• Kreuzen statt geradeaus

    August 9 in Spain ⋅ ☀️ 29 °C

    Nach einem ausgiebigen Frühstück, frisch an Bord zubereitet und natürlich an Deck verspeist, hieß es Abschied nehmen von Cabrera.
    Der Wanderwolf übernahm das Ruder und steuerte die Fopadech aus der Bucht hinaus. Kaum waren wir frei, stellte ich das Boot in den Wind und wir setzten die Segel.
    Dann zeigte sich wieder einmal, dass Segeln mit dem kürzesten Weg nur bedingt etwas zu tun hat.
    Unser Ziel lag nämlich nicht dort, wohin der Wind uns bequem tragen wollte. Also wurde gekreuzt: zunächst im Zickzack-Kurs zurück in Richtung mallorquinische Küste, dann Wende – und wieder hinaus aufs offene Wasser.

    Für Landratten wirkt das zunächst ein wenig so, als hätte der Steuermann die Orientierung verloren. Tatsächlich steckt dahinter schlicht Physik: Ein Segelboot kann nicht direkt gegen den Wind fahren. Stattdessen nähert man sich dem Ziel in mehreren Schräglagen – Kurs für Kurs, Wende für Wende.
    So wurde aus einer eigentlich einfachen Strecke eine kleine maritime Geometrieübung.

    Und ich saß am Ruder, hielt den Kurs und merkte langsam, dass aus „einfach mal machen“ tatsächlich so etwas wie Segeln werden kann
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