnenweg zieht sich fast 20km immer geradeaus. Links und rechts nur Felder und Wiesen. So gesehen gab es im Dunkeln auch nicht viel zu verpassen. In der Dämmerung zeigten sich aber wieder Rehe, Füchse und anderes Getier.
    Irgendwann ging es rechts ab nach Jerxheim. Es war jetzt fast 2:00 und noch 2-3 Stunden zum Ziel. Aber was sollte ich um 5:00 schon in Hötensleben? Ich fand eine ruhige Stelle an einem alten Sportplatz und da es nicht nach Regen aussah stellte ich nur das Innenmeshzelt auf und legte mich bis 7:00 hin.
    Um 8:00 war ich wieder unterwegs. Gerade rechtzeitig, da es dann doch einmal kurz schauerte. Hinter Söllingen bog ich dann Richtung Ohrsleben ab um dann direkt an der Grenze wieder dem Kolonnenweg zu folgen. Dort begegnete ich einer Herde von rund 50 wilden Mufflons. Kurz darauf erwies sich der Kolonnenweg als völlig zugewachsen. Nach 1km gab ich auf und wich auf einen parallel verlaufenden Feldweg aus. Um 11:00 hatte ich dann Hötensleben nach insgesamt 37km erreicht.
    Ich konnte direkt in meine Ferienwohnung in einem fast 400 Jahre alten Gebäude, das aber recht unscheinbar daherkommt. Endlich duschen und dann schnell um die Ecke was einkaufen. Es stellte sich heraus, daß man hier für €12 unendlich viel Kebapteller bekommt. Ich habe nur die Hälfte geschafft!
    Abends bin ich dann noch schnell zu den erhaltenen Grenzanlagen. Morgen wird es nicht ganz so wild.
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  • Mariental bei Helmstedt

    Jul 4–5 in Germany ⋅ ☀️ 23 °C

    Morgens ging es bei sehr angenehmen Wetter und Temperatur weiter. Über schöne, sommerliche Wiesen und Felder ging es ins hübsche Harpke. Dort gibt es vor allem das verfallende Schloss und den schönen Garten drumherum zu bewundern. Das Café in der Orangerie hatte leider noch zu.
    Von dort ging es in den Lappwald. Ich muss mal meinen Vater fragen, wie oft er am Grenzübergang Helmstedt der A2 die Rückbank unseres Autos raus- und wieder reingeschraubt hat. Und natürlich Januar 1990, als Marc, Uwe und ich mit einem alten, riesigen Wohnmobil von Berlin kommend, fast die Schranken kaputtgefahren haben, weil die Scheibenwischer verschmierten. Kurz vor der Autobahn gings an einer alten Kaserne der Grenzer vorbei.
    Weiter ging es auf geraden Wegen durch den Lappwald. Etwas langweilig, aber ich konnte gut Strecke machen. Ein einsamer Führungsturm im Wald, sonst nix. So war ich nach knapp sieben Stunden und 30km in Mariental-Horst, einem alten Fliegerstützpunkt, obwohl ich zwischendurch sogar 20 Minuten Nickerchen gemacht habe.
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  • Oebisfelde

    Jul 5–6 in Germany ⋅ ☁️ 25 °C

    Durch Wiesen, Wäldchen aber hauptsächlich Feldern geht es nach Norden. Manchmal auch durch sehr kleine, sehr verschlafene Flecken. Das Wetter ist warm, aber angenehm, auf den Wegen komme ich gut voran. Bauland für €65/qm, viele verfallende, vernagelte Häuser und Höfe oft mit "zu verkaufen"-Schildern dran. Eine dicke, 150jährige Friedenseich.
    Schon or 14:00 erreiche ich den Hauptort Oebisfelde. Eine gut erhaltene "Sumpfburg" und ein netter Altstadtkern, aber auch viel sozialistischer Wohnungsbau, der aber gut renoviert wurde. Der Campingplatz hat einen kleinen Badesee und eine Pizzeria. Ich könnte schwören, daß ich Kraniche höre.
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  • Brome

    Jul 6–7 in Germany ⋅ ☁️ 24 °C

    Heute gings ein wenig später los, da die Strecke überschaubar war und ich erst um 16:30 erwartet wurde. Also bummelte ich in Ruhe los in den Drömling, ein großes, faszinierendes Feuchtgebiet und Biosphärenreservat.
    Zuerst gings über den Mittellandkanal und dann auf langen gerade Wegen mitten hinein in den Drömling. Allerdings war es nicht so einsam wie erwartet. Das angenehme Wetter hat doch einige Sonntagsausflügler auf dem Rad angelockt.
    Nach dem Drömling lag dann Zicherie mit einigen Grenzrelikten. Interessant war, wie sich die Grenzmauern im Laufe der Jahre entwickelt hatten.
    Eine Stunde später war ich dann auch schon in Brome mit seiner Burg wo mich eine nette Familie in ihrem Garten über 1NiteTent aufgenommen hat.
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  • Wittingen

    Jul 7–8 in Germany ⋅ ☁️ 19 °C

    Am Nachmittag sind kräftige Schauer vorhergesagt, also versuche ich meine Unterkunft heute bis 13:00 zu erreichen. Kurz nach 7:00 noch schnell etwas Proviant für den Weg besorge und auf geht es nach Norden.
    Bei, fürs Wandern, idealer Temperatur knapp unter 20° komme ich auf geraden Nebenstraßen und Feldwegen gut voran. Wieder geht es durch weite Felder, Wiesen und Wäldchen. Die kleinen Dörfchen unterscheiden sich kaum. Ein, zwei Straßen, ein Kriegerdenkmal, ein Spielplatz, eine Kirche und eine Haltestelle für den Rufbus, da sich Linienverkehr nicht lohnt. Oft sieht man am Ortseingangsschild auch schon das Ortsausgangsschild. Kaum Menschen, mal ein Traktor auf dem Feld. Aber zwei Kraniche bin ich begegnet, die man schon von weitem trompeten hören konnte.
    Tatsächlich schaffe ich es pünktlich nach Wittingen, wo es nach 15:00 auch dann kräftig geregnet hat.
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  • Harpe

    Jul 8–9 in Germany ⋅ ☁️ 19 °C

    Viel gibt es heute nicht zu berichten. Bei Waddekath gabs ein paar Mauerreste und ein paar Kilometer gepflegter Kolonnenweg. Danach gings stundenlang nur noch gerade durch Kiefernforst. Allerdings war die Abwesenheit von jeglichem Zivilisationslärm bemerkenswert. Erst bei Dahrendorf wich der Forst, mit Wald hat das nicht viel zu tun, Feldern und Wiesen. Altmark und Wendland ist die am dünnsten besiedelte Region Deutschlands und das merkt man.
    Ich muss wohl etwas umplanen. Wegen des Niedrigwassers der Elbe fahren mittlerweile drei Fähren nicht mehr. Die bei Schnackenburg und Darchau hätte ich gebraucht. Jetzt muss ich wohl links der Elbe bis Pevestorf und da rüber. Bei Darchau muss ich noch Knobeln.
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  • Wustrow

    Jul 9–10 in Germany ⋅ ☁️ 21 °C

    25km bis Wustrow. Es lässt sich gut gehen, ich bin jetzt aber auch im Wander-Flow drin. Auch heute geht es wieder durch viel Wald, diesmal aber Laubwald, was doch viel interessanter ist, als der Kiefernforst gestern. Immer wieder gibt es auch Wiesen, Felder und kleinste Dörfer. Bemerkenswert sind ein zerstörtes Grenzdorf, eine der letzten Begrüßungsstelen der DDR und ein großer Trupp Kraniche. Auf den letzten 5km leitet mich dann die Dumme ins verschlafene Wustrow hinein.Read more

  • Ziemendorf

    Jul 10–11 in Germany ⋅ ☁️ 24 °C

    Früh gehe ich los auf eine 33km Etappe. Schon kurz hinter Wustrow schwenkt der Weg auf den Kolonnenweg ein, der hier vom BUND sogar als Wanderweg im Grünen Band ausgeschildert ist. An einigen Stellen könnte mal gemäht werden, aber ich komme immer gut durch. Durch hüfthohes Gras und mannshohes Schilf ist einfacher durchkommen als durch Brennnesseln und Dornen, wie es an anderen Stellen war. So ging es fast 20km durch einsame Wiesen und Wälder an Gräben lang. Kein Lärm, ausser dem Trompeten der Kraniche. Einer lief sogar ca. 50m vor mir über den Weg und stolzierte, als er mich bemerkte, dann langsam aufs Feld. Auch sonst ist das hier ein Paradies für Vogelbeobachter.
    Schließlich musste ich dann noch zuerst über kaum befahrene Landstraße und dann auf einem Wanderweg um den Arendsee zu meinem heutigen Ziel, einer ehemaligen DDR-Kaserne, die heute ein Reiterhof und Pension ist.
    Ich müsste heute Bergfest haben. Immerhin konnte ich heute meine Sachen mal waschen.
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  • Schnackenburg

    July 11 in Germany ⋅ ☁️ 24 °C

    Durch das kleine Ziemendorf ging es in den Kiefernwald hinein. Kurz hatte ich mich tatsächlich verlaufen, fand dann aber den Kolonnenweg, der mich fast 2 Stunden durch den Wald brachte. Ein Waldweg brachte mich dann nochmal eine halbe Stunde wieder heraus ins Elbvorland. Dort fand ich dann den Erimneringsort für das zerstörte Dort Stresow.
    Dort stieß ich auch auf den Elbdeich und eine Aussichtsplatrform. So verließ ich Sachsen-Anhalt. Auf dem Deich erreichte ich dann um 13:00 die Elbe und das hübsche Schnackenburg, die kleinste Stadt Niedersachsen. Leider ging dort wegen Niedrigwasser die Fähre nicht. Das wusste ich aber vorher und so machte ich erstmal Pause, bevor es weiter ging.
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  • Lenzen

    Jul 11–12 in Germany ⋅ ☁️ 24 °C

    Und so ging ich dann auf der linken Elbseite auf dem Elbhöhenweg nach Norden zur nächsten Fähre in Pevestorf. In den zweieinhalb Stunden gab es immer wieder schöne Aussichten auf die Elbe. Die Fähre legte gerade an als ich den Anleger erreicht ind so ging es flott über den Fluss.
    Und so betrat ich Brandenburg. Schnell noch auf den zum Aussichtsturm umfunktionieren Grenzturm rauf und eine halbe Stunde später erreichte ich dann Lenzen. Lenzen hat als Stadt eigentlich Potenzial schläft aber einen ganz tiefen Dornröschenschlaf. Ziemlich schade. Warum es vor der Burg eine Statue mit einem kackenden Schopenhauer gibt, hat sich mir allerdings nicht erschlossen.
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  • Mödlich

    July 12 in Germany ⋅ ☁️ 16 °C

    Es ist vor 7:00. Ein Reh äst auf der Wiese vor der Elbe. Am gegenüberliegenden Ufer sehe ich eine Schutzhütte und einen Angler. Das besondere an diesem Ort für mich ist aber, daß an genau dieser Stelle bei der Bank im Juni 1969 mein Vater durch die Elbe in den Westen schwamm. Damals war Hochwasser heute ist der Fluss nahe am Rekordniedrigstand.
    Mödlich ist ein hübsches Dorf. Am 'Charon' führt ein Weg vorbei an der dicken, sterbenden Eiseiche direkt an die Elbe. Hinterm Deich der kleine Ort mit den hübschen Häusern vor dem Deich die herrliche Landschaft in der man alle möglichen Tiere entdecken kann: Kraniche, Störche, Biber und vieles mehr.
    Was auch toll ist, man kann von Lenzen bis Dömitz über 20km auf dem Deich gehen oder Rad fahren, srändig die Elbe und das Hinterland im Blick. Ich wünschte, dass ginge auch bei uns am Niederrhein, zB von Keeken bis nach Baerl...
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  • Dömitz

    Jul 12–14 in Germany ⋅ 🌧 19 °C

    Keine 24 Stunden in Brandenburg. Bei Dömitz betrete ich das Leberwurstland (Kennzeichen LWL) in Mecklenburg-Vorpommern.
    Wie toll das doch ist, stundenlang auf dem Deich gehen zu können! Um 11:00 erreiche ich Dömitz und mein erster Gang ist zum Fahrradverleih. Nein, ich will nicht den Rest der Strecke auf dem Rad zurückgeben. Ich lege in Dömitz einen Tag Pause ein, um morgen Verwandte on der Gegend zu besuchen und das geht am besten mit dem Rad.
    Ich habe noch zwei Stunden, bis ich in mein Appartement kann und so sause ich mit dem Rad kreuz und quer durch Dömitz und über den Deich. Schon bald frage ich mich, warum ich mir das Marschieren eigentlich antue, mit dem Rad geht es doch viel flotter.🤔😁 Aber nein, Montag geht es zu Fuß weiter.
    Zum Einstand gab es ein 'original DDR-Softeis'. Dömitz ist sehenswert, vor allem die Zitadelle und Altstadt. Vom Deich sieht man gut die alte und die neue Brücke. Interessant zu sehen, dass die ersten Grenztürme im Grunde überdimensionierte Hochstände waren.
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  • Heiddorf/Neu Kaliß

    July 13 in Germany ⋅ ☁️ 20 °C

    Heute einen Zero eingelegt, so nennen Weitwanderer einen Ruhetag. Nach einem entspannten Morgen bin ich mit dem Rad an der Elde rauf gefahren um Verwandte zu besuchen, sowohl lebende, als auch vergangene.Read more

  • Bankerhof/Rassau

    Jul 14–15 in Germany ⋅ ☁️ 25 °C

    Huch, ich geh um 8:00 vor die Tür und es ist neblig, aber nicht kalt! Und so gehe ich die ersten zwei Stunden durch den Nebel, was auch seinen Reiz hat. Erst durch die kleine, stolze 'Dorfrepublik' Rüterberg, dann durch Wehningen. Dort wurde das damals noch gut erhaltene Schloss 1979 abgerissen. Nur noch ein Torbogen und viele mächtige Eichen im Schlosspark sind übrig.
    Ab 10:00 lichtet sich der Nebel und gibt herrliche Blicke über die Elbauen und die Elbhöhen auf der anderen Seite bei Hitzacker frei. So geht es mal auf, mal vor, mal hinter dem Deich, bis ich um 13:30 den Campingplatz bei Rassau erreiche.
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  • Boizenburg

    Jul 15–16 in Germany ⋅ ⛅ 20 °C

    Puh, 35km auf und am Elbdeich ziehen sich ganz schön. Die Aussicht auf die Natur ist herrlich, auch das Wetter war ok, die zwei Stunden leichter Regen waren verkraftbar, aber nach fast acht Stunden war ich dann doch froh in Boizenburg anzukommen. Ich habe diese Kilometerschilder alle 200m wirklich hassen gelernt.🤬
    Boizenburg ist sicherlich einer der schönsten Orte, durch die ich auf dem Grünen Band gekommen bin. Eine reizende Altstadt mit all den hübschen Häusern am umlaufenden Wallgraben. Boizenburg ist einen Aufenthalt wert.
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  • Bröthen

    Jul 16–17 in Germany ⋅ ☁️ 21 °C

    Eigentlich wollte ich um 7:30 auf den Weg, aber es regnete. Ein Blick auf die Wetter-App zeigte an, dass der Regen aber nur rund eine Stunde anhält und so trödelte ich dann um 8:30 los.
    Zuerst gings am Hafen und einem alten Grenzübergang vorbei, den man sogar kaufen könnte. In der Nähe findet sich auch die letzte Baracke des KZ Boizenburg.
    Leider war der Aussichtsturm Elwkieker gesperrt. Von da gings in den Vierwald immer der Elbe entlang, von der man aber erst kurz vor Lauenburg was sieht. Im Vierwald galt es den gewaltigen Köpelberg (53m) zu bezwingen! Aus dem Wald raus ging es noch etwas die Elbe entlang, bevor ich nach rechts abbog, Lauenburg links liegen ließ und dem Elbe-Lübeck-Kanal nach Norden folgte. Damit wechselte ich auch von Niedersachsen nach Schleswig-Holstein, dem letzten Bundesland auf meiner Reise.
    Bei Dalldorf dann wieder rechts weg vom Kanal, um durch Wiesen, Wälder und Felder zum schönen Trekkingplatz in Bröthen zu gelangen.
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  • Zarrentin

    Jul 17–18 in Germany ⋅ 🌧 21 °C

    WÖLFE!
    Habe ich leider keine gesehen. Morgens um 7:00 marschiere ich wieder los, denn nach 15:00 sind kräftigere Schauer angesagt. Es regnet aber den ganzen Tag über immer wieder leicht. Hauptsächlich geht es heute auf langen gerade Wegen durch Wald, mal Kiefernforst, mal sogar durch alte Buchenhallen, zwische durch mal Feld und Wiese. Für die Heide auf dem alten Grenzstreifen bin ich einen Monat zu früh, dass sieht im August bestimmt toll aus.
    Eine Gedenkstätte erinnert an den Regimekritiker Michael Gartenschläger, der beim Versuch, Minen und Selbstschußanlagen abzubauen, um sie der Öffentlichkeit in der BRD zu präsentieren, 1976 von der Stasi mit 120 Schüssen getötet wurde.
    Auf halben Weg überquere ich die A24, folge ein wenig der Boize und erreiche tatsächlich noch vor dem großen Regen Zarrentin und den Schaalsee.
    Noch 100km!
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  • Dechow/Gadebusch

    Jul 18–19 in Germany ⋅ ⛅ 24 °C

    Halb acht, es ist diesig und manchmal schauert es, kalt ist es aber nicht. Es ist nass und überall tropft es, was dem Moorerlebnispfad richtiges Dschungelfeeling gibt. Der Eindruck bleibt auch bis nach 10:00 bestehen, denn der Weg um den Schaalsee verläuft über teils wilde Wege und urige Wälder, auch die Menge an Insekten und kleinen Fröschen erinnert an Amazonas. Am Ende sind Hose, Schuhe und Socken klatschnass. Dann setzt sich langsam die Sonne durch, so dass Hose und Schuhe trocknen, die Socken wechsele ich.
    Es geht leicht auf und ab, eine nette Abwechslung zum ganzen platten Land bisher. Der Weg ist schon der Kolonnenweg, allerdings hat man vor Jahren die meisten Betonplatten entfernt. Ich schaue auch kurz an der Stintenburg vorbei (zu DDR-Zeiten eine Stasi-Kaderschmiede), die aber eingerüstet ist. Der Schaalsee hat mehrere Teilseen an denen ich vorbeigehe. Immer wieder gibt es kleine Bootsanleger und Badestellen. Der Goldensee ist aber ein eigenständiger See, an dessen Ende ich eine versteckte, kleine Bucht mit Bank finde. Hier lunger ich eine Stunde rum, kühle meine Füße im Wasser und kann sogar einen Eisvogel aus nächster Nähe beim Jagen beobachten, der sich nicht durch mich gestört fühlte.
    Dann war es Zeit, zur Bushaltestelle zu gehen um nach Gadebusch zu fahren, da bei Dechow keine Unterkunft zu kriegen war und ich keine Lust auf Wildzelten hatte.
    Noch 70km!
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  • Rothenhusen

    Jul 19–20 in Germany ⋅ ☀️ 26 °C

    Kurz vor acht setzt mich der Bus mitten im Nirgendwo ab, wo ich gestern die Tour beendet habe. Am Ende vom Schaalsee hatte ich gestern auch den Kreis Ludwigslust-Parchim hinter mir gelassen, in dem ich auf der Tour mehr Zeit verbracht habe als in Bayern und Brandenburg zusammen.
    Und so wandere ich bei 25° und schönstem Wetter durch Wälder, Wiesen und Felder von See zu See Richtung Ratzeburger See. Eine Gedenkstätte an die Maueröffnung. Eine Rotte Wildschweine (ca. 30) läuft mir quer über den Weg. Ein paar Findlinge erinnern an die Häuser des geschleiften Dorfes Lankow. Die Häuser hat man einfach in den See geräumt. Der Mechower Wald ist in der ersten Jahreshälfte gesperrt um den Seeadlern Ruhe zu geben, aber jetzt darf ich durch diesen herrlichen alten Buchenwald.
    Es ist immer noch erstaunlich hügelig. Am Ratzeburger See ignoriere ich Ratzeburg und wende mich nach Norden, um in Rothenhusen auf dem Zeltplatz an der Wakenitz zu übernachten. Ich durfte dort bleiben, obwohl ich keinen Otter zum wechseln dabei hatte.🤷🏼‍♂️
    Noch 40km!
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  • Dassow

    July 20 in Germany ⋅ ☁️ 27 °C

    Es soll heute fast 30° werden. Um der Mittagswärme zu entgehen, gehe ich um 7:00 los. Nach fast 3 Wochen unterwegs habe ich mittlerweile eine gute Routine beim Einpacken.
    Nach einem Stückchen durch Schleswig-Holstein überquere ich wieder den Amazonas des Nordens, die Wakenitz. Die Skulptur an der Grenze wurde aus echten Schlagbäumen gemacht. Von da geht der Weg hauptsächlich durch Wald, so daß die Wärme erträglich ist. Es geht über die A20 und ich treffe nochmal meinen alten Kumpel, den Kolonnenweg. Lübeck liegt sehr nah im Westen und ich bewege mich durch Vororte wie Herrnburg und Schlutup, was man merkt. Ich begegne deutlich mehr Menschen als sonst, hauptsächlich Radfahrern.
    Mitten im Wald stoße ich auf eine viel ältere Grenzbefestigung: die Schwedenschanze, eine Landwehr aus dem 30jährigen Krieg.
    Hinter Selmsdorf komme ich aus dem Wald und trotte dann die B105 entlang. Das Wasser ist die Dassower See, eine Bucht der Trave. In der Ferne kann ich schon das Maritim Hotel in Travemümde erblicken. Ich schaffe es bis Dassow und nehme von dort den Bus nach Lübeck. Allerdings beschränkt sich meine Besichtigung von Lübeck heute auf Bahnhofsupermarkt, Hotel, was zu Essen und Waschsalon. Für die Stadt ist die Tage noch Zeit.
    Noch 10km!
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